Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier Werkstücke

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier Werkstücke

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Eine stabile und zugleich fachgerechte Konstruktion zum verbunden zweier Werkstücke sind verleimte Schlitz und Zapfen Holzverbindungen

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen. Wenn zwei Hölzer stumpf miteinander verleimt werden, ist die Leimfläche gerade so groß wie die sich berührenden Holzflächen. Bei einer Schlitz-und-Zapfen-Verbindung dagegen ist die Leimfläche deutlich größer und daher von höherer Festigkeit.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier Werkstücke



Schlitz und Zapfen Holzverbindungen

Die größere Leimfläche entsteht durch die besondere Konstruktion von Schlitz und Zapfen. Ein Zapfen hat etwa ein Drittel der Stärke des Querholzes, aus dem er gearbeitet wird. Bereits ohne Leim werden beide Teile stramm zusammenpassen, wenn Sie sorgfältig gearbeitet haben.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen werden vielfach angewandt: Bei Fensterrahmen und Stühlen etwa, oder um Beine und Zargen des Tischgestells zu verbinden und beim Bau von Möbeltüren, um einen massiven Rahmen zu schaffen, der die Türfüllung trägt. Für den Heimwerker, der es vorzieht mit massivem Holz zu arbeiten, gehört diese Konstruktion zu den wichtigsten Techniken bei der Anfertigung der unterschiedlichsten Gegenstände.

 

Der Zapfen kann unterschiedlich geformt sein; der Schlitz im Gegenstück muss in jedem Falle dieser Form genau entsprechen. Grundsätzlich gilt, dass sich der Schlitz immer im aufrechten Teil einer Verbindung, der Zapfen dagegen im Querholz befinden soll.

 

Wichtig ist auch, dass Schlitz und Zapfen Holzverbindungen nur in abgelagertem Holz –  d. h. in Holz, das nachträglich nicht weiter austrocknet und schwindet,  verarbeitet werden soll.

 

Das wird gemacht

  • Positionen und Stärken von Zapfen und Schlitz auf den beiden Werkstücken anreißen
  • Zapfenflanken anschneiden, danach Zapfen absetzen
  • Schlitz anschneiden und ausstemmen – oder ausbohren und ausstemmen
  • Beide Teile probehalber ohne Leim zusammenfügen und eventuell korrigieren
  • Werkstücke mit Leim zusammenfügen und Winkel überprüfen

 

Werkzeug

 

Abgewandelte Konstruktionen der Schlitz und Zapfen Holzverbindungen

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeDieser Zapfen wird durch das Seitenteil gesteckt, die überstehende Zapfenspitze mit der Außenseite bündig geschliffen

 

 

 

 

 

 

 

 


Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeEin Zapfen mit Bei Zapfen. Er hat ein Drittel der Zapfenlänge und bleibt an der Hirnholzkante des Seitenteils unsichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der einfachsten Ausführung, bei einer Eck- oder bei einer T-Verbindung, reicht der Zapfen durch das in voller Tiefe geschlitzte Gegenstück.

 

Bei schwierigen Versionen, die zumeist durch die Konstruktion des Werkstücks bedingt sind, wird der Zapfen nicht durch durch-, sondern nur in das Gegenstück eingesteckt. Oft wird der Zapfen in seiner Länge gekürzt und in einen entsprechend kürzeren Schlitz gesteckt.

 

Bei einer Eckverbindung bleibt so der Zapfen völlig unsichtbar. Bei anderen Ausführungen ist der Zapfen so lang, dass er über die Außenseite des Gegenstücks hinausragt und dort durch zwei Keile zusätzlich gesichert wird. Zuweilen haben die Keile keine Befestigungsfunktion, sondern sind nur aus dekorativen Gründen eingesetzt.

 

Für alle Versionen gilt, dass der Zapfen etwa ein Drittel so stark ist wie das betreffende Werkstück. Seine „Schultern“ rechts und links also ebenfalls je ein Drittel der Materialstärke ausmachen.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeKeile an den Schmalseiten des Zapfens geben mehr Festigkeit. Der Zapfen wird geschmälert, die Keile werden nachträglich eingesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeAbgesetzter oder verdeckter Zapfen, in dem zwei Keile für zusätzlichen Halt sorgen. Das Zapfenende bleibt im Seitenteil unsichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anreißen

Das Anreißen bestimmt die Qualität der Verbindung. Außer Streichmaß und Winkel brauchen Sie eine Reißnadel bzw. einen Spitzbohrer. Damit fallen die Reißlinien auf den Werkstücken sehr fein und präzise aus; sie sind für Säge und Stemmeisen viel genauere Leitlinien als verhältnismäßig dicke Bleistiftstriche.

