Verwendung von Gipskartonplatten z.B. für leichte Trennwände

Für den Bau leichter Trennwände ist die Verwendung von Gipskartonplatten durch die geringen Baukosten und Bauaufwand ideal geeignet

Verwendung von Gipskartonplatten, zum Beispiel beim Dachgeschoßausbau oder als Innenwandbekleidung bei der Altbausanierung – werden heute meistens großformatige Platten verwendet. Ursprünglich verkleidete man die Wände mit Holzwolle, die später verputzt werden musste. Außerdem kamen Spanplatten und – seltener – Sperrholzplatten zum Einsatz.

Verwendung von Gipskartonplatten z.B. für leichte Trennwände

Varianten

Diese Varianten gelten heute als veraltet, weil Bauaufwand und Kosten zu hoch sind. Zudem lassen sich die üblichen bautechnischen Vorschriften oft nur schwer erfüllen.

Zeitgemäße Gipskarton- und Faserzementplatten zeichnen sich durch ein geringes Gewicht der Gesamtkonstruktion, wenig Bauaufwand und geringe Baukosten aus – und sie sind ein glatter, tapezierfähiger Untergrund.

 

Unterschiede

Gipskarton – und Faserzementplatten weisen einige Unterschiede in Verarbeitung und Eignung auf, auf die noch hingewiesen wird. Hier soll es vornehmlich um die günstigen Gipskartonplatten gehen. Diese Platten werden in mehreren Stärken und Größen angeboten, für normale Bauaufgaben kommen vor allem Stärken von 12,5 oder 15 mm in Frage, bei 1250 mm Breite sollte aus praktischen Gründen eine Länge von 2500 mm gewählt werden. Da die Ecken leicht brechen, müssen die Platten mit versetzten Stößen angebracht werden – es dürfen sich also nie vier Ecken in einem Punkt treffen.

Nach dem Ausmessen und Anzeichnen ritzt man den Karton einseitig mit dem Teppichmesser ein. Schneiden Sie die Platte nun entlang der markierten Linie mit dem Fuchsschwanz auf Größe oder brechen Sie die Platte über eine Kante.

 

Schnittkante

Nun können Sie den kleineren Plattenteil abwinkeln und die Pappe mit dem Teppichmesser durchschneiden. Die Schnittkante sollte zum Abschluss grob geglättet und keilförmig angeschnitten werden.

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1. Zeichnen Sie die Schnittkante auf der Platte an, und ritzen Sie sie mit einem Teppichmesser vor. Als Führung dient eine Metallschiene.

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2. Trennen Sie die Plattenteile mit dem Fuchsschwanz; legen Sie die Platte, wie hier dargestellt, auf eine feste Unterlage.

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3. Nachdem Sie den Karton auf einer Plattenseite mit dem Teppichmesser eingeritzt haben, können sie die Platte über eine Kante brechen.

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4. Die beiden Plattenteile sind noch durch den Karton verbunden; winkeln Sie die Teile ab, und trennen Sie sie mit dem Teppichmesser.

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5. Müssen Teile der Platte am Rand ausgeschnitten werden, sollte man die Schnittkanten, wie hier dargestellt, gegen Abbrechen sichern.

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6. Ausschnitte in der Plattenfläche fertigt man an, indem man in den Eckpunkten Löcher bohrt und von dort aus die Öffnung sägt.

 

Ausrichten und Anbringen von Gipskartonplatten

Die Gipskartonplatten sollten immer waagerecht oder senkrecht ausgerichtet an der Unterkonstruktion angebracht werden – je nach Kante. Auch zur Unterkonstruktion ist einiges zu sagen: Die einfachste Form einer Leichtbauwand besteht aus Boden-, Decken- und Wandanschlußhölzern, also einem Rahmen, in den Ständer eingestellt sind; anschließend werden sie befestigt.

Der Achsabstand zwischen lotrechten Bauteilen darf maximal 625 mm betragen, die Hohlräume werden mit Dämmstoff gefüllt, die Platten liegend angebracht. Besser ist eine Ständerkonstruktion (z. B. 60 x 60 mm), die mit einer waagerechten Traglattung (z. B. 30 x 50 mm) und mit einem engeren Lattungsabstand versehen wird.

Je größer die Fläche ist, die von der Platte überspannt wird, desto anfälliger ist sie für Beschädigungen. Bei Dachgeschoßausbauten sollte die Traglattung mit einem Achsabstand von 400 mm quer zu den Sparren angebracht werden. Schrauben sollten so lang sein, dass sie 30 mm in die Sparren greifen, bei Nägeln müssen es mindestens 45 mm sein.

Sie sollten außerdem im Gegensatz zu den Schrauben schräg eingetrieben werden.

 

 

Hilfsmittel bei der Verwendung von Gipskartonplatten

Auch bei der Montage der Platten gibt es zwei Befestigungsmöglichkeiten und spezielle Nägel oder Schrauben. Zum Verschrauben werden Schraubgeräte – sinnvoll allerdings nur für den gewerblichen Einsatz – und Schraubaufsätze für elektrische Bohrmaschinen angeboten.

