Nabenschaltung am Fahrrad einstellen, pflegen und warten

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Um die optimale Leistung und Langlebigkeit der Nabenschaltung am Fahrrad sicherzustellen, ist es ratsam, regelmäßig eine Wartung durchzuführen

Die regelmäßige Wartung der Nabenschaltung am Fahrrad, bestehend aus Ölwechsel und Überprüfung der Einstellungen, trägt dazu bei, eine reibungslose Funktion und eine verlängerte Lebensdauer des Schaltsystems zu gewährleisten. Es ist schon sehr angenehm, sich bei flotter Fahrt nicht abstrampeln zu müssen und auch bergauf – durch ein günstigeres Übersetzungsverhältnis zwischen den Umdrehungen des Tretlagers und des Hinterrades – mit wenig Kraftaufwand voranzukommen. Dabei kann man selbstverständlich – anders als bei einer Kettenschaltung – alle Vorzüge einer Hinterradbremse nutzen.

Nabenschaltung am Fahrrad einstellen, pflegen und warten

Zwar bietet die Nabenschaltung nicht so viele Gänge wie eine Kettenschaltung am Sport Rad, dafür ist sie sicherer und verlangt auch weniger Pflege. Die Schaltung ist wettergeschützt untergebracht und kann nicht verschmutzen – wie es leider bei der offen zugänglichen Kettenschaltung der Fall ist.

Hin und wieder jedoch ist eine Inspektion erforderlich. Man kann sich freilich im wesentlichen darauf beschränken, dass man die Einstellung des Seilzugs zwischen Schaltgriff und Hinterrad überprüft und eventuell korrigiert. Den Ausbau und die Reparatur der Nabenschaltung sollte man der Fachwerkstatt überlassen. Sonst könnte es leicht passieren, dass man nach dem Zusammenbau ein paar Teile übrig hat.

 

Funktionsprinzip der Nabenschaltung

Nabenschaltungen werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Alle Fabrikate funktionieren nach dem gleichen Prinzip. In die Schaltnaben ist ein sogenanntes Planetengetriebe eingebaut, das aus einem fest auf der Achse sitzenden Sonnenrad, drei um das Sonnenrad rotierenden Planetenrädern und einem Hohlrad mit einem Zahnkranz auf der Innenseite besteht. Das Kettenritzel und die Nabenhülse werden unterschiedlich angekuppelt.

  • Der erste Gang ist eingeschaltet, wenn das Kettenritzel mit dem Hohlrad, die Nabenhülse mit dem Planetenradring gekuppelt ist.
  • Der zweite Gang ist eingeschaltet, wenn das Ritzel direkt mit der Nabenhülse, ohne Einwirkung des Getriebes, verbunden ist.
  • Der dritte Gang ist eingeschaltet, wenn das Ritzel mit dem Planetenradring und die Nabenhülse mit dem Hohlrad gekuppelt ist.

Nabenschaltung am Fahrrad einstellen, pflegen und warten

Getriebe: Sonnenrad auf der Achse, drei in einem Ring zusammengefasste Planetenräder und Hohlrad mit Zahnkranz im Innern.

Unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse ergeben sich dadurch, dass eine Umdrehung des Planetenradrings um das Sonnenrad das Hohlrad ein Stück weiter befördert, bzw. der Planetenradring weniger als eine vollständige Umdrehung vollführt, wenn das Hohlrad eine Umdrehung absolviert. Das Klicken in der Nabe rührt daher, dass Sperrklinken in der Schaltung je nach gewähltem Gang unbelastet mitlaufen. Wenn sie greifen, ist kein Geräusch zu hören.

 

Schaltseil der Nabenschaltung richtig einstellen

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1. Justiert wird die Nabenschaltung mit Hilfe der Schraubhülse zwischen Schaltseil und -Kettchen. Zuvor die Kontermutter lösen.

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2. Mit Hilfe des Lochs in der Kettenführungsmutter justiert man den Schaltstift. Er muss genau bündig mit dem Achsenende stehen.

