Löten mit Kolben und Flamme, Weichlöten oder Hartlöten ?

Unter Löten versteht man die Herstellung fester Verbindungen von metallischen Werkstücken mit metallischem Bindemittel – dem Lot

Beim Löten kommt es auf die richtige Temperatur und das richtige Lot an, sonst hält die Verbindung nicht. Es gibt zwei unterschiedliche Lötarten: Weichlöten und Hartlöten. Welche Methode Sie einsetzen müssen, richtet sich nach der Art der Belastung, der die beiden verlöteten Werkstücke später ausgesetzt sind.

Löten mit Kolben und Flamme, Weichlöten oder Hartlöten ?

Löten mit Kolben und Flamme

Grundsätzlich gilt, dass stark belastete Verbindungen immer hartgelötet werden sollen. Ist die Hartlötstelle fachgerecht ausgeführt, biegt eher das Material „nebenan“ durch, als dass die Verbindung reißt. Die Schmelztemperatur des verwendeten Lots liegt in den allermeisten Fällen unter der Schmelztemperatur der Metalle, aus denen die Werkstücke bestehen.

Es kommt nicht zu einer Verschmelzung wie beim Schweißen Es kommt also nicht, wie beim Schweißen, zu einer Verschmelzung – es findet lediglich ein Legierungsvorgang zwischen den Kontaktflächen von Werkstück und Lot statt.

Weichlöten können Sie mit Lötkolben und Flamme, bei Temperaturen zwischen 180 und 400 0 Celsius. Zum Hartlöten sind grundsätzlich höhere Temperaturen – deutlich mehr als 450 0 Celsius – erforderlich. Die sind nur mit einem leistungsstarken Brenner zu erreichen.

 

Verzinnen

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Damit das Lötzinn gut haftet, streichen Sie Lötfett auf die Kontaktflächen der beiden Werkstücke. Das Metall der beiden Bauteile soll sauber, möglichst „blank“ sein.

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Tauchen Sie auch die Spitze des erhitzten Lötkolbens ins Lötfett. So verhindern Sie, dass Lötzinn und oxydierte Asche am Kolben „kleben“ und die Heizleistung mindern.

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Jetzt erwärmen Sie die Kontaktfläche gleichmäßig mit dem Kolben und halten das Lot so dicht heran, dass es leicht zerfließt. Vermeiden Sie Tropfenbildung.

 

T-Verbindung Löten

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Oft ist es besser, das aufzusetzende Teil zunächst mit zwei Punkten anzuheften. Geben Sie Lot auf die vorgewärmten Punkte, und setzen Sie das Teil auf das untere Blech.

 

 

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Halten Sie die Teile in Position, und erwärmen Sie die Heftpunkte. Wenn die richtige Temperatur erreicht ist, beginnt das Lot zu fließen – die Stücke sind geheftet.

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Jetzt lässt sich die durchgehende, endgültige Lötverbindung leicht herstellen. Führen Sie den Lötkolben so flach wie möglich, damit eine größere Fläche erwärmt wird.

 

Rohr löten

Rohrstücke aus Blech sind schwierig zu löten, weil sich das gerollte Metall unter Hitzeeinwirkung verwirft und in seine ursprüngliche Tafelform zurück will. Hier kommt es also auf eine exakte Fixierung und gleichmäßige Erwärmung an.

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Auch hier beginnt man mit dem Verzinnen. Weil das Blech später überlappt, an einem Ende die Oberseite, am anderen Ende die Unterseite verzinnen.

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Mit einer Schraubzwinge lässt sich das gerollte Blech gut fixieren. Nur wenig Lötzinn auf die Außenseiten laufen lassen, es soll zwischen den Blechen „kleben“.

Das Hilfswerkzeug zum Fixieren sollte kräftig zupacken können, aber schmal sein. Eine breite Klemme direkt an der Nahtstelle würde die Rundung beeinträchtigen.

Ein Lötkolben mit kräftiger Leistung wärmt beide übereinanderliegenden Blechenden gleichmäßig durch. Seien Sie sparsam mit Lötzinn – es soll nur fließen!

 

Weich löten mit der Flamme

Weichlöten mit der Flamme ist immer dann sinnvoll, wenn es darum geht, relativ dicke oder grobe Werkstücke zu verbinden. Mit der Flamme können Sie solche Werkstücke schneller und gleichmäßiger erwärmen als mit einem Lötkolben.

Für das Weichlöten eignen sich nahezu alle Metalle und ihre Legierungen. Ungeeignet sind Leichtmetalle, etwa Aluminium. Für die einzelnen Werkstoffe gibt es speziell abgestimmte Lote, auch für die Verbindung unterschiedlicher Metalle. Fragen Sie beim Kauf, welches Lot für das von Ihnen gewählte Material und die Verbindung geeignet ist.

Voraussetzung für eine einwandfreie Lötverbindung sind saubere, metallisch reine Kontaktflächen. Beim Hartlöten werden möglicherweise haftende Korrosionsschutzöle oder Fremdstoffe durch die höheren Flammtemperaturen beim Vorwärmen abgebrannt. Wegen der wesentlich geringeren Arbeitstemperaturen (180-400°) kann dieser Effekt beim Weichlöten nicht immer erreicht werden.

Stumpfe Verbindungen sollten nur bei Ziergegenständen ausgeführt werden, denn sie sind nicht stark belastbar. Bei mechanischer Beanspruchung erweist sich eine überlappende Verbindung als besonders stabil.

