Mauersteine, Mauerziegel, Formate und Verarbeitung

Mauersteine, Leichtbetonsteine, Kalksandsteine, Lochsteine, Block – und Plansteine, die verschiedenen Formate und Einsatzbereiche

Mauersteine, die meisten Maurerarbeiten führt man mit künstlich hergestellten Steinen aus. Ihre Maße sind genormt.

Mauersteine, Mauerziegel, Formate und Verarbeitung

Mauersteine, Mauerziegel, Formate und Verarbeitung

Die Normung der Mauersteine garantiert, dass bei kunstgerechtem Mauern gerade Wandabschlüsse entstehen und die Maueröffnungen zu den Türen und Fenstern genau passen und abschließen.

 

Mauersteine

Die Einheit für die Normmaße von künstlichen Mauersteinen ist der Achtelmeter.

Das Format eines Steines mit den Seitenlängen 2 x 1 x 1/2 Achtelmeter (Länge x Breite x Höhe) – also 25 x 12,5 x 6,25 cm- wird „Dünnformat“ genannt, abgekürzt DF

Das mit den Seitenlängen 2 x 1 x 2/3 Achtelmeter – also 25 x 12,5 x 8,33 cm – „Normalformat“ (NF).

Hierbei handelt es sich um Richtmaße, bei denen auch die den Stein umgebenden Mörtelschichten berücksichtigt werden.

Ein Dünnformatstein misst deshalb 24 x 11,5 x 5,2 cm, einer im Normalformat 24 x 11,5 x 7,1cm. Das sind die Nennmaße. Daneben gibt es noch Werksmaße für Mauersteine, die man nur mit einer sehr dünnen Mörtelschicht oder ganz ohne Mörtelfugen verbaut.

Alle Mauersteine Steinformate, die das Normalformat überschreiten, werden im Vielfachen des Dünnformates angegeben. Ein Stein mit 3 DF hat also das Nennmaß. 24 x 17,5 x 11,3 cm. 8 Lagen ergeben 1 m Wandhöhe.

Vollsteine sind kleinformatige Steine (Steinhöhe bis höchstens 11,3 cm, Format höchstens 2 DF); sie sind massiv oder in der Lagerfläche bis zu höchstens 15 % gelocht. Großformatige Vollsteine nennt man Blocksteine mit Steinhöhen von 11,3 cm und mehr.

Bei Lochsteinen (bzw. Hochlochsteinen) bestehen die Lagerflächen bis zu 50 % aus Löchern.

 

Mauersteine. Die Vorteile:

  • Der Stein ist bei gleichen Außenabmessungen leichter als ein Vollstein.
  • Die wirksame Fläche für den ungehinderten Transport von Wasser in das Bauteil ist kleiner
  • Die Wärmedämmfähigkeit des Steines nimmt wegen der eingeagerten Hohlräume zu

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Mauersteine, Lochsteine

Bei Plansteinen (oder Planelementen) sind die Lagerflächen so eben, dass man die Steine mit einer nur millimeterdünnen Mörtelschicht verlegt. Mit solchen Plansteinen ist genaues Mauern sehr einfach.

 

Mauer Ziegel

Die Rohstoffe für Ziegel sind Lehm und Ton. Lehm ist sandhaltiger Ton mit unterschiedlichen Mengen verschiedener Eisenverbindungen, die ihn gelblich bis bräunlich färben. Beim Brennen ergeben diese Verbindungen das typische Ziegelrot. Ton nennt man die verschiedenen Tonerden. Je nach Zusammensetzung reicht die Färbung von bläulich-schwarzem Farbton bis zu fast reinem Weiß. Entsprechend vielfältig ist die Farbpalette der daraus hergestellten Ziegel, Klinker und Verblender.

