Furnier-Ornamente restaurieren und fachgerecht ausbessern

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Furnier-Ornamente restaurieren, mit den geeigneten Techniken können beschädigte Bereiche repariert und das Möbel wiederhergestellt werden

Wenn Sie Furnier-Ornamente restaurieren ist es wichtig, zunächst den Zustand des Furniers zu beurteilen und eventuelle Schäden zu reparieren. Anschließend kann das Furnier sorgfältig gereinigt, geschliffen und mit speziellen Produkten aufgefrischt werden, um seinen ursprünglichen Glanz wiederherzustellen. Eine professionelle Restaurierung kann dazu beitragen, die Schönheit und den Wert der Furnier-Ornamente zu erhalten.

Furnier-Ornamente restaurieren und fachgerecht ausbessern

Man möchte meinen, dass eine Marketerie – wie man traditionell jedwede Einlegearbeit nennt – auf einer Stuhllehne oder dem Deckel einer Schatulle ewig hält, da sie weit weniger beansprucht wird als etwa die Verbindungen zwischen den Teilen des Stuhlgestells oder die Scharniere der Schatulle.

Doch die dünne Leimschicht unter den verschiedenen Bestandteilen der lntarsie ist durchaus gefährdet. Gerade bei sehr feingliedrigen Arbeiten verhakt sich schon einmal etwas unter den Kanten oder Spitzen eines Furnierstückchens.

Die Folge: Das Holzteil löst sich ab. Das Risiko, dass nun weitere Teile aus der Marketerie herausbrechen, steigt erheblich. Ist noch dazu der Leim bröckelig, löst sich die Marketerie bald vollends aus der Möbelfläche. Dann ist es wenig zweckmäßig, die Einlegearbeit wieder zu komplettieren und nur das fehlende Stück zu ersetzen.

Da sich möglicherweise über kurz oder lang weitere Teile lösen, sollte man sich überlegen, ob man nicht gleich das ganze Ornament von Grund auf ersetzt.

 

Furnier-Ornamente restaurieren, Original als Vorlage

Solange die Teile noch fast vollständig vorhanden sind, geben sie eine gute Vorlage für den Zuschnitt der neuen Teile ab. Fehlen hingegen erst einmal einige Teile, wird es schon schwieriger, die Umrisse aller Partien korrekt nachzuformen. Das Nachschneiden eines Ersatzstückes ist recht leicht, wenn das betreffende Ornament an einem Möbelstück noch einmal vorkommt. Auch wenn es seitenverkehrt erscheinen sollte, bringt diese Arbeit keine weiteren Schwierigkeiten mit sich. Man kopiert die fehlenden Teile eines Ornamentes und überträgt sie spiegelverkehrt auf das Material für das Ersatzstück.

 

Detailgenaues Schnittmuster anfertigen

In größeren Intarsien, wie etwa der Darstellung von Blumengebinden, kehren dieselben – oder doch sehr ähnliche – Motive mehrmals wieder; ein gestalterisches Konzept, das einst die Anfertigung der Intarsie beträchtlich erleichtert hat. Das Schnittmuster für ein fehlendes oder auch nur unvollständiges Ornament kann daher in vielen Fällen von einem Gegenstück oder „Spiegelbild“ übertragen werden.

Das Verfahren ist einfach: Man legt ein Blatt Transparentpapier (oder glatte, durchsichtige Folie) über die Vorlage und sichert es mit wenigstens zwei Klebestreifen, so dass es nicht verrutschen kann. Mit einem spitzen Bleistift oder einem Stift mit Feinstrichmine zeichnen Sie nun die Umrisslinien der einzelnen Furnierstücke nach. Arbeiten Sie dabei mit wenig Druck, damit der Stift nicht plötzlich durch eine Rille im Holz abgelenkt wird.

Wenn die Umrisslinien nur schwach sichtbar sind, können Sie sie nach Ablösen des Papiers stärker nachziehen. Lösen Sie die Zeichnung vom Möbel, und kleben Sie sie auf ein Stück Karton auf, das ringsum ein oder zwei Zentimeter größer ist als das Ornament selbst.

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Mit spitzem Stift auf Transparentpapier können Sie die fehlerhafte Intarsie oder ein gleichartiges Gegenstück als Schnittmuster nachzeichnen.

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Kleben oder leimen Sie das Schnittmuster auf ein Stück Karton. Es sollte etwas größer als das auszubessernde Ornament sein.

 

Furniere besorgen

Nun müssen Sie die drei oder vier Furniersorten besorgen, aus denen die Marketerie zusammengesetzt ist. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass Sie Hölzer finden, die im alten Vorbild verwendet worden sind: Sie müssen vor allem auch Ersatzstücke in der zum Furnier der Umgebung passenden Dicke beschaffen.

