Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken

Schrauben geben festen Halt, dabei sind die zweckentsprechende und passend gewählte Schrauben und ihre richtige Anwendung besonders wichtig

Schrauben und ihre richtige Anwendung. Das Schrauben gehört zu den elementaren Arbeiten. Es gilt aber dennoch, einiges dabei zu bedenken. So ist es nicht immer erforderlich, eine Schraube mit hohem Kraftaufwand einzudrehen. Sie bohren einfach ein Loch vor, und schon geht die Arbeit viel leichter von der Hand.

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken

Auch die Auswahl des richtigen Schraubendrehers ist sehr wichtig.
Nimmt man die falsche Größe, kann dadurch der Schlitz im Schraubenkopf beschädigt werden, so dass sich die Schraube kaum noch und nur mit viel Kraft bewegen läßt. Wir zeigen Ihnen auf den folgenden Seiten, was Sie beim Schrauben in Holz noch alles beachten müssen.

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken, das Vorbohren

Holzschrauben laufen spitz zu, sie wirken deshalb im Holz wie ein Keil, der das Holz spalten kann. Das Material im Bereich des Schraubenschaftes ist besonders gefährdet. Um Beschädigungen des Werkstücks zu vermeiden, sollten Sie deshalb für jede Schraube ein Loch vorbohren.

Bei Weichholz oder bei Spanplatten und für dünne Schrauben genügt dafür ein einfacher Vorstecher.

In härterem Material allerdings sollten Sie ein Loch vorbohren, das annähernd dem Profil der nachher einzudrehenden Schraube entspricht.

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken, das Schraubenloch

Geeignete Werkzeuge dafür sind sogenannte Senkbohrer, die in einem Arbeitsgang das Gewindeloch, das Schaftloch und die Versenkung für den Schraubenkopf bohren können. Perfekt vorgebohrt ist das Schraubenloch, wenn der Gewindeteil der Schraube noch ausreichend Widerstand findet, der Schaft keinerlei Spaltwirkung ausüben kann und der Schraubenkopf (bei Senkkopfschrauben) bündig mit der Holzoberfläche eingedreht werden kann.

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Senkbohrer sind das richtige Werkzeug, um Gewindeloch, Schaftloch und Versenkung in einem Arbeitsgang ins Holz zu bohren.

 

Bohrgeräte richtig einsetzen

Ob eine Bohrwinde oder Brustleier, ein Drillbohrer oder eine elektrische Bohrmaschine beim Vorbohren eines Schraubenlochs eingesetzt wird. Sie müssen sie so anwenden, dass das Bohrloch nicht größer als nötig gerät und genau senkrecht zur Holzoberfläche verläuft. Bohren Sie so tief, dass nur die Schraubenspitze in nicht gebohrtes Material reicht.

Das Bohrwerk muss während des ganzen Bohrvorgangs senkrecht zur Holzfläche gehalten werden. Zur Erleichterung können Sie dazu einen Winkel dicht neben dem Bohrgerät auf die Holzfläche stellen, bei gutem Augenmaß und einiger Erfahrung kommen Sie aber auch ohne ein solches Hilfsmittel aus.

 

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken, Bohrtiefe einhalten

Bei Bohrwinde oder Brustleier kann es leicht passieren, dass Sie durch die Drehbewegung der einen Hand das Werkzeug mit der anderen Hand nicht ganz ruhig halten können – und dadurch das Bohrloch ausleiert und zu groß gerät. Ein scharfer Bohrer und leichter Druck beim Bohren mindern diese Gefahr.

Zur Begrenzung der Bohrtiefe können Sie sich eines ganz einfachen Hilfsmittels bedienen. Kleben Sie ein Stück „Tesa“ -Film oder farbiges Isolierband um den Bohrer, mit einer Schrauben länge Abstand zur Bohrer Spitze. Erreicht diese Markierung beim Bohren die Holzoberfläche, wissen Sie, dass das Bohrloch  die Tiefe erreicht hat, die Sie vorgesehen haben.

Elektrische Bohrmaschinen sind mit einem verstellbaren Tiefenanschlag ausgerüstet, damit können Sie sich das Anlegen einer Bohrtiefenbegrenzung ersparen.

Vergessen Sie nicht, Bohrspäne und Bohrmehl aus dem Holz zu entfernen, sie können beim Schrauben stören. Ziehen Sie den Bohrer ohne Drehen vorsichtig aus dem Holz, oder pusten Sie kräftig ins Bohrloch.

Bohrwinde

Die Bohrwinde muss sehr ruhig gehalten werden, damit das Bohrloch nicht als Folge der weitausholenden Drehbewegung ausleiert.

Bohrwinde

Auch mit einer Handbohrmaschine lässt sich relativ leicht arbeiten, wenn Sie darauf achten, nur scharfe Bohrer zu verwenden.

Anschlagwinkel

Ein Anschlagwinkel kann als Richthilfe dienen, damit ein Bohrloch genau im rechten Winkel zur Oberfläche entsteht.