 

 

Das Ton-Lehm-Gemisch wird meistens noch durch Zusatz von Sanden und/oder Ziegelmehl gemagert. Nach dem Formen werden die Ziegelrohlinge bei etwa 100°C getrocknet und schließlich gebrannt. Die Brenntemperatur für gewöhnliche Ziegel liegt bei ungefähr 1000°C, noch etwas höher bei Vormauerziegeln. Klinker brennt man bis zur Sintergrenze (etwa 1300 bis 1400°C).

Normale Mauerziegel oder „Hinter Mauerziegel setzt man für verputztes oder verblendetes Mauerwerk ein. Sie müssen nicht frostbeständig sein. Ihre Rohdichte ist verhältnismäßig gering, ihre Wärmedämmfähigkeit relativ gut. Die Seitenflächen der Hinter Mauerziegel sind oftmals zur besseren Putzhaftung gerillt.

Bei den Hintermauerziegeln handelt es sich in der Regel um Hochlochziegel (HLz) in größeren Formaten. Kleinformatige Vollziegel (Mz) verwendet man hauptsächlich als Ergänzungssteine.

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Hochlochziegel für verputztes Mauerwerk

 

Positiven Eigenschaften

Die positiven Eigenschaften von Lochsteinen treten bei den Porenziegeln oder Leichthochlochziegeln besonders stark hervor. Bei der Herstellung von Porenziegeln setzt man der gemagerten Ton-Lehm-Mischung noch Holz- (oder andere organisch-natürliche) Späne oder Polystyrol-Kügelchen als Porosierungsmittel zu.

Während des Brennens lösen sich diese Zusätze vollständig auf, so dass kleine, unregelmäßig geformte bzw. kugelförmige Hohlräume in Ziegelscherben zurückbleiben. Wegen der Polystyrol-Kügelchen hat es in der Vergangenheit einige Aufregung unter den baubiologischen Fachleuten gegeben, weil solcherart porosierte Steine angeblich gesundheitsschädliche Wohngifte ausgasen sollen. Diese Vermutungen konnten jedoch wissenschaftlich nicht bestätigt werden.

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Scherben von Porenziegeln

Die großformatigen Leichthochlochziegel gibt es zur Verarbeitung mit normalem Mörtelfugen, mit Mörteltaschen und mit einem Verzahnungsprofil der Stoßfuge.

Steine mit Mörteltaschen sind sehr rationell zu vermauern: Sie werden ohne Mörtelauftrag in der Stoßfuge „knirsch“ aneinander gestoßen. Großformatige Steine haben zur leichteren Verarbeitung Griffmulden an den Stirnseiten, so kann man eine ganze Steinlage verlegen. Die Mörteltaschen gießt man erst zum Schluss aus. Das spart Zeit.

Steine mit Verzahnungsprofil erfordern in der Stoßfuge überhaupt keinen Mörtel mehr, sie werden einfach knirsch gestoßen. Wenn es sich dann zusätzlich noch um Planziegel handelt, die auch in der Lagerfuge nur einen Dünnbettmörtel erfordern, kommen Sie mit einem Bruchteil (5 bis 10%) der sonst üblichen Mörtelmenge aus. Zum Bau leichter Trennwände bekommt man auch Ziegelplanelemente in Sonderformaten.

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Ziegel mit Mörteltaschen für rationelles Arbeiten

Vormauerziegel müssen frostbeständig sein. Man kann sie ohne Außenputz als Sichtmauerwerk verarbeiten.

Für Klinker gilt dasselbe. Zusätzlich wird für sie noch besonders hohe Festigkeit und hohe Rohdichten gefordert. Ihre Wasseraufnahme ist äußerst gering.

Vormauersteine und Klinker gibt es nur in den kleinen Normformaten bis zu maximal 3 DF und in Sonderformaten als Vormauervoliziegel (VMz), Vollklinker (KMz) und Keramikklinker (KK), jeweils massiv bzw. in der Lagerfläche bis zu 15 % gelocht, oder als Vormauerhochlochziegel (VHLz), Hochlochklinker (KHLz) und Keramikhochlochklinker (KHK), jeweils mit bis zu 50% Lochung der Lagerflächen.

