Bodenfliesen verlegen
Aus dem reichhaltigen Angebot von Bodenbelag werden heute die rustikalen, matt glasierten Steinzeugfliesen favorisiert. Sie sehen schön aus, sind strapazierfähig und so leicht wie andere Fliesen zu verlegen. Steinzeugfliesen haben Charakter- und sie geben dem Raum, dessen Boden sie zieren, eine besondere, unverwechselbare Atmosphäre. Der Grund: warme, in vielen Nuancen zwischen Ocker, Rot und Braun spielende Farbtöne und eine angenehm matte, nicht aufdringlich wirkende Oberfläche. So werden diese Fliesen vor allem für Wohnräume und seltener fürs Badezimmer verwendet. Rechteckige oder quadratische Formate in unterschiedlichen Größen stehen zur Auswahl. Und es ist bei diesem Material durchaus keine Beeinträchtigung der Qualität, daß das Material einer Partie leichte Farbtonunterschiede aufweist: Gerade das macht große Bodenflächen lebendig und interessant. Die Verlegung kann auf zweierlei Weise erfolgen: auf die " Konventionelle " Art in einem Mörtelbett- oder mit einem speziellen, leicht zu verarbeitenden Fliesenkleber auf ebenem Untergrund. Es ist durchaus möglich, die Fliesen etwa auf einen vorhandenen PVC- Boden zu kleben; unebene Untergründe müssen allerdings mit 12 mm starken, wasserfesten Spanplatten ausgeglichen werden.
Das wird gemacht
- Bodenfläche ausmessen und Zahl der benötigten Fliesen sowie Zahl der Wandsockelplatten ausrechnen
- Unebenen Untergrund mit Feinbeton-Estrich ausgleichen
- Bodenfliesen mit Zementmörtel auf Estrich verlegen
- Randfliesen erst am Schluß einpassen und teilen
- Wandsokelplatten verlegen
Was sie brauchen
Material
Estrich-Feinbeton Fugenmörtel oder: 12 mm starke, wasserfeste Spanplatte, Bodenfliesen, Wandsockelplatten, Fliesenkleber, Fugenkreuze, LattenWerkzeug
Maurerkelle, Wasserwaage, Richtscheit, Fliesenschneidegerät, Fliesenzange, Fugengummi, Bürste oder Besen, Zahnspachtel, Schwamm
Fliesen als Wandanschluß
Wenn Sie die Bodenfläche des auszulegenden Raums ausmessen, um die benötigte Menge
Bodenfliesen ausrechnen zu können, sollten sie gleich überlegen, wie sie den Rand des Bodenbelags
bzw. den Übergang zur Wand gestalten wollen. Üblich ist es, einen schmalen Streifen passender Fliesen
an die Wand zu kleben. In einigen- nicht allen- Steinzeugfliesen- Programmen gibt es spezielle
Wandanschlußfliesen mit Hohlkehle. Ein solche Übergang vom Boden zur Wand ist in Naßräumen
besonders sinnvoll, weil er die Reinigung erleichtert. In einem Wohnraum gibt man eher der üblichen
Lösung den Vorzug: Am Fuß der Wand wird eine normale Scheuerleiste befestigt. In einem Raum mit
fest eingebauten Möbeln, etwa in einer Küche, ist allenfalls an freien Wandflächen ein Wandanschluß
erforderlich. Hinter den Küchenschränken wäre ein Fliesensockel oder eine Holzleiste eher Hinderlich.
je mehr Ecken, Nischen und Mauervorsprünge ein Raum aufweist, desto mühsamer lassen sich
Wandsockelfliesenverlegen. In solchen Fällen wird die hölzerne Scheuerleiste immer die einfachere
und gleichzeitig preiswertigere Lösung sein.
Gerundete Kante
Fliesen mit einer gerundeten Kante werden als Sockel an der Wand oder
an den Kanten fliesenbelegter Treppen verlegt.
Scheuerleisten
Scheuerleisten aus Holz stellen einen passenden Wandanschluß vor
allem in Wohnräumen dar; sie sind leichter als Fliesen anzubringen.