 

Als erstes wird der Zapfen angerissen. Geben Sie 2-3 mm für den Überstand zu. Der Zapfen macht ein Drittel der Materialstärke aus. Beim Übertragen der Reißlinien auf das Gegenstück sollten Sie dieses am besten auf der Werkbank fest einspannen, so dass lediglich das bereits angerissene Teil gehalten werden muss.

 

Wenn die Risse ungenau ausfallen, haben Sie später Ärger beim Zusammenbau. Schraffieren Sie das Abfallholz neben dem Zapfen und auf der Schlitzfläche.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeDie Reißlinien werden mit einem Spitzbohrer bzw. einer Stechahle angezeichnet, damit sie besonders fein und genau ausfallen.

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeDie mit dem Dorn des Streichmaßes auf den Längsseiten angerissenen Seitenlinien des Zapfes werden auf das Hirnholz übertragen.

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen sägen

Größtmögliche Genauigkeit kann bei diesem Arbeitsgang nur dadurch erreicht werden, dass das jeweilige Werkstück fest eingespannt wird: Beide Hände müssen frei sein, damit die Säge genau geführt werden kann. Setzen Sie die Säge – unter Berücksichtigung des Sägespaltes – richtig an.

 

Beim Zuschnitt des Zapfens wird die Säge dicht außerhalb der Reißlinie im Abfallholz angesetzt; Schlitze im Hirnholz sägt man innen an den Rissen entlang.

 

Bleibt die Reißlinie jeweils stehen, wird nachher die Verbindung tatsächlich „auf den Schnitt genau“ zusammenpassen.

 

Beim Zapfen schneiden Sie erst die Länge zu, dann wird das Werkstück flach liegend eingespannt oder in einer Schneidlade gehalten, damit der Zapfen „abgesetzt“ werden kann.

 

Der Schlitz einer T-Verbindung muss ohne Säge hergestellt werden. Das Ausstemmen können Sie vorbereiten, indem Sie mit einem passenden Bohrer einige Löcher setzen, und so bereits reichlich Material aus dem Schlitz entfernen. Das Ausstemmen wird dadurch dann leichter – und auch genauer ausfallen.

 

Die Bohrer Stärke muss einige Millimeter unter der Schlitzbreite liegen, sonst besteht die Gefahr, dass der Bohrer die Reißlinien anschneidet – dadurch eine unregelmäßig schließende Leim Fuge erzeugt und die Verbindung schwächt.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeZum Anschneiden des Zapfens oder des Schlitzes das Stück einspannen und jeweils erst die Schmalseite des Werkstücks einsägen.

 

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeSchlitze im Langholz können nicht angesägt werden: Mit einem Bohrer wird
soviel Material entfernt, dass das Ausstemmen leichter fällt.

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeUm dem Zapfen seine endgültige Form zu geben, wird er flach in eine Schneidlade eingelegt und sauber ab gelängt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp Feinsäge

Je feiner die Säge ist, desto besser. Aber auch eine Feinsäge erzeugt immer noch einen gewissen Sägespalt, der wegen der Schränkung der Zähne etwas breiter als das Sägeblatt selbst ist. Deshalb die Säge sehr vorsichtig ansetzen und den Daumen der (auf das Werkstück aufgestützten) linken Hand als sichere Führung benutzen, bis die Säge soweit in das Abfallholz eingedrungen ist, dass sie nicht mehr seitlich verspringen kann.

 

Ausstemmen

Das Stemmeisen wird passend zum Schlitz gewählt: Seine Klinge muss schmaler als der Schlitz sein, damit auch dessen Schmalseite sauber ausgestemmt werden kann. Arbeiten Sie dicht neben den Riss Linien im Abfallholz. Das Werkzeug sticht an den Außenkanten des Schlitzstücks immer senkrecht nach unten; stemmen Sie niemals schräg nach innen, weil Sie sonst die Kanten abdrücken.