Die Hochlochsteine sind besonders unempfindlich gegenüber Schlagregen, während die Vollsteine bei gleichem Format besonders gut Luftschall dämmen. Angeboten werden Klinker und Vormauerziegel in verschiedenen Farben – von weißen Tönen über gelbe, rote und blaue Töne bis hin zu schwarz, einfarbig oder mehrfarbig geflammt oder marmoriert.

In der Regel gibt es alle Norm- und Sonderformate in allen Farben und Oberflächenstrukturen auch als Sparverblender oder Riemchen mit entsprechend geringerer Breite bzw. Stärke.

 

Kalksandsteine

Kalksandsteine (KS) bestehen aus Kalk und viel Sand. Das Mischungsverhältnis ist 1 : 12. Die Kalk-Sand-Mischung wird mit Wasser aufbereitet und in Pressen zu den Steinrohlingen geformt. Sie erhärten bei Temperaturen zwischen 160 und 220°C unter Sattdampfdruck in vier bis acht Stunden. Man bekommt Kalksandsteine als Voll-, Block-, Loch- und Hohlblocksteine.

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Kalksandsteine

Wie bei Ziegeln gibt es auch hier Planelemente für den rationellen Wandbau sowie Plansteine mit Mörteltaschen oder Stoßfugenverzahnung.

KS-Vormauersteine (KS Vm) und KS-Verblender (KS Vb) sind frostfest und für Sichtmauerwerk geeignet. Sie sind dichter und druckfester als die normalen Kalksandsteine.

Vormauersteine gibt es in allen üblichen KS-Formaten als Voll- und Lochsteine.

 

Leichtbetonsteine, Mauersteine

Sie bestehen aus Sand, Zement und verschiedenen Leichtzuschlägen. Wenn der Stein zu mehr als 85 % aus dem Leichtzuschlag besteht, kann er danach benannt werden, also z.B. Bimsbeton-, Liapor- (Blähton-), Perlite- (Blähschiefer-) oder Hüttenbims- Hohlblockstein.

Man bekommt sie in verschiedenen Ausführungen als Voll-, Block-, Loch- und Hohlblocksteine, als Plansteine und -Elemente, für normale Vermörtelung, mit Mörteltasche oder mit Stoßfugenverzahnung und in der Regel nur für verputztes Mauerwerk.

Je nach Rohdichte können sie hervorragende Wärmedämm- oder Schallschutzeigenschaften haben.

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Leichtbetonsteine

 

Gas- bzw. Porenbeton

Hergestellt werden die SteineMauersteine und Elemente aus Quarzsand, Kalk und/oder Zement, Wasser und einem Treibmittel, meistens Aluminiumstaub, seltener auch Calciumcarbid. Durch Verbindung des Treibmittels mit dem Kalk wird Wasserstoffgas frei, das die vielen feinen und kugeligen Poren bildet.

Nach dem Treiben und Erhärten in großen Formkästen werden die Rohlinge in die gewünschten Formate gesägt und anschließend wie die Kalksandsteine unter Sättigungsdruck und Temperaturen um 180°C nachgehärtet.

Durch diesen Herstellungsprozeß bekommt Porenbeton seine ungewöhnlich vorteilhaften Eigenschaften:

  • Sehr hohe Wärmedämmfähigkeit wegen der sehr gleichmäßig verteilten, luftgefüllten Miniporen.
  • Sehr hohe Formatgenauigkeit und planebene Oberflächen.
  • Hervorragende Formbarkeit der Oberflächen mit einfachen Werkzeugen, leichter zu schleifen, zu bohren oder zu sägen als Holz.

Man bekommt Block- und Plansteine (in der Regel 6 DF oder größer) und verschiedene Plattenelemente, z.B, für leichte Trennwände zwischen 5 und 20 cm Stärke, jeweils für normale Vermörtelung, mit Mörteltaschen oder für Dünnbettvermörtelung.

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Plattenelemente und Plansteine aus Porenbeton

 

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