Wenn bei einer Nabenschaltung ein Gang nicht mehr zu schalten ist und die Kette ohne zu greifen durchdreht, ist in aller Regel nichts kaputt – vermutlich ist nur das Schaltseil falsch eingestellt. Defekte im Innern der Nabe sind äußerst selten. Um so häufiger kommt es vor, dass sich das Seil zwischen Schalthebel am Lenker und Hinterrad durch häufige Benutzung etwas dehnt.

 

Mutter reinigen

Bevor man alles wieder richtig einstellt, sollte man sich mit Reinigungsöl oder Petroleum, einem Pinsel und einem Lappen wappnen und die Kettenführungsmutter auf der rechten Rad Seite gründlich reinigen. Schmutz in der Mutter würde die Justierung des Schaltseils behindern. Durch das Loch in der Mutter, quer zur Achsrichtung, kontrolliert man die Einstellung von Kettchen und Schaltstift.

Diese Bauteile befinden sich am Ende des Übertragungsweges, der vom Schalthebel am Lenker zur Hinterradnabe reicht.

Justiert wird die Nabenschaltung mit Hilfe der Schraubhülse am Ende des Schaltseils bzw. am Anfang des Schaltkettchens.

Bevor man das Rad umdreht und auf Lenker und Sattel abstellt, legt man den 3. Gang ein (bei Sturmey-Archer-Schaltung muss der 2. Gang eingeschaltet sein). Man lockert zunächst die Kontermutter am Schaltkettchen und dreht dann die Schraubhülse entweder fester an oder lockert sie. Der Anfang des Schaltstiftes darf gerade eben am Achsende sichtbar werden.

Durch Umschalten in die anderen Gänge (dabei die Pedale nur locker bewegen, ohne die Kette zu belasten) prüft man, ob die Nabenschaltung richtig justiert ist. Stimmt die Einstellung, wird die Kontermutter an der Schraubhülse wieder fest angezogen, die Einstellung gesichert.

Bei Schaltungen älteren Baujahrs wird die Justierung vorgenommen, wenn der Schalthebel auf Leerlauf steht. Das Fahrrad braucht dann nicht auf dem Sattel zu stehen. Übrigens: immer wenn das Hinterrad ausgebaut wird, ist danach die Nabenschaltung neu zu justieren!

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3. Hier stimmt die Einstellung noch nicht: Der Schaltstift ist vor dem Achsende zu sehen. Das Schaltseil ist zu stark gespannt.

 

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Hinterradachse

Charakteristisch für die Achse eines Hinterrads mit Nabenschaltung sind die abgeflachten Achsenenden. Die Abflachungen passen genau in die lichte Weite der Ausfallenden am Rahmen – und bilden so eine zusätzliche Sicherung dagegen, dass sich die Achse bei ungenügend festgezogenen Muttern mit drehen kann. Bei schneller Fahrt oder beim Anstieg auf einen Berg wirken im Innern der Nabe starke Kräfte!

Trotz dieser Sicherung sollten Sie die Schrauben immer fest anziehen. Von Zeit zu Zeit sollten Sie prüfen, ob das Hinterrad schlingert. Das zeigt an, dass sich die Muttern auf der Achse etwas gelockert haben.

 

Wiedereinbau

Wenn das Hinterrad mal ausgebaut werden musste (etwa bei einem Reifendefekt), ist beim Wiedereinsetzen darauf zu achten, dass die Abflachungen in den Ausfallenden sitzen, ohne zu verkanten – und dass auch die Sicherungsscheiben auf die Achse gesteckt werden, ehe man die Muttern aufdreht.

Bei manchen Fabrikaten dienen geriffelte Scheiben als Sicherung, sie werden mit der geriffelten Seite gegen den (an der Außenseite ebenfalls geriffelten) Rahmen auf die Achse gesteckt.

Bei anderen Modellen weisen die Sicherungsscheiben umgebogene Laschen auf, die in die Ausfallenden greifen und dafür sorgen, dass sich die Achse nicht verdreht. Alle Sicherungsscheiben weisen ein Loch auf, das die gleichen Abflachungen wie die Achse hat.