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Eine solche stumpfe Eckverbindung fixieren Sie am besten mit geformten Hilfsdrähten. Auch hier zunächst anheften und dann durchlöten.

 

Sorgen Sie bei allen Lötarbeiten für eine gute Belüftung des Raumes.

Aus dem erhitzten, verflüssigten Lot entwickeln sich giftige Dämpfe, sie rühren von den im Lot enthaltenen Schwermetallen. Sie sind – ebenso wie die Dämpfe der erhitzten Flußmittel – gesundheitsschädlich. Tragen Sie eine Schutzbrille, und halten Sie beim Löten Sicherheitsabstand von brennbaren Stoffen.

 

Vorwärmen beim Löten

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Die gut gereinigten, metallisch blanken Teile werden passgenau zueinander gelegt. Ziehen Sie Handschuhe an, damit kein Hautfett auf die Flächen kommt.

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Wärmen Sie die Teile gleichmäßig von der Seite her an. Um zu vermeiden, dass eine zu kräftig eingestellte Flamme Probleme aufwirft, mit einer Holzleiste andrücken.

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Arbeiten Sie zur Mitte hin. Sie können – besonders deutlich bei Kupfer- und Messingblech – an der Farbveränderung erkennen, wie sich das Blech allmählich erwärmt.

 

Vorbereitung zum Löten

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Um sicher zu gehen, dass alle Teile wirklich metallisch blank sind und eine einwandfreie Verbindung entsteht, werden sie mit Schleifpapier angeraut.

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Die einfachste Art, eine Haltevorrichtung zu bauen, ist ein entsprechend gebogener Draht. Für einen stumpfen Winkel benötigen Sie beispielsweise ein T-Profil.

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Um ganz sicher zu gehen, dass das Lot fließt, ist es ratsam, das Lötzinn vorher anzuwärmen und in Salmiakpulver zu tauchen. Ein ausgezeichnetes Flußmittel.

 

Hart löten mit der Flamme

Zum Verbinden durch Hartlöten eignen sich alle Metalle einschließlich solcher Guss Werkstoffe wie Bronze oder Grauguss. Mit dieser Methode können auch unterschiedliche Materialien, etwa Stahl und Messing, fest verbunden werden.

Der Lötvorgang unterscheidet sich kaum vom Weichlöten, nur wird mit erheblich höheren Temperaturen gearbeitet. Es eignen sich am besten normale Schweißbrenner, die mit einem Acetylen/Sauerstoffgemisch arbeiten. Für kleinere, nicht dickwandige Verbindungen reichen Gaslötlampen aus.

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Nur das aufrecht stehende Teil ist mit einem Draht fixiert. Er ist deutlich vor der Lötstelle abgewinkelt – so vermeiden Sie, dass er ebenfalls festgelötet wird.

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Erwärmen Sie die Werkstücke von außen nach innen, zur Kontaktstelle hin – so vermeiden Sie zuverlässig, dass die Teile sich verziehen oder auseinanderrücken.

Löten mit Kolben und Flamme, Weichlöten oder Hartlöten ?

Führen Sie das Lötzinn vorsichtig heran, und lassen Sie es dosiert und sparsam in die Lötstelle fließen – so sieht die Verbindung sauber aus.

 

Weichgelötete Verbindungen

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Eckverbindung mit doppelter Kontaktfläche

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Flache Verbindung mit doppelter Falznaht

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Einfache überlappende Verbindung

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Überlappung mit aufgelegten Streifen

Wo immer es möglich ist, sollten weichgelötete Verbindungen überlappen – das vergrößert die Kontaktfläche. Passen Sie die Teile so zusammen, dass der Spalt 0,1 – 0,5 mm mißt.

 

Hartgelötete Verbindungen

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T- Verbindung mit beidseitiger Lötnaht

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Eckverbindung mit Lötnaht außen

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Eckverbindung mit innenliegender Lötnaht

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Stumpfe Lötverbindung auf Stoß

Beim Hartlöten läuft das Lot dicker ein als beim Weichlöten. Sie dürfen reichlich Lot angeben, um sicher zu sein, dass es überall hinläuft. Die Lötnaht wird später mit der Eisenfeile verputzt.

 

Feuerfester Untersatz zum Löten

 

Zusammengesetzter Winkel

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Schneiden Sie das Winkeleisen nach den zusammengelegten Schamottsteinen auf Gehrung zu, Winkel passend aneinanderlegen und die Teile mit Hartlot zusammenfügen.

 

Winkelrahmen aus einem Stück

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Klinken Sie den flachen Schenkel des Winkeleisens um 90° aus. Die Schnittlinien sollen an der Außenkante zusammentreffen. Dann läßt sich der ganze Rahmen abkanten (kalt oder warm); nur an einer Ecke muss gelötet werden.

 

Tischgestell

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Wählen Sie für die Rahmenkonstruktion solide Metall-Winkelprofile aus Baustahl – der Tisch soll schließlich einiges Gewicht tragen. Mit einer Flex ist der Zuschnitt im Nu erledigt.

 

Schamottsteine

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Die Schamottsteine werden zusammengelegt – nach ihnen richtet sich die Größe des Rahmens. Meist reichen drei Steine aus. Soll die Fläche größer werden, müssen Sie dort, wo die Steine aneinanderstoßen, Zwischenstege einarbeiten.

 

Standbeine

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Die Standbeine schneiden Sie aus Winkelprofilen gleicher Dicke zu. Löten oder schweißen Sie die Beine außen bündig unter die Ecken des Tisches.