| Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen

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Wenn die Kostbarkeit in wenige, große und glattrandige Stücke zerbrochen ist, können Sie das Porzellan reparieren ohne viel Aufwand zu machen

Porzellan reparieren, Porzellan und Keramik unterscheiden sich nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch im Herstellungsprozeß: Keramik wird bei Temperaturen zwischen 800 und 1100° C gebrannt, für das wesentlich feinere, aber auch festere Porzellan sind Temperaturen zwischen 1200 und 1450° C erforderlich.

 

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen



Porzellan reparieren

Was die gebrannte Erde so dauerhaft und widerstandsfähig macht, ist der Schmelzprozeß im Brennofen. Den eigentlichen Schutz bringt jedoch die Glasur – gewissermaßen der Lack. Sie schließt sich während des Brennens wie ein schützender Panzer um den irdenen Kern.

 

Dieser Schutz ist perfekt gegen Schmutz, Säuren und Laugen – aber natürlich völlig unzureichend bei Gewalteinwirkung. Ein Schlag, ein Stoß – und ein wohlgeformtes, fein dekoriertes Teil aus Porzellan zerbricht in tausend Stücke. Dann gilt es zu retten, was zu retten ist. Wenn die Kostbarkeit in wenige, große und glattrandige Stücke zerbrochen ist, lässt sich der Schaden ohne viel Aufwand beheben. Bei vielen kleinen Teilen wird die Reparatur zum Puzzlespiel. Bevor Sie ans Werk gehen, überlegen Sie sich, ob sich die Mühe wirklich lohnt.

 

Das wird gemacht, Porzellan reparieren

  • Prüfen, ob es sich um Porzellan oder um Keramik handelt
  • Gründlich entfetten und reinigen
  • Kleber auftragen
  • Fixieren mit Klebeband, Schrumpffolie und Klammern
  • Fehlende Teile ergänzen
  • Übergänge verschleifen
  • Farben nachbessern, lackieren

 

Material

  • Destilliertes Wasser
  • Seife, Spülmittel
  • Reinigungsmittel
  • Lappen, Bürste
  • Sekundenkleber
  • Zweikomponentenkleber auf Epoxydharzbasis

 

Werkzeug zum Porzellan reparieren

  • Naßschleifpapier
  • Pinsel
  • Emaillelack
  • Klarlack

 

Nicht Heiß Abwaschen

Wenn Sie Ihre alte Vase mit viel Mühe und Geduld zusammengesetzt und geklebt haben, soll sie zwar wieder gesäubert werden können, arbeiten Sie jedoch auf keinen Fall mit heißem Wasser: Die Kleb- und Füllstoffe sind nicht hitzefest. Sie sind meistens auf der Basis von Epoxyd hergestellt, das sich bei Wärme Einfluss auflöst. Deshalb dürfen Sie nur mit lauwarmem Wasser und einem nicht aggressivem Spülmittel für Sauberkeit sorgen.

 

Alle Schmutzreste gründlich entfernen

Damit Kleber und Kitt gut haften können, müssen alle Schmutz- und Fettreste gründlich entfernt werden. In einer Porzellan Klinik geschieht das – ohne Berührung des Objektes – im Brennofen bei mindestens 3500 C. Solche Temperaturen lassen sich im normalen Küchenherd jedoch nicht erreichen.

 

Wer als Hobby Töpfer einen Brennofen besitzt, kann Schmutz und Rückstände ohne Mühe durch Hitzeeinwirkung beseitigen. Allerdings müssen Sie vermeiden, die Scherben an den Bruchkanten mit den Fingern zu berühren. Das gilt auch für die normale Reinigung mit Spülmittel. Bevor Sie mit Wasser, Bleichmittel, Bürste und Tuch vorgehen, sehen Sie sich die Bruchstücke genau an. Es kann sich herausstellen, dass sogar ein leichtes Spülbad schon Zuviel des Guten ist.

 


Feine Haarrisse in der Glasur offenbaren Öffnungen, durch die Wasser tief in das Material eindringen kann. Das ist speziell bei Keramik schädlich: Die Feuchtigkeit dringt in den Ton ein wie in einen Schwamm. Wenn Sie jetzt auch noch mit einer kräftigen Bürste auf der Oberfläche arbeiten, kann die Glasur vollständig abplatzen.

 

Wenn Sie ganz vorsichtig sein wollen, nehmen Sie destilliertes Wasser für das Spülbad.

