Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Eine gute Haftung für den Teppichboden, ohne ihn vollflächig – und damit nur schwer wieder lösbar – mit dem Untergrund zu verkleben

Gute Haftung für den Teppichboden. Im Grunde ist es ziemlich einfach, einen Raum mit Teppichboden auszulegen. Das gilt vor allem dann, wenn alle vier Wände absolut gerade und alle vier Ecken rechtwinklig verlaufen. Doch jeder Heimwerker weiß aus Erfahrungen beim Tapezieren oder Täfeln, dass es solche Räume gar nicht gibt.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Da laufen Wände aus dem Lot, Nischen und Vorsprünge sind zu berücksichtigen, Heizungsrohre und Türrahmen sind im Weg. All diese Klippen zu umschiffen, erfordert viel Zeit und Arbeitsaufwand. Deshalb lohnt es sich, den neuen Bodenbelag selbst zu verlegen. Sie sparen dadurch beträchtliche Kosten ein, denn gerade diese Arbeiten sind sehr zeit- und lohnintensiv.

Da ein Teppichboden guter Qualität nicht ganz billig ist, sollten Sie mit präziser Planung und der richtigen Technik darangehen, den Bodenbelag zu verlegen!

Einige Grundregeln und Tricks – die wir den Profis abgeschaut haben – sind für alle Arten von Teppichboden unbedingt zu beachten, wenn Sie ihn so verlegen wollen, dass er Ihnen viele Jahre Freude macht.

 

Gute Haltbarkeit

Überlegen Sie zuerst, welchen Beanspruchungen der neue Belag in Ihren Räumen genügen muss. Viele Qualitätsprodukte sind mit einer Kennzeichnung versehen: Sie widerstehen leichter (zwei Sterne), manche sogar sehr starker Beanspruchung (fünf Sterne).

Eine Zwei-Sterne-Ware, die vor allem als Fußbodenbelag für Schlafräume geeignet ist, wird in einem von der ganzen Familie benutzten Wohnraum nicht lange in Form bleiben. Messen Sie zunächst die größte Länge und Breite des Raumes aus. Nehmen Sie an mindestens zwei Stellen Maß. Die Wände könnten schief laufen.

Achtung: Türdurchgänge, die zusätzliche Länge beanspruchen, nicht vergessen! Zu diesen Maßen geben Sie pro Wandseite 10 cm hinzu, um die Kanten exakt beschneiden zu können. Beim Einkauf hilft Ihnen eine maßgerechte Skizze, die günstigsten Bahnbreiten zu finden und Nähte zu vermeiden oder zumindest unauffällig zu platzieren.

 

Gute Haftung für den Teppichboden. Lose Verlegung

Die einfachste Art, einen Raum mit Teppichboden auszulegen, ist die lose Verlegung ohne jede feste Verbindung zwischen Belag und Boden. Natürlich geht dies nur, wenn der Raum verhältnismäßig gering beansprucht wird.

In Frage kommen für diese Verlegung Schlafräume, Gästezimmer, selten benutzte Nebenräume und – mit waschfester, vollsynthetischer Teppichware ausgestattet – sogar Badezimmer die gründlicher Nass Reinigung bedürfen.

Wird Bahnware lose verlegt, sollten Sie stets Qualitäten mit Planschaumrücken, Latex- oder Gummibeschichtung wählen.

Teppichböden mit Geweberücken sind ungeeignet, weil die Rutsch- und Unfallgefahr sehr groß ist. Zudem neigen diese Gewebe dazu, sich schon bei geringen Schwankungen der Luftfeuchtigkeit hochzuwölben und dadurch zur Stolperfalle zu werden.

 

Gute Haftung für den Teppichboden. Teppichfliesen

Selbst die ziemlich kleinen Teppichfliesen können auf größeren Flächen durchaus lose verlegt werden. Sie bieten – verlegetechnisch – den Vorteil, durch ihr Gewicht und den gegenseitigen Halt, auch ohne Befestigung auf dem Boden, sicher zu liegen.

