Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

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Eine Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten ist eine attraktive Möglichkeit, eine Wand in einem Raum zu gestalten oder zu verändern.

Bei der Wandverkleidung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man Profilbretter oder Dekorplatten anbringen kann, und es ist wichtig, das Material sorgfältig auszuwählen und die Wand vor der Verkleidung gründlich vorzubereiten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

Eine Wand – oder gleich mehrere Wände – in einem Raum mit Brettern zu verkleiden, bringt nicht nur Atmosphäre: Montiert man die Verkleidung an einer Außenwand, dann lässt sich der Raum während der kalten Jahreszeit mit weniger Energieaufwand beheizen – der Wärmeverlust durch die Wand verringert sich.

Für die meisten Hausbesitzer zählt aber in erster Linie, dass der Raum durch eine holzverkleidete Wand behaglicher, wohnlicher wird – und dass auf lange Sicht keinerlei Schönheitsreparaturen an der betreffenden Wand mehr anfallen.

Bei Tapete wäre eine Renovierung oder Anstrich etwa alle fünf Jahre fällig.

 

Wandverkleidung, direkt auf Mauerwerk

Wer beim Entwurf und Bau eines eigenen Hauses die Holzverkleidung an den Wänden rechtzeitig einplant, kann einen Teil der Baukosten sparen und damit möglicherweise sogar die Holzverkleidung finanzieren: Das Mauerwerk muss nicht erst verputzt werden, wenn der Putz nachher sowieso hinter den Nut- und Federbrettern verschwindet.

Die Unterlattung für die Wandverkleidung kann direkt auf dem Mauerwerk montiert werden. Mit Justierschrauben oder Ausgleichkeilen lassen sich Unebenheiten des Mauerwerks vollständig ausgleichen. Auch bei sauber und makellos verputzten Wänden ist eine Unterlattung erforderlich:

Die Wandverkleidung soll nicht direkt auf der Wand befestigt sein, sondern zwei bis drei Zentimeter Abstand halten. Dadurch ergibt sich ein Luftpolster, das einerseits als Wärmedämmschicht wirkt, andererseits das Holz hinterlüftet und so verhindert, dass es dort, wo man es nicht pflegen kann, schimmelt und fault.

Montage mit Fugenkrallen bei der Wandverkleidung

Die Unterlattung für die Wandverkleidung bringt einen weiteren Vorteil mit sich. Sie bewirkt, dass die Montage der Bretter leichter wird. Die Nägelchen für die Fugenkrallen müssen nicht in Mauerwerk oder Putz eingeschlagen werden. In die Holzlatten lassen sie sich sehr leicht eintreiben. Bei der am häufigsten ausgeführten Wandverkleidung, der senkrechten Anordnung der Bretter, ist die Unterlattung waagerecht zu montieren.

Bei waagerechter Verbretterung laufen die sägerauhen Wandlatten senkrecht.

Wichtig für das Gelingen der senkrechten Wandverkleidung ist, dass das erste Brett absolut lotrecht ausgerichtet wird und man bei fortschreitender Arbeit mit der Wasserwaage immer wieder prüft, ob die Fugen zwischen den Brettern über die ganze Wand senkrecht verlaufen.

Die Außenkante des ersten Bretts ist der anschließenden Wand anzupassen: das Wandprofil wird auf dem Brett angezeichnet und mit Hobel oder Raspel nachgearbeitet.

Um das Wandprofil zu übertragen, hält ein Helfer das Brett in der Raumecke senkrecht. Mit Holzklötzchen und Bleistift „tasten“ Sie die Wand von oben nach unten ab.

Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

1. Dachlatten in 60 bis 80 cm Abständen befestigen; in Mauerwerk Schrauben und Dübel, in Leichtbausätzen Stahlnägel setzen.

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2. Die Vorderkanten der Latten in einer Ebene ausrichten. Dazu dienen Justierschrauben oder untergelegte Keile oder Klötzchen.

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3. Auf dem ersten Brett den Verlauf der angrenzenden Wand markieren und es mit Hobel, Raspel oder auch Stichsäge der Wand anschmiegen.

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4. Die Bretter lassen sich mit Nägeln befestigen. Damit die Nägel verdeckt sind, werden sie in die Nuten eingeschlagen und versenkt.

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5. Alternative: Fugenkrallen greifen mit einem Winkelstreifen in die Nut des einen Bretts und haken sich unter der Feder des anderen fest.