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Die abgeflachten Enden der Achse und die Sicherungsscheiben sorgen dafür, dass sich die Achse in den Ausfallenden nicht drehen kann.

 

Schaltseil überprüfen

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Am oberen Ende des Unterrohrs wird der Seilzug mit einer federnden Klemme festgelegt, damit er dicht am Rahmen anliegt.

So gut die Nabenschaltung im Innern der Nabe vor Wasser, Schmutz und anderen störenden Einflüssen bewahrt ist, so offen und empfindlich ist das Seil verlegt, das die Schalterstellungen auf die Hinterradnabe überträgt.

Inspektionen in regelmäßigen Abständen zeigen Fehler und Schäden rechtzeitig auf, wenn sich die drei Gänge nicht mehr schalten lassen, kann das daran liegen, dass der Übertragungsweg an irgendeiner Stelle nicht mehr in Ordnung ist.

Bowdenzug (Seil mit Hülle) oder Schaltseil (ohne Hülle) sollten nicht geknickt werden und an jenen Stellen mit ausreichend großen Kurvenradien verlegt sein, an denen der Schaltzug die Richtung ändert.

Zwischen dem Schalthebel und dem ersten Befestigungspunkt am Rahmen muss der Bowdenzug einen so großen Bogen machen, dass Lenkbewegungen die Spannung des Schaltsteils nicht beeinflussen.

Am Anfang und Ende jedes Rahmenrohrs, an dem der Schaltzug entlangführt, wird eine Klemmschelle bzw. eine Umlenkrolle für ein offenes Schaltseil befestigt.

Die Umlenkrollen müssen sauber sein und sich leicht bewegen lassen. Auch das Ende der Bowdenzughülse an der Hinterradstrebe muss gut gesichert sein. Eine an das Rahmenrohr geschraubte Klemme hält eine Metallhülse über der biegsamen Hülle sicher fest. Sollte ein offenes Schaltseil geknickt oder eine Bowdenzug Hülle beschädigt sein, ist kein einwandfreies Schalten mehr möglich. Man könnte zwar versuchen, die Knicke geradezubiegen, doch dabei ist nicht auszuschließen, dass man das Seil beschädigt.

Das Auswechseln des gesamten Schaltzugs ist im allgemeinen sinnvoller. Wer über dem Gepäckträger Satteltaschen montieren möchte oder häufiger mit Gepäck fährt, das über den Gepäckträger herunterhängt, sollte dafür sorgen, dass das Schaltseil unter dieser Last noch freiliegt und nicht am Gepäck scheuert.

 

Seil auswechseln

Ein gerissenes Schaltseil muss, ein geknicktes und angerissenes Seil sollte erneuert werden!

Dazu wird zunächst einmal die Schraubhülse vom Kettchen am Hinterrad gelöst. Dann sind alle Befestigungsschellen zu öffnen, damit der Bowdenzug in voller Länge vom Rahmen getrennt werden kann.

Um den Bowdenzug vom Schalthebel zu lösen, zieht man zunächst die Hülse vom Schalter weg und legt so das Seil frei, dessen Nippel nun aus dem Gehäuse des Schalters herausgehoben werden kann. Beim Einsetzen des neuen Bowdenzugs verfährt man ähnlich. Einige Zentimeter des Seils aus der Hülle ziehen, damit der Nippel leichter eingehakt werden kann.

Nachdem der Bowdenzug wieder mit allen Schellen am Rahmen befestigt worden ist, muss die Schraubhülse mit dem Kettchen verbunden und die Nabenschaltung unbedingt neu justiert werden.

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Das Ende des Schaltzugs ist dicht vor der Hinterradachse mit einer Schraubklemme sicher zu befestigen. Ab hier liegt das Seil frei.

