Betonieren, Stahlbeton, Betonmatten, Fundamente

Betonieren in der Praxis, die wichtigste Voraussetzung, um ein solides Haus zu errichten, sind sorgfältig gegossene Fundamente

Betonieren, guter Beton zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Bei Zug Belastungen kann er jedoch sehr schnell reißen. Daher müssen Bauteile, in denen Zugspannungen auftreten (Decken, Träger, Stürze usw.)

Betonieren, Stahlbeton, Betonmatten, Fundamente

Betonieren

Durch Stahlbewehrungen verstärkt werden. Ungehobelte Schalbretter gibt es bei den meisten Baustoffhändlern in Breiten zwischen 10 und 24 cm sowie in Längen von 300 und 400 cm. Schaltafeln von 50 cm Breite sind 150, 200 oder 250 cm lang.

 

Betonieren, Bewehrungen aus eingelegten Moniereisen verstärken den Beton

Die Erkenntnis, dass Beton durch das Einlegen von Stahlbewehrungen in die Lage versetzt wird, enorme Zugspannungen aufzunehmen, hat die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts mit komplizierten Betonkonstruktionen erst möglich gemacht.

Welche Stahlstärken an welcher Stelle in den Beton von Decken usw. eingebaut werden müssen, legt der Statiker nach seinen Berechnungen fest. Diese Angaben sind Teil der Planungsunterlagen, die zur Erlangung einer Baugenehmigung eingereicht werden müssen. Auf keinen Fall darf ein Do-it-yourselfer bei tragenden Bauteilen nach eigenem Gutdünken Stahlbewehrungen einbauen.

Betonstahl gibt es in Stangen von 6 m Länge und Stärken von 6 bis 28 mm. Diese auch Moniereisen oder Torstahl genannten Stäbe besitzen eine geriffelte Oberfläche, die eine gute Verbindung mit dem Beton gewährleisten soll.

 

Zum Einbau in Stürze oder Betonträger werden die Stahlstäbe zu so genannten Körben zusammengebunden.

Aus meist 6 oder 8 mm starken Stäben werden dazu Rechtecke gebogen, in die man lange Stäbe einschiebt und durch Draht mit den Rechtecken verbindet. Größe und Abstände der Rechtecke sowie Anzahl und Dimensionen der Längsstäbe gibt der Statiker genau vor. Stahlhändler, die sich auf Betonstahl spezialisiert haben, fertigen die Rechtecke oder auch die gesamten Körbe auf Wunsch vor.

Müssen Bodenplatten, Decken oder Terrassen durch Einlegen von Betonstahl verstärkt werden, arbeitet man mit so genannten Betonmatten. Das sind kreuzweise miteinander verschweißte Stahlstäbe von 4 bis 12 mm Durchmesser. Die Abstände der Stäbe betragen 100, 150 oder 250 mm.

 

Abstandhalter zum Betonieren

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Kunststoffabstandhalter für Betonstäbe und Betonmatten mit verschiedenen Durchmessern

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Betonklötzchen, das als Abstandhalter für auf der Schalung liegende Bewehrungen eingesetzt wird

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Solche so genannten Reiter aus Stahl gibt es in verschiedenen Längen. Matten oder Stäbe werden darauf gelegt und mit Draht angebunden

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Hier ein Kunststoffabstandhalter, der wie ein Clip auf den Betonstab geschoben wird und so verhindert, dass er auf den Boden der Schalung absinkt

 

 

Monierzange

Zum Trennen von Betonmatten oder zum Ablängen von Betonstäben nehmen die Profis auf dem Bau eine große Monierzange mit langem Hebelarm und günstiger Übersetzung. Damit lassen sich auch dicke Stäbe problemlos knacken. Statt dessen können Sie aber auch Ihren EinhandwinkelschleiferBetonieren einsetzen, den Sie dazu mit einer Trennscheibe bestücken.

Betonstahl ist grundsätzlich nicht rostgeschützt. Daher sind die beim Baustoffhändler im Freien gelagerten Stangen und Matten meist auch an der Oberfläche angerostet. Dies ist aber kein Mangel. Ist der Stahl nämlich später durch hochwertigen Beton (mind. B 15/B 25) umhüllt, ist er damit vor weiterem Rosten geschützt.