Eine Bohrmaschine mit elektronischer Regelung oder ein entsprechender Bohrschrauber ist sicher eine gute Investition. Etwas mühseliger ist das Vernageln der Platten. Sie benötigen einen Hammer mit rundem, leicht balligem Kopf. Die Verwendung geeigneten Werkzeugs ist bei beiden Befestigungsarten von großer Wichtigkeit, denn das tragende Element von Gipskartonplatten ist der Karton, nicht die Gipsschicht. Daher darf die Pappe beim Anbringen der Platten durch Schrauben oder Nägel nur soweit verformt werden, dass die Schraub- oder Nagelköpfe bündig mit der Plattenfläche abschließen.

Keinesfalls darf der Karton einreißen. Durchschrauben oder Risse – durch einen kantigen Hammer verursacht – führen dazu, dass die Verbindung nicht mehr trägt.

Unabhängig von der Befestigungsart sollten die Schrauben oder Nägel immer einen Abstand von mindestens 10 mm von einer kartonummantelten Plattenkante haben, bei Schnittkanten vergrößert sich dieser Abstand auf mindestens 15 mm. Der Schrauben- bzw. Nagelabstand beträgt an Schrägen 170 bzw. 140 mm, an Wänden 250 bzw. 200 mm.

 

Verwendung von Gipskartonplatten, Anpassen

Beim Anbringen der Platten beginnen Sie immer in einer Raumecke. Da gemauerte und verputzte Wände selten ideal gearbeitet sind, muss die erste Platte angeglichen werden. Stellen Sie diese Platte lotrecht auf, um den meist unregelmäßigen Verlauf der Innenecke mit Hilfe eines Klötzchens anzuzeichnen, das Sie mit dem Bleistift an der anschließenden Wand entlangführen. Danach können Sie die Platte genau zuschneiden.

Die Platten werden mit einem Abstand von etwa 10 bis 30 mm zum Fußboden angebracht. Mit Hilfe von zwei kreuzweise übereinandergelegten Brettchen als Hebelmechanismus lassen sich die Platten mit dem Fuß hochdrücken, ausrichten und in dieser Lage halten, bis die ersten Nägel oder Schrauben gesetzt sind und die Platte halten. Die Fuge zwischen Wandbekleidung und Fußboden wird von der Fußleiste abgedeckt.

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1. Kreuzweise übereinandergelegte Brettchen dienen als Hebel, um die Platten in der richtigen Lage zu halten, bis sie befestigt sind.

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Verwendung von Gipskartonplatten 2. Sie können die Platten verschrauben oder vernageln. Verwenden Sie nur geeignetes Werkzeug und passende Befestigungsmittel.

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Verwendung von Gipskartonplatten 3. Führen Sie den Bleistift anhand eines Klötzchens an der anschließenden Wand entlang, um die Platte zuschneiden zu können.

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Verwendung von Gipskartonplatten 4. Versetzte Fugenstöße verhindern dass sich vier Plattenecken in einem Punkt treffen; die Ecken sind besonders stoßempfindlich!

 

Platten für besondere Aufgaben

Verwendung von Gipskartonplatten z.B. für leichte Trennwände

Verwendung von Gipskartonplatten 1. Eine einfache Lattung reicht als Unterkonstruktion für eine Bekleidung mit Gipskartonplatten aus – sie ersetzt in Altbauten neuen Putz.

Handelsübliche Gipskartonplatten reichen meistens völlig aus. Dennoch sei auf einige Einschränkungen hingewiesen.

Abhängig von Objekt, Nutzung und vorhandener Konstruktion ist es oft nötig, auf spezielle Gipskartonplatten zurückzugreifen, die den geforderten höheren Ansprüchen an den Brandschutz genügen. Unter Umständen müssen zusätzliche konstruktive Maßnahmen ergriffen werden. Es muss etwa die Beplankung doppelt ausgeführt oder bei einfacher Beplankung ein brandschutztechnisch wirksamer Dämmstoff eingesetzt werden. Genaueres erfahren Sie bei der örtlich zuständigen Behörde.

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Verwendung von Gipskartonplatten 2. Auch alukaschierte Gipskartonplatten – mit Einschränkungen für Feuchträume geeignet – trennt man mit dem Fuchsschwanz.

Zu Problemen kann es beim Einsatz von Gipskartonplatten in Feuchträumen kommen. Selbst wenn speziell für diesen Anwendungsbereich entwickelte imprägnierte Platten verarbeitet werden, ist bei normaler Nutzung von Bädern unbedingt eine ausreichende Lüftung nötig.

Durch die beim Duschen entstehende hohe Luftfeuchtigkeit nehmen die Platten in kurzer Zeit sehr viel Feuchtigkeit auf, die selbstverständlich wieder austrocknen muss. Bei Räumen, die sich nicht hinreichend belüften lassen und nicht richtig austrocknen können, sollte man auf Gipskartonplatten als Baustoff besser verzichten.

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Verwendung von Gipskartonplatten 3. Alu-Kantenschutzleisten für Außenecken. Die Platten müssen nicht ausgerichtet werden, da man sie später einspachtelt.

