Polstern nach traditionellen Methoden
Wenn ein Stuhl abgenutzt oder durchgesessen ist, sollte man ihn aufmöbeln. Es gibt im allgemeinen zwei verschiedene Sitzeinlagen: die fest integrierte
Sitzfläche und die lose, herausnehmbare Sitzeinlage ohne Sprungfedern, die einfach in den Rahmen eingepaßt wird. Beide Sitze werden auf die gleiche
Art bearbeitet, ein Stuhl mit loser Sitzeinlage ist aber einfacher zu polstern, weil der Sitz nach Belieben gedreht werden kann und keine Sprungfedern
enthält. Bei einem Sessel ohne Federn werden die Gurtbänder befestigt, Rupfenabdeckung und Füllung erneuert, und der Rand des Polstermaterials wird mit
sogenannten blinden Stichen festgenäht. Das Polster der Sitzmöbel setzt sich im allgemeinen aus den Federn, der Auflage und dem Möbelstoff zusammen. In
den zwanziger Jahren begann die Produktion von Schaumgummi, das heute weitgehend als billiges und einfach zu verarbeitendes Polstermaterial verwendet
wird. Obwohl es Roßhaar und Seegras weitgehend verdrängte, wird bei der Restaurierung von antiken Polstermöbeln noch nach traditionellen
Methoden verfahren
Polsterwerkzeug und Polstermaterial
Zum Polstern benötigen Sie Spezialwerkzeug, das in Sattler - und Polsterwerkstätten und in Heimmverkermärkten erhältlich ist. Gurtband
gibt es aus Jute, Leinen oder Baumwollmischfasern. Bei modernen Möbeln findet man Gummigurte und Schaumstofffüllungen
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Abziehen eines alten Polsters
Das »Aufmöbeln« eines alten Polsters ist eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, ziehen Sie sich also besser alte Kleidung dazu an und tragen.
wenn nötig, einen Nasen - und Mundschutz. Zunächst lösen Sie den Unterlagenstoff und die Gurtbänder. Dazu werden mit einem Nagelheber die
Polsternägel entfernt. Nägel immer in Richtung der Holzfaser herausziehen, um eine Beschädigung des Rahmens zu vermeiden.
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Erneuern der Gurtbänder
Bei einem normalen Sessel werden die Gurtbänder in gleichmäßigen Abständen quer miteinander verflochten. Dies geschieht von vorne nach hinten, dann
von links nach rechts, bis sich eine netzartige, feste Gurtbespannung ergibt. Schneiden Sie das Gurtband jeweils erst am Schluß ab, damit Sie in
jedem Fall die richtige Länge haben. Ein modernerer Sessel ist oft mit Gummigurten bespannt, die ein Nachgeben der Sitzfläche bewirken.
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Auswechseln von Sprungfedern
Nach dem Ersetzen der Gurte sollten Sie die Federn neu befestigen. Möchten Sie nur eine lose gewordene Feder befestigen oder auswechseln, sollten
Sie zunächst den Unterlagenstoff abnehmen und die Gurtbänder lösen, indem Sie die Polsternägel entfernen. Zum Annähen der Federn an die Gurte
schneiden Sie genügend Polsterzwirn ab und fädeln diesen in eine Rundnadel.
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Alte Rupfen erneuern
Die Sprungfedern werden mit einem Stück Rupfen bedeckt, damit kein Polstermaterial durchfallen kann. Das Rupfenstück sollte etwa 2,5 cm über den
Rahmenrand gehen. Befestigen Sie es, indem Sie von der Mitte her Nägel in die Zarge klopfen. Beim Spannen des Rupfens sollten Sie darauf
achten, daß die Federn nicht zu sehr zusammengedrückt werden, denn sonst verlieren sie ihre Funktion.
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Sackleinenüberzug erneuern und anbringen
Bei manchen Sesseln oder Stühlen mit Sprungfedern ist das Polstermaterial mit Sackleinen überzogen, um der Sitzfläche die richtige Form zu geben. Darüber
befindet sich eine weitere Lage Füllung, die dann wiederum an das Sackleinen angenäht ist und mit einem Stück Kaliko bedeckt wird. Der Sackleinenüberzug
ist für die feste Form des Sitzes verantwortlich. Zwischen Sackleinen und Rupfen werden dann Schlaufen gezogen.