Für vielbegangene, enge und schmutzgefährdete Räume haben sich Teppichfliesen als praktisch erwiesen: Sind sie nicht mehr zu säubern, kann man sie einfach aufnehmen und durch neue ersetzen. Denken Sie daher beim Kauf gleich an Ersatzfliesen.

 

 

Gute Haftung für den Teppichboden. Trittsicherheit

Auf ein Mindestmaß an Sicherheit sollten Sie allerdings auch bei loser Verlegung nicht verzichten: Sichern Sie unbedingt Türdurchgänge und andere Übergänge, damit sich der Belag nicht hochwölbt und aufribbelt. Bauen Sie eine Abschluss Schiene ein, oder kleben Sie die Kante mit doppelseitigem Klebeband fest.

Wichtig: Wenn Sie die Fläche nicht mit einem durchgehenden Stück Teppichboden abdecken können, müssen alle Nahtstellen durch Verkleben gesichert werden.

An Werkzeugen benötigen Sie für die lose Verlegung nur ein scharfes Teppichmesser mit geraden und mit Hakenklingen, zum Nahtschneiden eine Anlegeschiene und für knifflige Ecken eine Teppichschere.

 

Gute Haftung für den Teppichboden. Mit Verlegeband arbeiten

Gute Verlegebänder haben zum Teppichrücken hin einen stärkeren, zum Unterboden einen schwächeren Kleberauftrag. Sie haften auf jedem sauberen, festen und fettfreien Untergrund. Verlegen Sie mit ihnen nur Ware mit Planschaum- oder Gummirücken.

Geweberücken haften nicht. Beginnen Sie die Arbeit damit, das Verlegeband mit einem Meter „Maschenweite“ netzartig auf den Boden zu kleben.

Verlegen Sie das Klebeband faltenlos und drücken Sie es fest an.

Die Deckfolie belassen Sie dabei zunächst auf dem Klebeband.

Der zweite Arbeitsschritt:

Legen Sie den Teppich aus und schneiden Sie die Kanten paßgerecht zu. Der zugeschnittene Teppich bleibt ein paar Tage unverklebt liegen, damit sich etwaige Falten „geradeliegen“ können. Erst dann verkleben Sie den Teppichboden.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Das Verlegeband wird in Abständen von einem Meter auf den Untergrund geklebt – die Deckfolie wird zunächst nicht entfernt.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Das Verlegeband am Rand ziehen sie zuletzt ab – so können Sie kleine Ungenauigkeiten noch bis zum letzten Moment ausgleichen.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Alle Teppichstöße müssen durch Klebeband gesichert sein. Damit die Kanten exakt passen, werden sie längs einer Schiene geschnitten.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegenetz einsetzen

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Das Teppich-Verlegenetz wird von der Rolle direkt auf den Unterboden geklebt – quer zur späteren Verlegerichtung des Teppichbodens:

Ein Teppichboden bleibt um so länger in Form, je „vollflächiger“ er verklebt wird. In jedem viel begangenen Raum bilden sich Laufpfade, in deren Richtung der Teppich auswalkt und dann Falten wirft: ein unschöner Anblick.

Dem beugen Sie mit einem Teppichverlegenetz vor, das den Bodenbelag vollflächig fixiert und Walkbewegungen verhindert.

Was diese Verlegemethode außerdem beliebt macht: Es ist ebenso leicht, den Teppichboden auf dem Verlegenetz aufzubringen wie auf gewöhnlichem Verlegeband. Das Verlegenetz rollen Sie glatt auf dem Unterboden aus – quer zur Verlegerichtung des Teppichs, um eine möglichst strapazierfähige Verbindung zu schaffen.