Senker

Mit dem Senker wird der Rand des Bohrlochs passend zum Senkkopf der Schraube erweitert. Bohren Sie nicht tiefer als nötig.

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, es gibt einiges zu bedenken, Schraubendreher

Was man noch vor kurzem Schraubenzieher nannte, wird heute allgemein – und richtiger – als Schraubendreher bezeichnet. Aber wichtiger als die richtige Bezeichnung ist dass dieses Werkzeug passend zur Schraube eingesetzt wird.

Die Schraubendreher klinge soll nicht zu groß und nicht zu klein für die Schraube sein. Eine zu groß Klinge findet keinen Halt im Schlitz des Schraubenkopfes, eine zu kleine Klinge rutscht beim Drehen zu leicht aus dem Schlitz heraus und beschädigt dabei dessen Flanken. Natürlich muss auch die Klinge einwandfrei sein. Eine abgenutzte oder teilweise abgebrochene Klinge wird immer wieder abrutschen und dabei den Schraubenkopf beschädigen. Weder kann die Schraube richtig festgezogen noch später gelöst werden.

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Die Schraubendreherklinge soll möglichst spielfrei passen.

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, Tipp

Eine Schraube bietet stets eine feste Verbindung, sofern sie in der richtigen Stärke und Länge ausgewählt wird. Die Haltbarkeit der Verbindung kann dadurch noch erhöht werden, dass die Schraube zusätzlich festgeleimt wird. Ins Bohrloch etwas Leim tropfen, bevor die Schraube eingedreht wird. Überschüssigen und herausquellenden Leim wischt man sofort ab.

 

Schrauben für alle Fälle

Wo immer Schrauben eine Verbindung sichern sollen, sollten Sie die geeignete Schraube nicht nur nach ihrer Länge und Stärke bestimmen, sondern auch den zweckentsprechend passenden Schraubenkopf auswählen.

Der Kopf ist das auffälligste Unterscheidungsmerkmal bei den Holzschrauben. Je nach Werkstück wird eine Holzschraube mit unauffälligem, ins Holz eingedrehtem Senkkopf verwendet oder eine Schraube mit einem Kopf, den man dekorativ herausstellen kann. Daneben gibt es Schraubenköpfe, die übermäßig breit ausladen und dadurch dem aufgeschraubten Holz Teil besonders guten Halt bieten können.

 

Holzschrauben gibt es mit Senk-, Linsen- und Halbrundkopf.

Noch dekorativer als Linsen- und Halbrund köpfe wirken zusätzlich aufschraubbare Zierköpfe. Sogenannte Schlüssel-schrauben sichern massive Bauteile besonders gut. Blechschrauben haben über die gesamte Länge ein gehärtetes Gewinde und schneiden sich damit selbst in dünne Bleche oder auch in Kunststoffplatten.

Schrauben mit Zier Kopf gibt es auch in vernickelter oder verchromter Ausführung. Diese Rost geschützten Typen sind vorteilhaft in Feuchträumen und im Außenbereich.

 

Die wichtigsten Holzschrauben-Arten

Senkkopfschraube

Für allgemeine Holz Arbeiten. Der Kopf liegt bündig mit oder unter der Oberfläche des Werkstücks.

Kreuzschlitz-Senkkopf

Für allgemeine Holz Arbeiten. Die Klinge des Schraubendrehers hat eine größere Angriffsfläche.

Linsenkopfschraube

Damit werden Beschläge mit versenkten Löchern befestigt. Verchromt oder vernickelt.

Halbrundkopfschraube

Verwendet für Beschläge oder Schilder ohne Senklöcher. Als Zier Kopf verchromt oder vernickelt erhältlich.

Spiegelschraube

In den Schraubenkopf kann eine verchromte Halbrund- oder Flachkappe eingedreht werden.

Schlüsselschraube

Für stabile Holzkonstruktionen. Die Schraube wird mit einem Schraubenschlüssel eingedreht.

Doppelschraube

Wird in erster Linie zur unsichtbaren Verbindung zweier Holzstücke verwendet.

Blechschraube

Zum Befestigen in dünnen Blechen und Kunststoffplatten. Die gehärtete Schraube schneidet sich beim Eindrehen ihr eigenes Gewinde.

Spanplattenschraube

Der Schaft läuft nicht spitz zu, daher keine Keilwirkung in Holzwerkstoff mit lockerer Struktur.

 

Schrauben und ihre richtige Anwendung, Kreuzschlitze

Neben der Schraube mit einfachem Schlitz hat sich die Kreuzschlitzschraube durchgesetzt, denn ihr Vorteil ist offensichtlich. Der Kreuzschlitz ist fast doppelt so lang wie der einfache Schlitz – dadurch hat der Schraubendreher eine viel größere
Angriffsfläche und kann nicht so leicht aus dem Schlitz herausrutschen und dabei den Schraubenkopf beschädigen. Der Schraubendreher zentriert sich durch das Hineinstecken in den Kreuzschlitz automatisch und lässt sich so leichter ansetzen.