Wandsockelfliesen
Diese Wandsockelfliesen sind speziell für Naßräume entwickelt.
Dank der Hohlkehle kann der Boden leichter gereinigt werden.
Nivellieren
Auf uneben Untergründen sollten Sie erst einen Estrich aufbringen, dessen Oberfläche exakt und
waagerecht abgeglichen werden muß. Verlegen Sie dazu vorher Richt- oder Nivllierlatten in
Abständen von etwa 60 bis 80 cm. Die Latten werden auf kleine feinbetonbatzen gesetzt. Mit
Wasserwaage und richtscheit können die Latten allseits und genau waagerecht ausgerichtet werden.
Die Feinbetonbatzen sollten in dichten Abständen unter den Richtloatten sitzen, damit diese nicht
durchhängen. Sonst wird der Estrich nicht genau waagerecht und die Arbeit war trotz aller
Vorbereitungen und Mühen umsonst.
Untergrund
Auf dem Untergrund werden die Positionen der Richtlatten angezeichnet.
Betonbatzen tragen die Latten für die Nivellierung.
Waagerechte Lage
Die Latten werden leicht festgedrückt. Mit Wasserwaage und Richtscheit
wird die genaue Waagerechte Lage auf gleicher Höhe geprüft.
Bodenfliesen im Mörtelbett
Zwischen den Nivellierlatten wird Estrich- oder Feinbeton auf den zuvor angefeuchteten Untergrund
aufgetragen. der Beton, am besten als Fertigmischung gekauft, wird mit wenig Wasser möglichst
trocken angemischt, mit Schaufel und Kelle aufgertagen und dann zunächst mit der Kelle grob geglättet.
Mit einer kurzen Latte, die Sie in Zick-Zack-Bewegungen auf den Nivellierlatten auf sich zu ziehen, wird
die Estrichoberfläche geglättet und eingeebnet. Gleich danach kann der Mörtel - den es ebenfalls als
Fertigmischung zu kaufen gibt - mit Wasser gemischt und in einer jeweils etwa einen Quadratmeter
dünnen Schicht in Teilflächen auf den Estrich aufgetragen werden. Da Sie die frische und noch weiche
Estrichfläche betreten müssen, sollten Sie ein Arbeitsbrett auf Nivellierlatten legen. Die Steinzeugfliesen
werden in gleichmäßigem Abstand im Mörtelbett verlegt und fortwährend mit der Wasserwaage in der Höhe
ausgeglichen. Nach und nach werden dann die Nivellierplatten entfernt; die entstandenen Vertiefungen
werden mit dem trockenen Estrichbeton aufgefüllt. Dann können sie darüber den etwas feuchter angesetzten
Mörtel auftragen. Sollten für die Randreihen Fliesen geteilt werden müssen, messen Sie jese Platte an Ort
und Stelle nach; so vermeiden Sie eine unregelmäßige, unter umständen zu breite oder zu schmale Randfuge.
Mit Latten abziehen
1. In die Fläche zwischen den Nivellierlatten den nicht zu feucht angesetzten Feinbeton füllen
und bündig mit den Latten abziehen.
Mörtel verteilen
2. Der feuchter angesetzte Mörtel wird dünn auf den Estrich aufgetragen und anschließend
mit der Kelle gleichmäßig verteilt.
Bodenplatten ausrichten
Die Bodenplatten gleichmäßig auslegen, leicht festklopfen und mit Wasserwaage und Richtscheit
untereinander ausrichten.
Randfliesen
4. Randfliesen einzeln einmessen und zuschneiden. Ist der Wandverlauf ungleichmäßig, auf
gleichbleibende Randfuge achten.
Fliesen teilen
Um die Fliesen am Rand des Bodenbelags zu teilen, brauchen Sie eine Fliesenschneidemaschine: Sie können
sie ausleihen. Mit diesem Gerät schneiden sie die Fliesen ohne Schwierigkeit und sehr genau.