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Gebrochene Sitzfläche reparieren
Manchmal reicht eine etwas unglückliche Belastung, und die Sitzfläche ist entzwei. Doch Schäden dieser Art lassen sich einfach beheben. Eine gebrochene
Sitzfläche macht das Möbelstück noch nicht wertlos. Um die Sitzplatte leimen zu können, ist zunächst der Polsterstoff zu lösen. So lassen sich Leisten
als Schienen zwischen Polsterung und Platte einschieben, damit die Fläche beim Verleimen gerade bleibt
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Der verdeckte Polsterstich
Die sogenannten verdeckten Stiche sind eine spezielle Polsterstichart, um ein mit Sackleinen überzogenes Polster zu formen und zu fixieren. Eine Naht von
verdeckten Stichen drückt die Füllung an den Rand des Kissens. Für verdeckte Stiche stechen Sie die Nadel in einem Winkel von 45° ein. Ziehen Sie die
Nadel bis an das Nadelöhr durch, also nicht ganz durch
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Ausgediente Polster erneuern
Ältere Stühle werden mit Roßhaar, Wolle oder pflanzlichen Fasern gefüllt. Das Polstermaterial wird auf den Rupfen gelegt, mit großen Stichen angeheftet
und dann mit einem Stück Kaliko (fester Baumwollstoff) bedeckt. Bei modernen Stühlen besteht die Füllung aus Schaumstoff, der direkt an der
Gurtbespannung befestigt wird
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Kaliko ersetzen und befestigen
Füllmaterial, das durch Schlaufen festgehalten wird, muß mit einem Stück Kaliko überzogen werden, bevor der Schaumstoff mit dem Hauptbezug überzogen
wird. Während Sie das Füllmaterial glattstreichen, ziehen Sie den Kaliko zum Rahmen. wo sie ihn sorgfältig annageln.
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Stuhlsitzpolster erneuern und Beziehen
Auch wenn der Stuhl noch in Ordnung ist, die Schaumstoffpolsterung zeigt meistens zuerst Alterserscheinungen. Aufpolstern erhöht nicht nur den Komfort,
sondern erlaubt auch freundlichere Polsterfarben
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Hauptbezug und Abschlußarbeiten
Zum Beziehen eines Sitzes empfiehlt sich ein guter, widerstandsfähiger Polsterstoff. Dieser wird mit einer Zugabe von ringsum 7,5 cm auf das Stuhlmaß
zugeschnitten. Vor dem Anbringen des Bezugsstoffs bedecken Sie das Polster mit Polsterwatte, die ein bißchen über den Rahmen übersteht. Drücken Sie
die Watte mit einer Hand zusammen, und zupfen Sie sie an den Ecken ab
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Beziehen einer losen Sitzeinlage
Viele Esszimmerstühle haben eine lose Sitzeinlage, die man einfach in die Zarge eindrücken kann. Diese Polster haben keine Sprungfedern, die
verschiedenen Arbeitsschritte beim Reparieren eines solchen Polsters sind jedoch dieselben wie bei einer integrierten Sitzeinlage mit Federn
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Anfertigung von Polsterbezügen
Neue Bezüge geben einem alten Sessel oder Sofa ein völlig neues Aussehen. Polsterbezüge herzustellen kostet zwar Zeit und Mühe; das
Lieblingsmöbelstück, das seine besten Zeiten schon hinter sich hat, sieht danach aber wieder wie neu aus. Das genaue Einpassen bzw.
die Maße hängen von der Form des Stuhles oder Sofas ab
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Bezüge für Sessel anfertigen
Der Bezug eines Sessels besteht aus mindestens zehn Einzelteilen: zwei Seitenspannteile, zwei Armlehnen. Rückenspannteil. Rückenlehne,
Kissensitzfläche, zwei Armteilblenden und Sitzvorderboden. Bei vielen Sesseln kann man eine Armlehne als Schablone für die andere
Armlehne benutzen
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Sitzkissen beziehen
Wenn Sie Stoff für ein Sitzkissen zuschneiden, das beidseitig verwendbar sein soll, dann denken Sie daran, wie der Bezug auf dem fertigen Sitzkissen
aussehen wird, und plazieren Sie große Motive auf beiden Seiten jeweils in der Mitte, damit das Kissen wendbar ist. Die Seitenkante mit dem
Reißverschluß sollte sich auf der Rückkante des Kissens befinden
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