Wichtig ist, dass die Stäbe oder Matten innerhalb der Betonschalung an der richtigen Stelle liegen. Bei einem Fenstersturz beispielsweise ist dies der untere Bereich, wo die durch den  Druck von oben verursachte Zugspannung auftritt. Verschiedene Abstandhalter helfen dabei, die Bewehrungen vor dem Ausgießen der Schalung in der korrekten Position zu fixieren. Bei tragenden Bauteilen muss der Bauleiter dies kontrollieren, ehe betoniert wird. Würde die obere Bewehrung einer Balkonplatte ohne Abstandhalter in den frischen Beton gelegt, könnte sie unkontrolliert einsinken, was eine enorme Verringerung der Tragfähigkeit des Bauteils zur Folge hätte.

 

Betonieren, Stahlmatten Trennen

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Mit der großen Monierzange lassen sich Betonstäbe problemlos durchkneifen

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Auch mit der Trennscheibe können Sie die Stäbe leicht durchtrennen

 

Betonieren in der Praxis

Die wichtigste Voraussetzung, um ein solides Haus zu errichten, sind sorgfältig gegossene Fundamente, die das gewaltige Gewicht des späteren Baukörpers sicher auf den Baugrund übertragen. Mit jedem Stein werden die Lasten, die auf den Fundamenten ruhen, größer. Bei einem üblichen Einfamilienhaus sind dies inklusive der Zusatzbelastungen leicht 800 Tonnen  und mehr. Durch den dabei entstehenden Druck sinkt das gesamte Gebäude ein wenig in den Untergrund ein. Dies muss aber gleichmäßig geschehen, sonst bilden sich im aufsteigenden Mauerwerk die gefürchteten Setzrisse.

Damit das Fundament des Hauses zentimetergenau die im Lageplan vorgegebene Position einhält, benötigt man ein Schnurgerüst, an dem die Außenecken des Gebäudes markiert werden können. Es besteht aus vier so genannten Winkelböcken, die in den Ecken der Baugrube errichtet werden. Ihre Eckpunkte liegen außerhalb der Gebäudeposition, die Schenkel ragen jedoch über die Gebäudeecken hinaus. Werden auf diesen Schenkeln die korrekten Fluchten des Fundamentes bzw. der Kelleraußenwände markiert, kann man an den Markierungspunkten der Bretter vier Schnüre befestigen, von denen aus sich die Fluchten auf den zu errichtenden Baukörper übertragen lassen.

Die klassische Ausführung der Bauwerksgründung ist das so genannte Streifenfundament. Unter den tragenden Wänden des Hauses werden dazu streifenförmige Gräben ausgehoben und mit Beton verfüllt. Sind keine zusätzlichen Stahlbewehrungen erforderlich, genügt in der Regel die Betonqualität B 5 oder B 10. Bei stahlbewehrten Fundamenten wird die Güte B 15/B 25 gewählt, um sicherzustellen, dass der Stahl nicht innerhalb des Betons rostet.

 

Das Einbringen des Betons in die sauber ausgehobenen Gräben erfolgt in Schichten von 20-30 cm Stärke.

Die erste Lage wird beim Betonieren durch Stampfen verdichtet und dann sofort die zweite Lage eingebracht. Man betoniert die gesamten Streifenfundamente in einem Arbeitsgang, um eine optimale Längsverbindung des Materials zu gewährleisten. Sind die Streifenfundamente bis zur Sohle der Baugrube betoniert, wird der Kellerboden in der vorgesehenen Höhe ringsum abgeschalt und mit Lieferbeton verfüllt. In den frischen Beton legt man zur Bewehrung Baustahlmatten.

Um zu verhindern, dass bei ungünstigen Bodenverhältnissen Feuchtigkeit in die Betonplatte eindringt, kann vor dem Betonieren eine kapillarbrechende Schicht aus gewaschenem Kies aufgebracht werden. Die Streifenfundamente muss man in diesem Fall entsprechend höher vorbereiten. Dazu legt man Kanthölzer auf die Ränder der Fundamentgräben, ehe man den Beton einbringt.

