Mörtel, Mörtelgruppen, Putzmörtel und Putzgruppen

Den Mörtel mischt man heute kaum noch an der Baustelle an. Fast immer handelt es sich um Werkmörtel, er enthält bereits alle Bestandteile

Mörtel gibt dem Steinverband seine Haltbarkeit. Er besteht aus Sand, dem Bindemittel (Kalk und/oder Zement).

Mörtel, Mörtelgruppen, Putzmörtel und Putzgruppen

Mörtelgruppen, Putzmörtel und Putzgruppen

Zusatzstoffen wie z.B. Gesteinsmehl, Traß oder Pigmenten und Zusatzmitteln in geringen Mengen zur Beeinflussung bestimmter Eigenschaften (Erstarrungsbeschleuniger, Erstarrungsverzögerer, Haftvermittler). Man teilt den Mörtel in folgende Gruppen ein:

 

Die verschiedenen gruppen

I (MG I) besteht hauptsächlich aus Kalk und Sand. Die Druckfestigkeit ist gering. Eine Verwendung ist für höchstens zweigeschossige Bauweise und Wanddicken bis 24 cm möglich. Man darf diese Gruppe nicht für Kellermauern, bewehrtes Mauerwerk und Gewölbe verwenden.

II (MG II) besteht hauptsächlich aus Kalk, Zement (Verhältnis etwa 2 : 1) und Sand. Die Druckfestigkeit ist normal; Verwendung für Mauerwerk aller Art, außer bewehrtes Mauerwerk und Gewölbe.

IIa (MG IIa) besteht hauptsächlich aus Kalk, Zement (Verhältnis 1 : 1) und Sand. Die Druckfestigkeit ist höher als bei MG II. Verwendung für Mauerwerk aller Art, außer bewehrtes Mauerwerk und Gewölbe.

III (MG III) besteht hauptsächlich aus Zement und Sand. Die Druckfestigkeit ist aus diesem Grund hoch. Verwendung für Mauerwerk aller Art, auch bewehrtes Mauerwerk und Gewölbe.

 

Tipp

Kalk und Zement wirken ätzend, besonders auf Schleimhäute. Tragen Sie deshalb unbedingt immer Arbeitshandschuhe und eine SchutzbrilleMörtel. Den Mörtel mischt man heute kaum noch an der Baustelle an. Fast immer handelt es sich um sogenannten Werkmörtel. Er enthält bereits alle Bestandteile in genauer Dosierung.

Dem Werk- Trocken Mörtel muss man nur noch die richtige Menge Wasser zugeben, als Werk-Frischmoertel bekommt man ihn vollständig gebrauchsfertig auch direkt auf die häusliche Baustelle geliefert.

 

Fertigmörtel

Darunter versteht man Mauermörtel mit besonderen, genormten Eigenschaften. Die man überhaupt nur als Werkmoertel verwenden darf.

Traßmoertel für schlagregenbeanspruchtes Verblendmauerwerk gibt es in den Mörtelgruppen II, Ila und III. Er enthält als wichtigsten Zusatzstoff Traß kalk oder Traßmehl.

Dünnbettmoertel ist ein Zementmörtel (MG III) mit besonders feinem Sand. Man benutzt ihn für Mauerwerk aus Plansteinen aller Art.

Klebemörtel ist ebenfalls in der Regel ein Zementmoertel mit besonders feinem Sand. Er enthält als Zusätze zwischen 5 und 10, maximal bis zu 30 % Kunststoffbindemittel. Im allgemeinen handelt es sich dabei um dieselben wie in Dispersionsfarben. Man verwendet ihn hauptsächlich zur Verbindung von Betonfertigteilen.

Leichtmauermörtel, auch Wärmedämmmoertel genannt, entspricht MG II, Ila und III. Er enthält statt Sand Leichtzuschläge (Bims, Blähton, Blähschiefer, Liapor, Leca, Perlite); man benutzt ihn für hoch wärmedämmendes Mauerwerk.

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Auch größere Mengen können Sie sich für Ihre Baustelle liefern lassen

 

 

Putzmörtel und Putzgruppen

Zu den Bindemitteln der Mauermörtel kommen bei den Putzmoerteln noch Gips, Anhydrit und Kunststoff. Die Putzgruppen (PG) I bis III entsprechen in etwa den Mauermörtelgruppen, sind aber noch genauer unterteilt. So enthält z.B. ein Putzmörtel der PG la Luft- oder Wasserkalk als Bindemittel und ein Putzmoertel mit hydraulischem Kalk gehört zur PG Ib.

Gips-, Gipssand-, Gipskalk- und Kalkgipsmoertel gehören zu den Putzgruppen IVa bis IVd.

Anhydrit- und Anhydritkalkmoertel gehören zu den Putzgruppen Va und Vb.

Putze der PG I und II können vielfältigst verwendet werden – innen und außen, auf Fassaden, Wänden und Decken. PG-I-Putze sind allerdings gegen aggressive Luftbestandteile sehr empfindlich. Nicht geeignet sind sie auf Beton, Sockeln und allen erdberührten Wänden; hier muss man mit Putzen der PG III verputzen.

Auch der Spritzbewurf unter Putzen der PG I und II auf Außenwänden kann der PG III angehören.

Putze der PG IV und V setzt man vor allem als Deckenputze ein. Es gibt sie aber auch als Innenwandputze für Räume mit durchschnittlich normaler Luftfeuchte.

Die Putzgruppen für Kunstharzputze sind: POrg1 für Außen- und POrg2 für Innenputze.

 

Ihre Vorteile gegenüber mineralischen Putzen:

Sie sind leichter zu verarbeiten, härten schneller aus und bieten nahezu unbeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten (Farbe, Zuschläge, Oberflächenstruktur). Sie bilden riss freie, zähe elastische Schichten und können dünner aufgetragen werden als mineralische Putze.

Bindemittel sind in der überwiegenden Mehrzahl die gleichen Kunststoffe wie bei den Dispersionsfarben. Man bekommt sie verarbeitungsfertig oder als Pulver, dem man nur noch die richtige Menge Wasser zusetzen muss.

Tipp

Lösemittelhaltige Putze kann man zwar auch bei tiefen Außentemperaturen verarbeiten. Doch man gefährdet dabei sich selbst und schädigt die Umwelt durch die Lösemitteldämpfe.

Mörtel, Mörtelgruppen, Putzmörtel und Putzgruppen

Durch Zugabe der richtigen Menge an Wasser wird Trockenmörtel verwendbar Putze mit besonderen Verwendungszwecken:

 

Brandschutzputze

Sie erhöhen den Feuerwiderstand von Bauteilen und können zum Schutz brennbarer Baumaterialien eingesetzt werden; besonders wirksam sind Gipsputze und Putze, die Perlite oder Vermiculite enthalten.

 

Wärmedämmputze

Ihre Wärmeleitzahl darf höchstens 0,2 W/m2K betragen; man bekommt sie nur als Werkmörtel. Die meisten enthalten Zusätze von expandiertem Polystyrol (EPS); es gibt aber auch rein mineralische Wärmedämmputze mit Perlite- oder Vermiculite Zuschlägen.

 

Sanierputze

Sie sind ebenfalls werkgemischte Trocken Moertel. Sie haften besonders gut, auch auf salzhaltigen und feuchten Untergründen. Enthalten meistens Silikone und Luftporenbildner als Zusatzmittel. Sie wirken wasserabweisend, sind aber wasserdampfdurchlässig.

 

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