Früher wurden Furniere sehr viel dicker als heute hergestellt. Die Fehlstelle im alten Ornament verrät Ihnen, ob modernes, dünnes Furnier reicht oder ob Sie sich auf eine etwas langwierigere Suche im Holzhandel oder in Restaurationsbetrieben gefaßt machen müssen.

 

Perfekte Repliken

Besorgen Sie vorsorglich lieber ein paar Furnierstücke Zuviel: Wenn Sie für drei verschiedene Holzsorten vier oder auch sechs unterschiedliche Ersatzfurniere zur Auswahl haben, werden Sie eher eine in Holzton und Maserung perfekte Replik Ihrer Intarsie herstellen können. So können Sie am besten die Teile austauschen und ersetzen, die im alten Material fehlen.

 

Laubsäge: Erste Sägeschnitte (Video)

Tipp anfeuchten

Weil die Oberflächenbehandlung am alten Möbel die Holzfarben angefeuert hat, Ersatzfurniere aber roh und damit viel blasser sind, ist es schwer, die Eignung der Ersatzfurniere festzustellen. Wenden Sie einen einfachen Trick an: Benetzen Sie das unbehandelte Furnier mit ein wenig Wasser. Das Holz wird dunkler und zeigt nun in etwa den Farbton, den es nachher durch die Oberflächenbehandlung bekommen wird.

 

Ersatzstücke mit der Laubsäge zuschneiden

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1. Schneiden Sie alle ausgewählten Furniere entlang dem Umriss der Schnittvorlage mit einem Skalpell auf gleiche Größe zu.

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2. Bündeln Sie Furnierblätter, Schnittvorlage und Kartonlage zu einem „Sandwich“. Das Paket wird von zwei Klebstreifen gehalten.

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3. Bohren Sie ein feines Loch auf einer Schnittlinie nahe dem Zentrum des Ornaments. Hier setzen Sie die Laubsäge an.

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4. Trennen Sie die einzelnen Teile nach und nach heraus. Die Säge senkrecht führen und mit möglichst wenig Vorschub arbeiten.

Die für Marketerien benötigten Furnierteile können einzeln zugeschnitten werden. Auf diese Weise lassen sich besonders dicht schließende Fugen zwischen den einzelnen Teilen erzielen, weil bei dieser Zuschnitt Methode der Rand der fertigen Nachbarpartie als Führung für das Messer dient. Übertragungsfehler sind ausgeschlossen.

Es gibt aber auch noch eine andere Methode. Die Fugen schließen bei diesem Verfahren zwar nicht ganz dicht, doch bleibt der Abstand zwischen den einzelnen Teilen der Marketerie immer gleich: Er ist so breit wie das feinste Sägeblatt der Laubsäge, die hierbei als Werkzeug zum Einsatz kommen. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass alle Furnierblätter übereinander gelegt und zur gleichen Zeit durchgesägt werden.

Es entsteht zwar ein gewisser Verschnitt, der mit der Anzahl der Furnierblätter zunimmt, doch hat man bei diesem Verfahren die Möglichkeit, einzelne Stücke auszutauschen, wenn einem die Holzfarbe und Maserung nicht gefallen oder bei der Bearbeitung einzelne Stücke beschädigt werden.

Dadurch, dass Sie viele Furnierstücke auf einmal bearbeiten, ist in jedem Falle für Ersatz gesorgt. Beim stückweisen Zuschnitt müsste er völlig neu angefertigt werden.

 

Arbeitsablauf

Die ausgewählten Furniere werden mit einem scharfen Messer (Skalpell oder Cutter) genau nach dem Maß des zuvor bereits auf Karton aufgezogenen Schnittmusters zugeschnitten. Wenn alle Furniere (möglichst ein, zwei Hölzer mehr als nötig in die Auswahl aufnehmen) auf gleiche Größe gebracht sind, werden Furnierstücke und Schnittvorlage mit wenigstens zwei Klebstreifen zu einem Paket verbunden.

Die Holzlagen sollen fest aufeinander liegen; zusätzlich können Sie noch ein zweites Kartonstück unter die Furnierlagen legen. Es entsteht eine Art Sandwich: Die Kartonlagen schützen die dünnen, zerbrechlichen Furniere beim Sägen und verhindern, dass das Holz bricht oder splittert, wenn die Säge ein wenig hakt.

Achten Sie beim Vorschneiden der Furnierstücke und auch beim Einlegen in das „Sandwich“ auf die Faserrichtung der einzelnen Hölzer. Nicht bei allen Teilstücken der Intarsie weist die Maserung in die gleiche Richtung. Meistens sind die Holzfasern – und damit die Maserung – radial angeordnet.