 

Dosierte Haftung

Auf dem Boden haftet das Netz weniger stark als auf dem Teppichrücken. Es lässt sich daher problemlos, ohne Spuren zu hinterlassen, bei einem etwaigen Umzug wieder vom Untergrund aufnehmen. Auf der Oberseite ist das Verlegenetz mit einer glatten Schutzfolie abgedeckt, auf der Sie den Teppichboden leicht einrichten und genau zuschneiden können.

Dann lassen Sie ihn ein paar Tage zum Glätten ruhen, klappen ihn anschließend bis zur Raummitte zurück, ziehen die Schutzfolie ab und verkleben zunächst die eine, dann die andere Hälfte auf dem Verlegenetz.

Wollen sie den Bodenbelag später wieder entfernen, beginnen Sie in einer Ecke des Raumes, Verlegenetz und Teppich gemeinsam hochzuziehen. Der Teppichboden wird dabei nicht beschädigt. Das Verlegenetz-Verfahren eignet sich nur für Teppichböden mit Planschaum- und Gummirücken.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Der Teppichboden wird auf dem Verlegenetz kräftig von der Mitte nach außen angerieben. Stoßkanten zusätzlich mit Klebeband sichern.

 

Haftkleber

Bei großflächiger Verlegung eines Teppichbodens sollten Sie die Auswahl des Haftmittels ganz entscheidend davon abhängig machen, wie stark er beansprucht wird. So erfordern beispielsweise rollbare Polstermöbel oder Rollsessel, dass der Teppichbelag mit geeigneten Haftklebern fixiert wird.

Verwenden Sie für Teppiche mit Planschaumrücken einen flüssigen Dispersionskleber als Fixiermittel. Er ist leicht mit einer Farbrolle aufzutragen und haftet auf jedem glatten, verlegebereiten Untergrund.

Geweberücken sind am schwierigsten festzuhalten. Hier ist ein Haftkleber erforderlich, ein wasserlöslicher Dispersionskleber.

Er ist zähflüssig und wird mit einem Zahn Spachtel der Zahnung A 2 auf dem Fußboden aufgetragen. Art und Reihenfolge der Verarbeitung sind für beide Haftkleber gleich:

Zuerst den Teppichboden ausrollen und präzise zuschneiden, dann wird der Belag wieder bis zur Mitte zurückgeklappt.

Jetzt den Haftkleber gleichmäßig auf die freie Bodenfläche auftragen, 5 bis 15 Minuen ablüften lassen und den Teppich in das feuchte Kleberbett einlegen.

Anschließend gut anreiben und diesen Vorgang nach weiteren 30 Minuten nochmals wiederholen. Auch die Verlegung mit Haftkleber erlaubt es, den Teppichboden bei Bedarf wieder aufzunehmen.

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Gute Haftung für den Teppichboden. Mit einem Zahnspachtel wird das Haftmittel auf dem Unterboden – zunächst nur in einer Hälfte des Raumes – verstrichen.

 

Teppich ablösen

Teppichböden aufzunehmen, die mit den beschriebenen Klebetechniken verlegt wurden, ist ziemlich einfach und vollzieht sich stets nach der gleichen Methode:

Beginnen Sie in einer Ecke des Raumes; lösen Sie dort den Belag ab. Achten Sie darauf, dass Sie bei Verlegebändern und Verlegenetzen das Haftmittel und den Teppich zugleich flach und langsam abziehen. Um so weniger Reste bleiben auf dem Boden haften.

Auch mit Haftkleber befestigte Teppiche lassen sich am besten flach zur Mitte hin abziehen.

Sind auf dem Untergrund Belags-und Kleberreste zurückgeblieben, tränken Sie diese mit Wasser, dem Sie einen kleinen Schuß Spülmittel beigegeben haben. Am besten drücken Sie die Lösung mit einem Spachtel oder einer Deckenbürste ein und lassen sie 30 bis 60 Minuten durchweichen.