Ein weiterer Vorteil eines Kreuzschlitzes ist, dass fast alle Schraubengrößen mit nur drei Schraubendreher großen ein- oder herausgedreht werden können, während Sie für die normalen Schlitzschrauben mehrere Schraubendreher Größen in Ihr Werkzeugsortiment aufnehmen müssen.

Bei größeren Schraubenköpfen greift der konisch geformte Schraubendreher einfach weiter in den Kreuzschlitz ein.

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Die meisten Schraubengrößen gibt es außer mit einfachem Schlitz auch mit einem Pozidriv-Kreuzschlitz. Seltener sind Philips- und Supadriv Kreuzschlitz.

Schwer zugängliche Stellen

Besonders bei den ersten Umdrehungen bietet die Kreuzschlitzschraube Vorteile gegenüber der normalen Schraube, weil der Schraubendreher fester greift. So lässt sich damit auch an schwer zugänglichen Stellen gut arbeiten.

Kreuzschlitze (und Kreuzschlitz-Schraubendreher) gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen. Die häufigste Version ist der Pozidriv-Kreuzschlitz, der dafür ausgelegte Schraubendreher kann auch für die Philips- und Supadriv-Version verwendet werden – während umgekehrt Philips- und Supadriv Schraubendreher nicht in den Pozidriv-KreuzschIitz passen.

 

Kappen, Kragen

Bei manchen Befestigungen ist es ratsam, unter dem Schraubenkopf eine Scheibe oder eine Art „Kragen“, eine Rosette, zu verwenden, besonders dann, wenn ein Objekt aus weichem Material befestigt werden muss. Unterlegscheibe oder Kragen verhindern, dass der Schraubenkopf zu tief in das Werkstück eindringen kann, denn der Druck wird auf eine größere Fläche verteilt.

Bei Halbrundkopfschrauben können Sie nur flache Unterlegscheiben einsetzen. Senkkopf- oder Linsenkopfschrauben werden mit Kragen kombiniert, die ebenfalls zum Teil ins Holz versenkt werden und eine Vertiefung für den Schraubenkopf aufweisen müssen.

 

„Untertegkragen“ und -scheiben in unterschiedlichen Ausführungen.

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Für Senk- und Linsenkopf-Schrauben (1 und 2) oder für Halbrundkopf- Schrauben (3). Darunter: Aufsteckbare Kappen, mit und ohne Gegenstück unter dem Schraubenkopf.

„Kappen“ und Abdeckungen für den Schraubenkopf setzen Sie überall dort ein, wo die Schraube auch eine dekorative Funktion hat. Neben den aufschraubbaren Zierköpfen gibt es auch aufsteckbare Kappen, in den meisten Fällen aus Kunststoff. Die unterschiedlichen Farben dieser Kappen lassen sich nutzen, um Schrauben dem Holz anzupassen. Sie sind so konstruiert, dass sie in ein Gegenstück schnappen, das unter dem Schraubenkopf mit eingeschraubt werden muss, oder sie lassen sich in den Kreuz-Schlitz des Schraubenkopfes einklemmen.

 

Praktische Schrankverbinder

Normale Holzschrauben sollen eine feste Verbindung schaffen, die man möglichst nicht mehr lösen sollte. Wenn Sie zum Beispiel bei einem Selbstbaumöbel die Möglichkeit offenhalten wollen, dass es bei einem Umzug zerlegt und nachher wieder aufgebaut werden kann, dann brauchen Sie andere Schrauben. Denn die normale Holzschraube würde schon nach dem zweiten Eindrehen nicht mehr richtig greifen.

Lösbare – auch beim zweiten „Dreh“ noch feste – Verbindungen stellen Sie mit Gewinde-schrauben her, für die Sie aber auch ein Gegenstück mit Gewinde brauchen – nicht nur eine sichtbar auf der Gegenseite des Werkstücks sitzende Mutter, sondern ein Schraubteil – unsichtbar im Werkstück.

Solche Verbindungen kennen Sie von Serienmöbeln, vor allem von solchen Modellen, die Sie zerlegt kaufen und selber aufbauen können. Entsprechende Schrauben und Gegenstücke können Sie im Eisenwarensortiment aber auch für Ihre Eigenkonstruktionen finden.

Besonders beliebt sind die Einschraubmuffen, die Sie von außen völlig unsichtbar einsetzen können. Aber auch sichtbar einzusetzende Verbinder müssen nicht störend auffallen. Sie werden an der Rückseite eines Möbels angebracht.

Lösbare Schrankverbinder

Lösbare Schrankverbinder bestehen aus einer Gewindeschraube (meist mit Unterlegscheibe) und dem Einsteckbolzen mit Innengewinde.

Lösbare Schrankverbinder

Der Einsteckbolzen lässt sich mit einem Schraubendreher richten, damit die Gewindeschraube greifen kann.

 

Schraubverbindungen für Selbstbaumöbel

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Eingeschraubte Muffe mit einem ein geleimten Dübel

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Schraubmuffe mit einer Gewindeschraube

Schrauben und ihre richtige Anwendung

Einsteckmuffe mit Schraube (siehe auch Bilder oben)