Wenn allerdings für Rohre oder an Wandkanten aus einer Bodenfliese nur Teile herausgetrennt werden sollen,
müssen Sie diese Fliese per Hand zurichten. Hierzu brauchen Sie eine Fliesenbrechzange: Stück für Stück wird
aus der Fliese " herausgeknappert " , bis die Makierung erreicht ist. Die Zange muß scharf sein, die Stücke dürfen
nicht zu groß sein: Andernfalls wird die Arbeit erschwert und die Fliesen könnten unversehens brechen.
Fliesenschneider
Mit dem Fliesenschneider werden Fliesen und Bodenplatten exakt und mit geringem Kraftaufwand
auf der angezeichneten Linie gebrochen.
Fliesenzange
Kleine Stücke, Winkel oder halbrunde Teile werden mit einer Fliesenzange in
kleinen Partien aud der Platte herausgebrochen.
Fugen füllen
Erst wenn die ganze Bodenfläche verlegt ist, wird ausgefugt. Zunächst füllen Sie die Fugen mit ziemlich trockenem Mörtel,
den Sie mit einem Besen oder einer Bürste in die Fugen streichen. Danach tragen Sie mit einem sogenannten Fugengummi
den fast flüssig angesetzten Mörtelauf und drücken ihn in die Fugen. Lassen Sie den Mörtel etwas anziehen, d.h. fest werden,
und waschen Sie erst danach die Oberfläche mit einem feuchten Schwamm ab. Der verbleibende leichte Grauschleier wird mit
einem Steinreiniger entfernt. Danach die Fliesen mit einem Pflegemittel behandeln.
Fugenmörtel Trocken einarbeiten
Trocken angesetzter Fugenmörtel wird mit einem Besen oder einer Bürste in die Fugen eingearbeitet.
Die Fugen fast bis oben füllen.
Flüssigen Mörtel einarbeiten
Zum Schluß fast flüssigen Mörtel mit einem fugengummi oder einem Kunststoffspachtel
in die Fugen einarbeiten und glätten.
Bodenfliesen im Dünnbett
Das modernere Verfahren, Boden- oder Wandfliesen zu verlegen, ist das sogannte Dünnbett-Verfahren: Hierbei werden die Fliesen
in eine dünne Schicht Spezialkleber eingebettet. Dieses Verfahren setzt einen völlig eben Untergrund voraus; Unebenheiten können
durch den dünnen Kleber nicht ausgeglichen werden. Wenn Sie einen eben PVC- Boden auf diese Weise verfliesen wollen, können
Sie den Kleber sofort anwenden. Wenn der Boden jedoch Niveauunterschiede aufweist, sollten Sie vorher erst einmal eine Lage
12 mm starker, Wasserfester Spanplatten auf dem Boden befestigen, ehe Sie mit dem verlegen der Fliesen beginnen.
Die Spanplatten müssen absolut schwingungsfrei verlegt werden, die Stöße dürfen auf keinerlei Höhenunterschiede aufweisen.
Der klebstoff wird mit einem Zahnspachtel aufgetragen: Die unterschiedliche Klebstoffdichte unter der Keramik-Fliese läßt dann leichte
Korrekturen zu. Fugen werden durch Fugenkreuzeauf gleichmäßige Abstände gebracht. Diese kleinen Kunststoffkreuze sind niedriger
als die Fliesen; sie verbleiben in den Fugen, wenn abschließend der Fugenmörtel aufgebracht wird.
Unebener Untergrund
Ein unebener Untergrund wird erst mit 12 mm starken, wasserfesten Spanplatten
abgedeckt, ehe die Fliesen verlegt werden.
Fliesenkleber auftragen
Fliesenkleber wird mit einem Zahnspachtel auf den Untergrund aufgetragen.
Fugenkreuze sorgen für gleichmäßig breiten Abstand.
Sockelplatten
Der Kleber für die Sockelplatten an der Wand wird auf deren Rückseite
aufgetragen. Überquellenden Kleber gleich abwischen.
Zuschnitt bei Randfliesen
Eine Fliese liegt kantendeckend auf der bereits verlegten Reihe, darüber stößt die Meßfliese an die Wand.
Die an der Raumseite entstehende Schnittlinie wird angerissen.
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