 

Porzellan reparieren, Nicht zu lange baden

Das Spülmittel sollte möglichst mild und ohne Salmiakanteile sein. Sie können zum Beispiel mit einfacher grüner Seife arbeiten; sie erfüllt den Reinigungszweck gut genug.

 

Die Scherben dürfen nicht zu lange im Spülbad liegen, nach ein bis zwei Minuten etwa sind normale Schmutzreste gut eingeweicht und können mit einem weichen Lappen weggewischt werden. Hartnäckige Flecken bürsten Sie mit einer alten Zahnbürste ab. Bei dieser Methode können Sie das empfindliche Objekt viel sanfter behandeln als mit einer großen Spülbürste. Die gesäuberten Scherben jetzt kurz in sauberem, möglichst destilliertem lauwarmen Wasser spülen und dann gut trocknen lassen.

 

Für einfaches Geschirr ohne kostbares Dekor sollten Sie Aceton, Brennspiritus, Testbenzin oder die üblichen Fleckenmittel verwenden. Dosieren Sie sparsam, und reiben Sie nicht zu kräftig. Natürlich muss immer gut gelüftet sein, also: Fenster während der Arbeit immer geöffnet halten!

 

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Die Bruchstücke werden zunächst mit ganz normalem Spülwasser gereinigt. Eine alte Zahnbürste ist dafür das geeignete Werkzeug.

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Nach der Reinigung müssen alle Teile noch einmal in klarem Wasser gespült werden. Danach haftet der Kleber besser.

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Reinigungstipp: Lassen Sie sandfeuchtes Salz 2 bis 3 Stunden auf den Schmutzfleck einwirken, dann vorsichtig abwischen.

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Mit einem Pfeifenreiniger kommen Sie auch gut in Ecken, Kurven und Winkel – wie hier beispielsweise bei der Sauciere.

Keine Aggressiven Reinigungsmittel

Porzellan hat eine glatte, glasharte Oberfläche: die Glasur. Das Dekor darauf kann – wenn es handgemalt ist – sehr empfindlich sein. Das gleiche gilt für feine Risse in der Glasur. Hier kann leicht Feuchtigkeit eindringen und die Glasur „von innen“ angreifen. Aggressive Reinigungsmittel machen diesen Prozess nur noch schlimmer. Versuchen Sie es also zunächst mit grüner Seife.

 

Porzellan reparieren, Kleben und fixieren der Bruchstücke

Kleber gibt es in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Härtezeiten. Spezielle Porzellan-Glaskleber sind farblos und spülbeständig. Am besten ist ein Kleber, der ohne große Vorsichtsmaßnahmen zu verarbeiten ist und möglichst rasch abbindet.

Bei sog. Kontaktklebern bleibt keine Zeit, die Teile geradezu rücken : vorher falsch fixiert, haften sie schief aneinander. Zudem hat Sekunden Kleber selten Fülleigenschaften. Er ist also nur für glatte Brüche geeignet. Außerdem ist er sehr dünnflüssig und läuft deshalb in feinste Fugen.

Legen Sie zunächst alle Scherben im Klebebett zusammen, und lassen Sie den Schnellkleber dann einfach in die Fugen laufen.

Zuerst probepassen

Für offenporiges Material wie Keramik brauchen Sie einen Kleber mit guten Fülleigenschaften. Die hat jeder Zweikomponentenkleber oder ein Klebe-Gel zu bieten. Die pastöse Masse darf ebenfalls nur dünn aufgestrichen werden – was herausquillt, müssen Sie nachher mühselig entfernen. Vorsicht allerdings mit den Fingern: Der Kleber haftet hartnäckig auf der Haut.

Alle diese Kleber binden mehr oder weniger schnell ab. Deshalb müssen alle Teile sicher fixiert werden. Bei großen Bruchstücken ist das recht einfach, ein großer, aber kompletter Scherbenhaufen lässt sich am besten im „Klebebett“ zusammenfügen.

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Geklebte Teller aus zwei oder drei großen Scherben zum Härten einfach in eine leicht geöffnete Schublade stellen und fixieren.

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Auch mit Klemmzwinge, Leisten und Gummibändern lässt sich ein Teller so lange ruhigstellen, bis der Kleber durchgetrocknet ist.

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Mit einem dünnen Papiermesser z. B. lässt sich der Kleber fein verstreichen. Vorsicht: Berühren Sie die Masse nicht mit den Fingern.