 

Lagerspiel

Das einwandfreie Funktionieren der Nabenschaltung hängt auch davon ab, dass Getriebe und Nabe nicht zu viel – aber auch nicht zu wenig – Spiel haben. Das Hinterrad muss frei laufen. Es darf beim Vorwärtsfahren nicht knirschen, aber auch nicht auf der Achse wackeln.

Die Schaltmechanik im Innern der Nabe wird mit dem Schaltstift parallel zur Achse hin- und herbewegt. Wenn nun die Einstellung der beiden Konusse nicht mehr stimmt, die dem Rad das genau richtig bemessene Spiel geben, dann können die verschiedenen Zahnräder nicht mehr korrekt ineinandergreifen oder die Sperrklinken nicht mehr die für den Antrieb wichtigen Rasten im Innern der Nabe finden.

 

Einstellung prüfen

Man prüft die richtige Einstellung, indem man das Rad stürzt und auf Lenker und Sattel abstellt. Macht das Hinterrad trotz heftiger Anstöße nur wenige Umdrehungen, ist das Spiel zu stramm eingestellt. Man löst zunächst die Achsmutter auf der linken Seite, dann wird die äußere Kontermutter gelockert.

Die innere Kontermutter löst man ebenfalls ein wenig, bis das Rad freies Spiel hat, ohne zu wackeln. Nun können äußere Kontermutter und Achsmutter wieder fest angezogen werden.

Achten Sie darauf, dass zwischen den Kontermuttern eine Sicherungsscheibe liegt und der Bremshebel korrekt befestigt ist! Er muss in die entsprechende Aussparung des Konus einrasten, und sein freies Ende muss mit einer Schraubklemme am Rahmen fixiert werden.

 

Spiel verringern

Wenn das Rad Zuviel Spiel hat, wird es ebenfalls mit einer neuen Einstellung der beiden Kontermuttern auf der linken Rad Seite korrigiert. Nur selten ist es erforderlich, den Festkonus auf der rechten Rad Seite zu überprüfen, indem man die rechte Achsmutter und danach die Kontermutter löst.

Der Konus ist nur gesteckt und wird lediglich durch die Kontermutter festgehalten, die eventuell nachgezogen werden muss. Wenn man das Lagerspiel auf der rechten Achsseite verändert, muss selbstverständlich auch die Nabenschaltung – wie bereits beschrieben – neu justiert werden.

 

Schaltgetriebe der Nabenschaltung schmieren

Wer gut schmiert, der gut fährt. Es gibt noch keine völlig wartungsfreien Räder. Deshalb ist es angezeigt, auch der Nabenschaltung ab und an einige Tropfen Öl zu gönnen.

Man kippt das Fahrrad erst auf die eine, dann auf die andere Seite und lässt das Öl an der Achse entlang ins Innere der Nabe laufen. Wenn auf der Nabe ein Schmiernippel montiert ist, wird das Öl auf diesem Wege in die Nabe geträufelt. Bei neueren Naben findet man oft auf dem Staubdeckel unter dem Bremshebel ein kleines Loch, die Einfüllöffnung fürs Schmieröl.

Wer sein Rad selten pflegt und bei einer Inspektion den Verdacht hat, dass der Schmutz nicht nur äußerlich ist, sondern auch ins Innere der Hinterradnabe gelangt, sollte zunächst einmal sämtlichen Schmutz mit viel möglichst dünnflüssigem Öl aus der Nabe herausschwemmen.

Das Rad auf die Seite legen, unter das untere Achsenende eine Schale zum Auffangen des auslaufenden Öls stellen und von oben her Öl einträufeln. Dabei das Hinterrad möglichst schnell drehen, damit das Öl im Inneren gut verteilt wird. Sie sollten das Rad einige Zeit so liegen lassen, bis unten kein Öl mehr herausläuft. Dann mit dickflüssigem Öl die Nabe – bzw. die Kugellager zu beiden Seiten der Nabe – schmieren.

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Motoröl ist zähflüssiger als Fahrradöl und eignet sich deshalb besser zum Schmieren der Kugellager in der Hinterradnabe.

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