 

 

Diffizile Details bei der Wandverkleidung

Bei einem Zimmer gewöhnlicher Höhe wird jedes Brett an vier Latten mit Fugenkrallen und Nägeln befestigt: an Kopf- und Fußende und an zwei dazwischenliegenden Latten.

Steckdosen und Schalter müssen eigens mit Latten umgeben werden, an denen sich die Unterputzdose neu befestigen lässt.

Befindet sich ein Fenster in der Wand, so ist dessen Laibung ebenfalls mit Leisten einzurahmen, bevor man die Wandverkleidung montiert. Nehmen Sie hier gehobelte Ware. Der Rand der Wandverkleidung kann später mit einer Winkelleiste oder einer Profilleiste eingefaßt werden.

 

Außenwinkel der Wandverkleidung überdecken

An den Kanten von Wandvorsprüngen wird das letzte Brett schmaler gesägt und beigehobelt. Eine Winkelleiste deckt den Übergang ab. Auch das letzte Brett einer Wand muss in aller Regel beigehobelt werden. Man montiert es stets gemeinsam mit dem vorletzten Brett.

Beide Bretter werden unter Spannung in die Lücke eingesetzt und lediglich mit kleinen Nägelchen im letzten Brett auf der Unterlattung befestigt.

Wenn die alte Fußleiste nicht abmontiert wird und man die Holzverkleidung einfach davorsetzt, muss zum Schluß eine neue Fußleiste auf die Verkleidung genagelt werden. Eventuell sind auch die Ober- und die beiden Seitenkanten der Wandverkleidung mit dünnen Leisten einzufassen, damit ungleichmäßige Schnittkanten verdeckt sind.

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1. Jedes Brett in voller Länge an das vorige Brett mit Hammer und Zulageholz anschlagen. Senkrechten Stand mit Wasserwaage prüfen.

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2. Für Schalter und Steckdosen eine eigene Unterlattung anbringen; die Unterputzdose neu befestigen und die Bretter ausschneiden.

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3. Das letzte, auf Maß geschnittene Brett mit dem vorletzten, eventuell noch einem weiteren, in die Lücke drücken und festnageln.

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4. Fensterlaibungen mit einer gehobelten Leiste einrahmen und eine Profilleiste auf den Rand der Wandverkleidung setzen.

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5. Die alte Fußleiste kann hinter der Holzverkleidung verschwinden. Als Abschluß eine neue, im Holzton passende Fußleiste montieren.

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6. In Innendecken kann man die Bretter direkt zusammenstoßen lassen oder sie durch eine Winkelleiste voneinander absetzen.

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7. Außenecken sehen sauber aus, wenn man die Außenkanten der Bretter mit einer Winkelleiste (glatt oder profiliert) überdeckt.

 

Wandverkleidung mit Dekorplatten

Hartfaserplatten mit aufgedrucktem oder auch aufgeprägtem Dekor sind ein vergleichsweise preiswertes Material für eine Wandverkleidung: preiswert auch deshalb, weil sie für viele Jahre Schönheitsreparaturen überflüssig machen und keine Folgekosten verursachen.

Solche Dekorplatten sind nur knapp 4 mm dick und sehr elastisch. Sie verlangen einen absoluten ebenen Untergrund, sonst zeichnen sich alle Unregelmäßigkeiten auf ihrer Oberfläche ab. Um einen ebenen Untergrund zu erhalten, zieht man es vor, die Dekorplatten ähnlich wie Profilbretter auf einer Unterlattung zu befestigen.

Sie gleicht sämtliche Buckel und Vertiefungen im Putz aus – und erlaubt es, die Dekorplatten auch auf unverputzten Wänden anzubringen.

 

Niveau ausgleichen

Die Latten der Unterkonstruktion müssen mit ihren Vorderkanten in einer Ebene liegen. Sie werden deshalb entweder mit Justierschrauben und -dübeln befestigt oder mit gewöhnlichen Wanddübeln und Schrauben.

Entscheidet man sich für die zweite Möglichkeit, müssen dort Distanzklötzchen zwischen Wand und Latte eingebracht werden, wo Mauerwerk oder Putz eine leichte Vertiefung aufweisen. Diese Arbeit muss besonders sorgfältig ausgeführt werden.

Es gilt, mit Wasserwaage und Richtscheit immer wieder nach allen Seiten zu prüfen, ob die Vorderflächen der Latten tatsächlich fluchten oder ob da und dort noch unterfüttert werden muss.