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Wenn Sie mit einem Plastikstreifen über die Fuge streichen, darf kein Absatz zwischen den geklebten Teilen zu spüren sein.

Fixieren mit Fön und Knetmasse

Der mit Klebeband fixierte Teller wird in Schrumpffolie gewickelt. Jetzt solange föhnen, bis sich die Folie stramm herumzieht.

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Ein Klebebett aus Knetmasse ist ideal für viele kleine Teile. Den Formabdruck stellen Sie mit einem heilen Teller her.

Fehlende Teile ergänzen, Löcher ausfüllen

An fehlenden Scherben sollte eine Reparatur nicht scheitern. Wenn während des Zusammenfügens irgendein Teil fehlt, machen Sie einfach weiter: In den meisten Fällen können Sie ohne weiteres um das verbleibende Loch herumbauen. Ist die Lücke zu groß oder sitzt sie an einer Stelle, die für die Festigkeit des gesamten Gegenstandes entscheidend ist, muss hier zunächst provisorisch unterstützt werden.

 

Versuchen Sie, die Teile mit Klebeband zu fixieren und festzuhalten. Notfalls geht es auch mit einem Stück kräftiger Pappe. Wenn Sie stützendes Hilfsmaterial nehmen, können Sie mit dem Aufbau zügig weitermachen. Ist das nicht möglich, müssen Sie so lange warten, bis der Kleber ausgehärtet ist und Sie dann mit der nächsten Schicht weiterarbeiten können.

 

Ein geeigneter Lückenfüller ist Knetmasse. Aber auch hier müssen Sie die relativ weiche Masse von außen mit Klebeband abstützen.

 

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1. Größere Lücken abkleben und von innen mit Knetgummi eine“ Musterscherbe“ andrücken. Danach das Flickstück aus Füllmasse formen.

 

 

 

 

 

 

 

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen2. Mit feinem Nass Schleifpapier und viel Wasser wird geglättet. Auch innen alle überstehenden Reste sorgfältig verschleifen.

 

 

 

 

 

 

 

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllen3. Mit feinem Pinsel wird retuschiert. Bei einer solchen Vase reicht üblicher Emaille Lack völlig aus. Wichtig ist der richtige Farbton.

 

 

 

 

 

 

 

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4. Klarlack lässt Glanz aufziehen und ersetzt die Glasur. Das gilt nur für Zier Gegengenstände. Essgeschirr muss gebrannt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kitten und Spachteln

Erst wenn der zusammengesetzte Gegenstand fest verklebt ist, können Sie damit beginnen, fehlende Teile zu ersetzen. Bei kleinen Lücken geht das am besten mit einem Spezialkleber. Er hat zudem ausreichende Fülleigenschaften.

 

Mischen Sie die Klebmasse etwas dicker, pastöser an als beim Kleben selbst; dann wird eingefüllt. Die meisten Zweikomponentenspachtel oder Kleber sind auf Epoxid-Basis hergestellt und haben verschieden lange Abbinde Zeiten, die Sie durch das Mischungsverhältnis beeinflussen können. Wichtig ist, dass Härter und Kleber vollständig und homogen vermischt werden.

 

Sie können auch die Abbinde Zeit ausnützen und den Kleber erst kurz vor dem Erhärten einfüllen. Den optimalen Zeitpunkt müssen Sie eventuell durch mehrfaches Ausprobieren ermitteln.

 

Große Lücken lassen sich oft nicht in einem Arbeitsgang füllen: Sie müssen Schicht für Schicht aufbauen. Das setzt allerdings viel Geduld voraus, denn dann muss abgewartet werden, bis die jeweils untere Schicht wirklich vollständig durchgetrocknet ist.

 

Porzellan reparieren, sorgfältiges kitten, kleben und füllenEin “ Brei “ aus Zweikomponenten-Klebstoff ist die richtige Mischung zum Auffüllen kleiner Löcher. Spachteln Sie die Masse gut auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Oberfläche ausgleichen

Ganz zum Schluss müssen Sie Füllstoff und Oberfläche angleichen. Das machen Sie mit Nass Schleifpapier. Wenn Sie mit dem Fingernagel auf der Naht keine Unebenheit spüren, ist das Ergebnis optimal – Sie haben gut gearbeitet. Eine abschließende gründliche Farbretutsche und eine satte Lasur aus Klarlack machen das Stück wieder wie neu.

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