 

Ein durchgehender Schlitz wird erst von der Winkelkante aus eingestochen und ausgestemmt; den letzten Rest des sogenannten Schlitzbrettchens nimmt man dann von der Gegenseite aus. Nicht durchgehende Schlitze werden geringfügig tiefer gearbeitet, als der einzusteckende Zapfen lang ist.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeEin durch das Vorbohren bereits weitgehend ausgehöhlter Schlitz wird mit
einem Stemmeisen passender Breite ausgestemmt.

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeSo ist das Vorgehen beim Ausstemmen: Man arbeitet sich Schicht für Schicht tiefer vor. Für verkeilte Zapfen den Schlitz verlängern.

 

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, Doppelzapfen

Zum Verbinden besonders breiter Werkstücke verwendet man oft doppelte Zapfen, die zwar die Leimfläche nicht wesentlich vergrößern, aber das Holz des Seitenteils weniger schwächen. Bei dieser Ausführung wird zuerst ein über die ganze Breite des Werkstücks reichender Zapfen geschnitten. Dann drittelt man die Zapfenbreite durch zwei neue Riss Linien und trennt das Mittelstück mit einer Form Säge heraus.

 

Erst danach werden im Gegenstück die Positionen und Umrisse der beiden Schlitze angerissen. Die Schlitze werden – wie üblich – mit Bohrer und Stemmeisen ausgehoben.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeBreiten Werkstücken gibt ein Doppelzapfen besseren Halt und höhere Verwindungsfestigkeit. Im Gegenstück befinden sich zwei Schlitze.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeDas Abfallstück zwischen den Zapfen ist mit einer Laub- oder Form Säge auszusägen. Die Längsschnitte müssen genau parallel verlaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einpassen

Wenn ein Zapfen zunächst nicht in den Schlitz passen will, sind die Abmessungen zu knapp gearbeitet. Zuviel stehengebliebenes Material kann immer noch abgetragen werden, während umgekehrt Zuviel weggesägtes oder ausgestemmtes Holz auch durch noch so viel Leim nicht wieder ersetzt werden kann.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier WerkstückeMit einem scharfen Stemmeisen werden die Hirnholzkanten an geschrägt, damit sich der Zapfen besser in den Schlitz einsetzen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Trocken einpassen

Schlitz und Zapfen sollten immer erst einmal ohne Leim probeweise zusammengefügt werden. Die beiden Teile sind solange geringfügig zu korrigieren, bis sie sich bündig ineinander stecken lassen, ohne dabei Zuviel Spiel zu haben. Je genauer die Teile passen, um so besser bindet der Leim.

 

Beim Zusammensetzen ist vor allem darauf zu achten, dass die Teile im rechten Winkel zusammengefügt werden; setzt man den Zapfen schräg ein, besteht die Gefahr, dass eine Außenkante des Schlitzes abgedrückt wird.

 

Damit sich der Zapfen besser in den Schlitz einsetzen lässt, sollte er an den Hirnholzkanten leicht angefast werden. Bei einem durchgehenden Zapfen darf das Holz aber nicht zu stark an geschrägt werden, weil sonst kein sauberer Abschluss auf der Außenseite des Schlitzes entsteht.

 

Erst wenn durch das Nacharbeiten Schlitz und Zapfen genau zusammenpassen, wird gleichmäßig Leim auf alle Flächen gestrichen. Nach dem Zusammenfügen der Stücke ist herausquellender Leim sofort von der Holzoberfläche abzuwischen.

 

Verkeilte Zapfen

Noch höhere Festigkeit bekommen Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, wenn von außen Keile in den Zapfen eingetrieben werden. Sie können sowohl in durchgehende als auch in versteckte Zapfen (etwa in einem Sackloch eingesetzt, werden.

 

Je nachdem, um welche Art von Verbindung es sich handelt, können Sie die Keile nachträglich von außen eintreiben oder aber in den Zapfen stecken, bevor dieser in den Schlitz eingesetzt wird. Die verwendeten Keile sollten schlank und auf keinen Fall zu lang sein.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen, die Verbindung zweier Werkstücke

Schlanke Keile sichern einen Zapfen zusätzlich; sie können aber auch aus dekorativen Gründen in diese Verbindung eingesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp

Wird der Zapfen-Überstand abgehobelt oder bündig zur Holzoberfläche mit der Raspel entfernt, muss immer von der Schmalseite des Zapfens auf dessen Mitte zu gearbeitet werden. So können keine Holzsplitter ausreißen.