Wichtiges Grundwissen zum Verputzen
Der Putzgrund muss staubfrei und sauber sein. Stark saugende Untergründe wie etwa Porenbeton sollten mit Tiefengrund vorbehandelt werden. Bei schwach saugenden und glatten Untergründen wie Beton oder Kalksandstein müssen Sie zunächst einen dünnflüssigen Spritzbewurf aus 1 Teil Zement und 2 Teilen Sand aufbringen. Der Spritzbewurf macht die Oberfläche rau und vergrößert gleichzeitig die Haftfläche für den Putz. Die größte Kunst beim Verputzen liegt darin, eine möglichst glatte, flucht - und lotgerechte Fläche zu erzielen. Um dies zu erreichen, braucht man so genannte Putzleisten oder Putzlehren, zwischen denen man den Putzauftrag mit der Kartätsche oder einer langen Aluschiene abziehen kann. Wichtigstes Hilfsmittel sind Eckschienen. Sie bestehen aus verzinktem Stahlblech und haben rechts und links von der glatten Außenkante einen Streifen Steckmetall mit rautenförmigen Aussparungen. Für den Außenbereich gibt es solche Eckschienen mit wetterfest beschichteten Kanten.
Putzmörtel aufziehen
An allen Außenecken werden die Eckschienen vor dem Verputzen mit einzelnen Mörtelbatzen angesetzt. Man schneidet die Eckschiene in der erforderlichen Länge ab, gibt etwa alle 50 cm einen Mörtelbatzen auf die Kante des Mauerwerks und drückt dann die Schiene vorsichtig an. Am besten nehmen Sie zum Andrücken eine lange Aluschiene, an die Sie gleichzeitig die Wasserwaage halten. Innerhalb der Wandflächen befestigt man auf die gleiche Weise so genannte Schnellputzleisten. Die Profis vom Bau spritzen den Putz mit Maschinenhilfe an die Wand, ehe sie ihn glätten. Der Selbstbauer muss dies mit der Kelle tun. Anschließend wird der frische Putz zunächst großflächig mit der Aluschiene über den Putzlehren abgezogen und dann gleichmäßig abgerieben. Soll anschließend noch ein Oberputz aufgetragen werden, darf die Fläche ein wenig rau bleiben. Soll ein Innenputz dagegen tapeziert oder gestrichen werden, müssen Sie mit der Glättkelle Feinarbeit leisten.
Werkzeuge zum Verputzen
1 Kartätsche zum großflächigen Abziehen, 2 Reibebrett zum Glätten,
3 Glättkelle zum Aufziehen und Glätten, 4 Kelle zum Anwerfen
Verschiedene Putzarten und wo man sie einsetzt
Putz im Innenbereich dient in erster Linie dazu, die gemauerten Untergründe zu
glätten, um Tapeten oder Anstriche aufzubringen bzw. Fliesen zu verlegen.
Daneben erfüllt der Putz auch eine wichtige Funktion bei der Regulierung des
Raumklimas: Er nimmt in einem gewissen Maße überschüssige Luftfeuchtigkeit
auf und gibt sie nach und nach auch wieder ab.
Beim Außenputz ist es vor allem die Schutzfunktion, die den Putz so wichtig
macht. Er muss Regen abweisen und so verhindern, dass das Mauerwerk
durchfeuchtet wird.
Bei Putzen sind zwei Hauptgruppen zu unterscheiden: mineralische Putze und
Kunststoffputze. Mineralischer Putz besteht aus Sand und mineralischen
Bindemitteln: das sind Zement, Kalk oder Gips. Unter Zumischung von Wasser
verbinden sich die Zuschlagstoffe chemisch und bilden dann je nach Art und
Mischung Wandbeläge mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Die mineralischen Putzmörtel werden in vier Gruppen eingeteilt: reine
Kalkmörtel (P 1) für Innenputze, Kalk -Zement - Mörtel (P 11) für innen und
außen, Zementmörtel (P III) für hoch belastete Bereiche wie den Sockelbereich
des Hauses und Gipsmörtel (P IV) für den typischen Innenputz.
Kunstharzputze enthalten organische Bindemittel. Sie werden als gebrauchsfertige
Mischungen angeboten, lassen sich leicht verarbeiten und werden sowohl im Innen -
wie im Außenbereich meist als dekorative Oberputze verwendet.
Putzmaschine
Profis geben den Trockenmörtel in eine Putzmaschine, die ihn anmischt
und per Druckluft durch einen Schlauch befördert. Die Mischung wird
dann an die Wand gespritzt und abgezogen.
Handarbeit
Und so geht's in Handarbeit: Zwischen den zuvor angesetzten Putzschienen und
Eckschienen trägt man den Mörtel mit einer breiten Kartätsche auf und zieht
ihn dann gleichmäßig ab.
Weiterführende Seiten zum Thema Wandputz
Arbeiten mit Putz - ProfilenSanierung von Putzschäden
Münchner Rauputz, der Klassiker unter den Dekorputzen
Sockelputz außen renovieren
Die verschiedenen Putzarten für Innenwände
Scheibenputz und Feinputz
Wände mit Putzoptik versehen