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Verwendung von Gipskartonplatten 4. Ein keilförmiges Holzstück dient als Hebel, bis die ersten Nägel die Platte tragen. Der Abstand der Nägel beträgt 200 mm.

 

Verwendung von Gipskartonplatten, Platten kleben

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Verwendung von Gipskartonplatten. Verteilen Sie den Klebemörtel streifenförmig auf der Wandoberfläche; größere Unebenheiten gleichen Sie mit Mörtel aus.

Eine andere Möglichkeit, Gipskartonplatten an Altbauwänden zu befestigen, besteht darin, die Platten mit einem speziellen Klebezement aufzubringen. Es muss allerdings eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein: der Putz muss in sich eine feste Struktur haben. Ist dies der Fall, kann man den Klebemörtel nach den Herstellerangaben anrühren und mit dem Zahnspachtel streifenförmig auftragen. Auch größere Unebenheiten lassen sich mit dem Mörtel auffüllen.

Für besonders problematische Untergründe bieten die Hersteller meist „Grundierungen“ an – die Platte wird in den Mörtel gedrückt, um sie lotrecht an der Wand auszurichten.

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Verwendung von Gipskartonplatten. Drücken Sie die Platte leicht in den Mörtel und richten Sie sie an der Wand lotrecht aus; Platte zum Abschluß vollflächig anpressen.

 

Plattenstöße sorgfältig verspachteln

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Verwendung von Gipskartonplatten 1. Bei dünnen Wandfugen drückt man einen Gazestreifen in den Füllspachtel ein. Eine dünne Schicht Feinspachtel bildet den Abschluss.

Heutzutage werden Gipskartonplatten unterschiedlicher Machart angeboten – altbekannte mit streng abgewinkelten Kanten und solche mit einseitig, fast keilartig abgerundeten Kanten: ein kleiner, aber gerade für das Verspachteln entscheidender Unterschied.

Bei der älteren, „rechtwinkligen“ Version sollte man die Pappe vor dem Verspachteln, vom Rand aus gesehen in einem Abstand von etwa 50 mm, einschneiden und diesen Streifen abziehen. Danach wird der Gipsspachtel aufgetragen.

Zusätzlich müssen alle Fugen mit einem Gazestreifen verstärkt werden, der mit einer dünnen Spachtelschicht abgedeckt wird. Bei der neueren Fertigungsvariante mit abgerundeten Kanten können die Fugen ohne Vorarbeit sofort verspachtelt werden, auch der Gazestreifen ist weitgehend überflüssig – eventuell ist eine Gewebeverstärkung beim Übergang einer Dachschräge in den Deckenbereich sinnvoll.

Ein besonderer Problempunkt bei Wandbekleidungen aus Gipskartonplatten sind alle Außenecken in Räumen. Diese Bereiche immer mit Kantenschutzleisten versehen!

Die schon befestigten Platten werden an den Außenecken leicht abgeschlagen. Danach befestigen Sie die Kantenschutzleiste und verspachteln sie abschließend zusammen mit den Fugen. Nachdem Sie alle Fugen mit der Kelle geglättet haben, können sie verbliebene Unebenheiten im letzten Arbeitsgang mit einem feuchten Schwamm beseitigen.

Gewöhnlich gehören Tapeten nicht zu den Dingen, die ein ganzes Leben halten sollen; nach einigen Jahren ist meist eine neue Tapete fällig. Zuvor jedoch muss die alte Tapete entfernt werden – eine sehr lästige Beschäftigung. Wenn die Tapete direkt auf Gipskartonplatten geklebt wurde, gerät die Aktion zur Sisyphus-Arbeit. Ein dünner Anstrich mit Binderfarbe vor dem Tapezieren macht das Abreißen der Tapeten später leichter!

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Verwendung von Gipskartonplatten 2. Größere Fugen, zum Beispiel solche zwischen Dachschrägen und Decken, werden zuerst mit einer Lage Füllspachtel geschlossen.

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Verwendung von Gipskartonplatten 3. Zur Verstärkung der Fuge – um Risse durch das Arbeiten der Unterkonstruktion zu vermeiden – arbeitet man ein Gittergewebe ein.

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Verwendung von Gipskartonplatten 4. Mit einem biegsamen Flächenspachtel wird eine zweite Spachtelschicht (bei kleineren Unebenheiten: Feinspachtel) aufgetragen.

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Verwendung von Gipskartonplatten 5. Eine weitere, dünne Schicht Feinspachtel beseitigt letzte Vertiefungen. Glätten Sie die Oberfläche mit einem feuchten Schwamm.

 

Alternative Faserzement

Faserzementplatten sind zwar meist etwas teurer, aber auch stabiler. Das Material selbst ist für Feuchträume geeignet, genügt recht hohen Brandschutzanforderungen und ist dennoch asbestfrei. Durchschrauben ist immer ein besonderes Problem bei der Verarbeitung von Gipskartonplatten – beim Anbringen von Faserzementplatten brauchen Sie sich darum nicht zu kümmern. Diese können zugeschnitten, geschraubt und genagelt werden, die Platten werden aber von vornherein nicht auf Stoß, sondern mit einem Fugenabstand von etwa 5 mm angebracht.

 

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