Bei Wandfarben den richtigen Farbton treffen
Die Farbenhersteller bieten heute eine große Auswahl fertig abgetönter Wandfarben an, darunter verschiedene Weißtöne und aktuelle Trendfarben. Diese sind allerdings, verglichen mit der weißen Grundfarbe, deutlich teurer. Und wer seine Wände individuell nach eigenen Vorstellungen gestalten möchte, für den ist selber Anmischen das Mittel der Wahl. Dann wäre da noch die Entscheidung in Sachen Farbton. Hilfreich sind dabei grundlegende Farbschemata, wie sie zum Beispiel über einen Farbfächer erkennbar sind. Ein harmonisches Farbbild ergibt sich, wenn nur ein einziger Farbton verwendet wird, der unterschiedlich hell beziehungsweise dunkel abgetönt wird. Ruhige Kombinationen erzeugen Sie mit zwei oder mehr Farben, die im Farbfächer nebeneinander liegen. Eine kontrastreiche Farbzusammenstellung ergibt sich, wenn mit Komplementärfarben (beispielsweise rot und grün) gearbeitet wird. Schwarz, Weiß und Grau sowie braune, beige oder cremefarbene Töne können gut für Abtönungen und Schattierungen (Kontraste) genutzt werden. Informationen und Anregungen zu aktuellen Farbtrends und möglichen Farbkombinationen finden sich beispielsweise in Wohnzeitschriften. Praktische Beispiele lassen dort die Wirkung von Farben in Kombination mit der Einrichtung (Möbeln, Gardinen etc.) erkennen. Wer nicht allein auf sein Vorstellungsvermögen angewiesen sein möchte, findet auch auf den Internetseiten der Farbenhersteller die Möglichkeit, interaktiv Farbpaletten zusammenzustellen oder auch ganze Räume virtuell zu streichen und damit die eigenen Farbvorstellungen zu überprüfen. Sind Sie dann Ihrer Wunschfarbe näher gekommen, ergibt sich letzte Gewissheit durch die Beratung im Fachhandel oder Baumarkt.
Auf die Mischung kommt es an
Beim Händler besteht die Möglichkeit, sich einen Farbton direkt anmischen zu lassen. Auch mitgebrachte Muster, sei es ein Tapetenschnipsel oder eine
Fliese, stellen Farbmischgeräte der neuesten Generation kaum mehr vor Probleme. Sie lesen die Musterfarbe per Scanner ein und liefern dann die Formel
für die Mischung. Allerdings empfiehlt es sich in jedem Fall, mittels Teststreifen zu prüfen, wie die getrocknete Farbe tatsächlich aussieht. Ein
entscheidender Vorteil des Mischenlassens ist natürlich die sichere Reproduzierbarkeit des Farbtons, falls man ihn einige Zeit später noch einmal benutzen
möchte (oder sich in der benötigten Menge verschätzt hat). Wer die Farbkarte aufbewahrt oder sich den Kode notiert, ist auf der sicheren Seite.
Für alle, die selbst rühren wollen, stehen Abtönfarben in unzähligen Varianten und verschiedenen Größen zur Verfügung. Meist ist das Mischverhältnis für
unterschiedliche Farbintensitäten auf der Verpackung angegeben. Auch clevere Dosiervorrichtungen helfen beim Erzielen des individuellen Wunschtons. Der
lässt sich nur reproduzieren, wenn Sie sehr genau arbeiten und sich alle Angaben notieren. Verwenden Sie zum Abtönen mehrere Farben, macht das die Sache
natürlich deutlich schwieriger. Mischen Sie stets in ausreichend großen Gefäßen und mit einem Rühraufsatz für die Bohrmaschine, Handrühren reicht nicht.
Farbprobe
um beurteilen zu können, wie ein Farbton
später an der Wand tatsächlich aussieht, sollte die Farbprobe gut durchgetrocknet sein (diesen Prozess kann man mit einem Fön beschleunigen) - nasse
Farbe wirkt immer etwas dunkler. Außerdem ist es wichtig, die Probe senkrecht zu betrachten und sie nicht flach hinzulegen, da die Wandflächen das
einfallende Licht weniger reflektieren und dementsprechend dunkler wirken. Darüber hinaus sollten die Lichtverhältnisse, in denen man die Farbprobe
beurteilt mit den realen Lichtverhältnissen im zu streichenden Raum in etwa übereinstimmen. Es lohnt sich also, sich kurz die Zeit zu nehmen, um - zum
Beispiel aus dem Baumarkt - mit der Probe ins Freie zu treten und sie im Tageslicht zu betrachten.
Die Wandfarbe muss zur Abtönfarbe passen!
Wichtig: Die Wandfarbe muss zur Abtönfarbe passen! Es empfiehlt sich daher, beide Produkte von demselben Hersteller zu kaufen, da diese genau aufeinander
abgestimmt sind. Bei der Verwendung spezieller Dispersionsfarben ist dies besonders wichtig, und Sie sollten frühzeitig prüfen, ob ein Abtönen überhaupt
beziehungsweise in der gewünschten Intensität möglich ist. Unter Umständen gehen die besonderen Eigenschaften (beispielsweise eine Sperre gegen
Nikotinflecken) durch zu viel Abtönfarbe verloren. Und wer weiße Umweltfarbe abtönen will, sollte auch bei der bunten Variante gesundheitsbewußt bleiben
und die ergänzende Abtönfarbe wählen. Wird keine Dispersionsfarbe verwendet, sondern eine Naturfarbe, muss sie mit entsprechenden Zusätzen eingefärbt
werden. Erkundigen Sie sich vorher, ob Ihr Wunschton mit natürlichen Pigmenten hergestellt werden kann. Vor jedem Mischen - egal, ob mittels Maschine beim
Händler oder im Eimer daheim ist natürlich eine sorgfältige Bedarfsermittlung erforderlich. Seien Sie bei der Mengenberechnung nicht knauserig, es ist sehr
ungünstig, wenn Ihnen in der Wandmitte Farbe ausgeht.
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