 

Fest einspannen

Spannen Sie das „Sandwich“ mit einer Schraubzwinge auf eine Arbeitsunterlage, und bohren Sie an einer beliebigen Nahtstelle mit einem 1 mm starken Bohrer ein Loch. An dieser Stelle setzen Sie die Laubsäge an. Spannen Sie ein möglichst feines Sägeblatt ein. Sägen Sie Stück für Stück aus.

Arbeiten Sie mit wenig Vorschub, und sorgen Sie immer für einen knappen Überstand der Teile auf dem Laubsägetischchen: Je weniger die Furniere federn, desto geringer ist die Gefahr, dass Teilchen ausbrechen. Vor allem bei den letzten Millimetern einer Trennlinie müssen Sie aufpassen, dass das Furnier nicht auseinanderbricht.

 

Tipp

Die Laubsäge muss genau senkrecht geführt werden, sonst geraten die Stücke in den verschiedenen Lagen unterschiedlich groß. Bei empfindlichen Teilchen sollten Sie das Furniersandwich so auf die Unterlage spannen, dass die Säge in das Tischchen hineinsägt. Sie arbeitet dann fast schwingungsfrei.

 

Intarsie wie ein Puzzle zusammensetzen

Die aus dem „Sandwich“ herausgesägten Teile werden beiseite gelegt. Erst wenn alle Teile gesägt sind, löst man die kleinen Furnierstapel in die einzelnen Lagen auf und setzt das „Puzzle“ zunächst einmal aus jenen Hölzern zusammen, die als erste Wahl ausersehen sind.

Dies hat mit äußerster Vorsicht zu geschehen. Es wäre nur zu ärgerlich, wenn jetzt noch ein Teil zerbräche. Man sollte am besten mit einer feinen Pinzette arbeiten. Wer mit einem sehr spitzen Skalpell schneidet, kann auch mit dessen Spitze in das Furnierteilchen stechen, das er als nächstes in sein „Intarsien-Puzzle“ einfügen will.

 

Auswahl treffen

Man kann die Einzelteile des Ornaments entweder im Rahmen, den die leergesägte Schnittvorlage bildet, zusammensetzen oder stattdessen eine der Furnierlagen aus dem „Sandwich“ dazu verwenden. Nun zahlt es sich aus, dass Sie ein paar Furniere mehr als unbedingt nötig zugeschnitten haben.

Schon wenn Sie die Furniere zunächst einmal trocken, ohne Leimzugabe, aneinanderfügen, werden Sie feststellen, dass hier eine Farbe nicht so richtig paßt, da eine Maserung allzu ausdrucksvoll ist. Durch das Sandwichverfahren mit „überschüssigen“ Furnierlagen steht Ihnen für jede einzelne Teilfläche innerhalb des Ornaments mehr als ein Ersatzstück zur Auswahl.

 

Teile zusammenheften

Wenn das Ornament komplett zusammengestellt ist und alle Teilflächen mit dem richtigen Furnier besetzt sind, sollten Sie die Teile untereinander fixieren, damit Sie die Intarsie als ein Stück in das Möbel einsetzen können. Setzen Sie an die Kanten zwischen den Teilen ganz vorsichtig feine Leimtropfen, oder kleben Sie über die Furnierstücke kleinere Stücke Leimpapier.

Es lässt sich später durch Zugabe von Wasser wieder ablösen. Selbstklebende Filmstreifen sind weniger geeignet. Sie haften zu fest und lösen sich nur unter einigem Widerstand ab, wenn Sie mit der Oberflächenbehandlung der fertig eingeleimten Intarsie beginnen. Sehr leicht könnten dabei Holzteilchen abgezogen werden.

Zunächst muss nun die alte Intarsie vollständig von der Oberfläche des Möbels entfernt, der alte Leim restlos weggekratzt werden, um die neue Marketerie auf eine gleichmäßige, dünne Leimschicht aufsetzen zu können. Man deckt sie dann mit einer Lage Backtrennpapier ab, beschwert sie oder presst sie mit Leim-oder Schraubzwingen fest, bis der Leim abgebunden hat.

Erst wenn der Leim fest ist, lässt sich das Leimpapier unter Zugabe von Wasser vorsichtig mit einem Stechbeitel abschaben. Überstehende Teile werden weggestochen oder mit Schleifpapier entfernt. Nun können Sie die Intarsie wachsen, mattieren, lackieren oder auch polieren und sie so genau der Umgebung anpassen, dass niemand Spuren der Ausbesserung entdeckt.

Furnier-Ornamente restaurieren und fachgerecht ausbessern

Setzen Sie die Intarsie aus den Furnieren zusammen. Variieren Sie die Teilflächen, bis Sie Furnier gefunden haben, das gut ins Bild paßt.

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Die endgültige Zusammenstellung wird durch punktweise Zugabe von Leim (an den Kanten) oder mit Leimpapier fixiert.

 

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