 

Betonieren, Baugrube

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Je nach Festigkeit des Bodens darf die Neigung maximal 60 Grad betragen

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Vom Schnurgerüst werden die Ecken der Schalung für die Bodenplatte gelotet

Weil die Herstellung von Streifenfundamenten relativ aufwändig ist, geht man heute mehr und mehr dazu über, als Bauwerksgründung eine durchgehende Bodenplatte zu wählen. Bei dieser Arbeitsweise können kapillarbrechende Kiesschichten und eventuell erforderliche Flächendränagen problemlos angelegt werden. Sind auch die Grundleitungen vorbereitet und etwaige Dränage- oder Schmutzwasserschächte ausgehoben und geschalt, wird als Trennlage eine Bau Folie überlappend ausgelegt. Nachdem rundum die Schalung aufgestellt und abgestützt ist, wird dann zunächst eine etwa 5 cm dicke Sauberkeitsschicht aus Beton gegossen.

Weil bei der durchgehenden Bodenplatte jeder Punkt mit tragendem Mauerwerk belastbar sein muss, erhält der Beton eine zweilagige Bewehrung aus Baustahlmatten. Die erste Mattenlage muss im unteren Drittel der etwa 20-25 cm dicken Bodenplatte liegen. Durch Distanzböcke aus Kunststoff oder Baustahl wird die zweite Mattenlage dann so fixiert, dass sie im oberen Drittel des Betons ruht.

 

Bodenplatte beim Betonieren

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Die Schalung für die Bodenplatte wird ausgerichtet. Hier kommen spezielle Metalwinkel zum Einsatz, die man sich mit dem Schalmaterial ausleihen kann

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Als Trennschicht zwischen Erdreich und Beton wird in überlappenden Bahnen eine stabile Bau Folie aus Polyethylen ausgelegt (Folienstärke 0,2 mm)

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Die Baustahlmatten der unteren Bewehrung liegen auf Abstandhaltern aus Kunststoff. Es folgt eine zweite obere Bewehrung auf höheren Abstandhaltern

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Der Lieferbeton wird eingebracht. Während ein Mann den Stutzen der Betonpumpe führt, glättet ein zweiter den frischen Beton

Zweckmäßigerweise wählt man Lieferbeton in wasserundurchlässiger Qualität. So kann man sicher sein, dass die aufsteigenden Mauern später auf absolut trockenen Füßen stehen. Die  Mehrkosten für eine bewehrte Bodenplatte machen sich aufgrund der Zeit- und Arbeitseinsparung sicher bezahlt.

Neben den Fundamenten und Decken sind es beim Hausbau vor allem Stürze über Fenstern und Türen, die aus Beton hergestellt werden. Die Schalung wird aus stabilen Gerüstdielen hergestellt und zur Bewehrung wird ein nach den Angaben des Statikers gebundener durchgehender Korb aus Betonstahl eingelegt.

 

Fenstersturz

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Der Fenstersturz ist mit langen Gerüstdielen eingeschalt und die Bewehrung eingelegt. Eimerweise wird der frische Beton in die Schalung gefüllt

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Damit sich alle Hohlräume füllen, muss der Beton durch Stochern sorgfältig verdichtet werden. Zusätzlich schlägt man seitlich gegen die Schalung

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Bei warmen Wetter sollten Sie den Beton regelmäßig anfeuchten, weil er sonst zu schnell trocknet

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Ein so genannter Korb für die Bewehrung eines Fenstersturzes

 

Eine Stahlbeton-Plattendecke verarbeiten

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Die vorgefertigten Deckenplatten werden nach Plan auf die Mauerkronen gelegt. Die untere Bewehrung und die Abstandhalter der oberen Bewehrung sind bereits eingebaut.

Nach Vorgaben des Statikers müssen nun die Matten der oberen Bewehrung aufgelegt werden.

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Zuletzt wird der Lieferbeton eingebracht.

Die Stahlbeton-Plattendecke hat den Vorteil, dass das aufwändige Einschalen der Deckenfläche entfällt.

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