Weil die Wand mit Dekorplatten verkleidet werden soll, ist diese Arbeit besonders langwierig: Wegen der geringen Materialstärke und der sich daraus ergebenden Biegsamkeit der Platten muss man die Latten in besonders engen Abständen anbringen:

Soll die Lattung nur senkrecht oder waagerecht laufen, sind Abstände von höchstens 40 cm einzuhalten. Bei höheren Altbauwänden kombiniert man meist senkrechte und waagerechte Latten. Bei der Wandverkleidung sollte man stets in der Mitte einer Wand mit einer vollen Plattenbreite beginnen und symmetrisch zu den Kanten hin arbeiten. Beide Randplatten werden also um das gleiche Maß schmaler geschnitten.

Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

Die Unterlattung kann ausschließlich aus waagerechten Latten bestehen. Maximaler Abstand zwischen den Latten: 40 cm.

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Noch mehr Rückhalt bekommen die dünnen Platten, wenn Sie senkrechte Latten so montieren, dass sie unter den Plattenstößen liegen.

Wandverkleidung mit Profilbrettern oder Dekorplatten

Die Verkleidung sollte mit einer vollen Plattenbreite in der Mitte der Wand beginnen und nach beiden Seiten weitergeführt werden.

 

Plattenmontage

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Ein Plattenheber oder ein Fußhebel hilft, die Platte in genaue Position zu bringen, bis sie fest klebt oder sicher montiert ist.

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Bei Nagel- oder Schraubmontage diese Befestigungen möglichst unauffällig setzen – zum Beispiel in den Fugen eines Kachelmusters.

Die leichtgewichtigen Dekorplatten können entweder geklebt oder mit Stiften bzw. Schrauben auf der Unterlattung befestigt werden.

Einfarbige und zartgemustere Platten befestigt man am besten mit Kontaktkleber; bei lebhaft gemusterten Platten lassen sich die Köpfe der Nägel oder Schrauben meistens unauffällig im Dekor verstecken.

 

Plattenheber

Ob die Platten geklebt, genagelt oder geschraubt werden: Sie müssen genau in Position gebracht und dort so lange festgehalten werden, bis sie festsitzen. Dabei hilft ein Plattenheber; ersatzweise lässt sich auch eine Latte über einem Holzklotz als Hebel einsetzen.

 

Tipps für die Plattenmontage

Selbst wenn Plattenstöße mit Leisten überdeckt werden: sie sollten gerade und glatt sein. Beim Zuschneiden einer Platte heißt es also, darauf zu achten, dass die Kanten nicht aussplittern. Besonders sorgfältig sind Platten mit Paneel-Prägung zuzuschneiden, die ohne Deckleiste an den Stößen verlegt werden.

 

Platten kleben

Mit Kontakt- oder Montagekleber lassen sich Dekorplatten auf besonders elegante Art an die Wand bringen. Der Klebstoff ist nicht zu knapp auf Unterlattung und Plattenrückseite aufzutragen, damit die Platten sicher haften. Sorgen Sie für gute Durchlüftung, bis das Lösungsmittel des Klebers verdunstet ist.

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1. Schnittkanten beim Sägen mit einem Klebeband davor schützen, dass sie aussplittern. Eine möglichst feingezahnte Säge verwenden.

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2. Dekorplatten mit Paneelmuster können auch ohne Deckleisten über den Stößen verlegt werden. Die Stöße wirken wie Schattenfugen.

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3. Sind die Platten kürzer als die Wand, lässt man sie bündig an die Decke stoßen und bringt am Fuß eine Scheuerleiste an.

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4. Kontaktkleber mit einem Spachtel auf der Unterlattung und der Rückseite der Platten auftragen und gleichmäßig verteilen.

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5. Montagekleber auf die Platten auftragen, Platten gegen die Latten drücken, abnehmen; Kleber ablüften lassen, dann fest drücken.

 

Plattenstöße

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Stöße zwischen zwei Platten lassen sich mit passenden Kunststoffprofilen abdecken, die in verschiedenen Farben erhältlich sind.

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Ähnliche Profile sind an Außenecken einzusetzen. Sie schützen die Plattenkanten und -Rückseiten davor, dass Feuchtigkeit eindringt.

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Innenecken einer Plattenverkleidung lassen sich auch mit gewöhnlichen Winkelleisten überdecken. Die Leisten werden farbig lackiert.

 

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