Saugt der Untergrund stark auf, wiederholen Sie die Prozedur. Je gründlicher die Rückstände eingeweicht werden, um so leichter lassen sie sich mit einem glatten Spachtel von der Bodenfläche abschieben.

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Gute Haftung für den Teppichboden. Teppiche, die nicht fest verklebt wurden, sind leicht aufzunehmen. Reste werden angefeuchtet und mit einem Spachtel gelöst.

 

Holzböden und Estrich

Bei Holzfußböden und schwimmendem Estrich sollten Sie allerdings darauf achten, dass Sie den Untergrund nicht zu stark anfeuchten und keine Feuchtigkeit stehenbleibt. Es könnte sonst zu Wasserschäden kommen. Bearbeiten Sie lieber jeweils nur kleine Teilflächen, um alles unter Kontrolle zu behalten.

 

Teppichboden richtig spannen

Die schwierigste und aufwendigste, aber auch die beste Methode, einen Teppich zu verlegen, ist die Spanntechnik. Um einen Spannteppich zu verlegen, brauchen Sie – außer einem qualitativ hochwertigen Teppichboden mit Geweberücken – Teppichfilz.

Er wird in Rollen geliefert.

Die benötigte Menge entspricht der des Teppichbodens.

Zum Aufspannen müssen Sie Nagelleisten haben. Das sind Leisten, aus denen schrägstehende „Dornen“ herausschauen. Die Zahl der Leisten richtet sich nach dem Umfang der gesamten Bodenfläche.

Weiterhin brauchen Sie Nägel oder Schrauben, um die Leisten zu befestigen. Jeder Türdurchgang wird mit einer Nagel abschlußschiene besetzt. Legen Sie den Teppichfilz von Wand zu Wand aus. Fixieren Sie die Kanten und Stöße erst dann mit doppelseitigem Klebeband, wenn die Nagelleisten montiert sind.

Sie werden so zugeschnitten, dass die Ränder des Fußbodens, einschließlich der Nischen und Vorsprünge, nahtlos damit bestückt werden können.

Die schrägstehenden Dornennägel der Leisten müssen zur Wand zeigen. Ein Stück Spanplatte mit etwas geringerer Stärke als der Teppichboden dient als Abstandshalter zur Wand, wenn die Nagelleisten festgenagelt oder verschraubt werden. Die Filzunterlage wird über die Nagelleisten gelegt und bündig zu der raumseitigen Kante abgeschnitten. Nun müssen Sie noch die Türschienen montieren.

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Gute Haftung für den Teppichboden. Ein Stück Teppichboden, besser eine Spanplatte etwas geringerer Stärke, dient als Abstandhalter beim Befestigen der Nagelleisten.

Legen Sie den Teppich jetzt sorgfältig aus. Schneiden Sie den Bodenbelag soweit zu, dass er flach liegend die Nagelleisten noch überdeckt. Spannen Sie dann den Teppich auf die Leisten, indem Sie mit dem Knie einen Spannfuß vorwärtsstoßen und gleichzeitig mit dem Teppicheisen den Teppichüberstand in die Lücke zwischen Wand und Nagelleiste schlagen.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Schneiden Sie den Teppichfilz bündig zur Innenseite der Nagelleisten ab. Der Filz wird mit Verlegeband fixiert oder festgetackert.

 

Gute Haftung für den Teppichboden, Spezialwerkzeuge

Spannfuß und Teppicheisen können Sie in einem Werkzeugverleih bekommen. Die Spannung muss so bemessen sein, dass sich der Teppich, wenn der Kniespanner losgelassen wird, auf der Nagelleiste hält.

Gute Haftung für den Teppichboden, Verlegen wie die Profis.

Gute Haftung für den Teppichboden. Mit dem Spannfuß treiben Sie den Teppich auf die Nagelleisten zu. Gleichzeitig schlagen Sie den Überstand hinter der Nagelleiste fest.

 

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