Rücktrittbremse am Fahrrad warten

Rücktrittbremse am Fahrrad warten, eine schlecht eingestellte und ungenügend gepflegte Bremse verhindert keinen Unfall – sie produziert ihn

Rücktrittbremse am Fahrrad warten. Auch der entspannt dahinradelnde Velozipedist muss nicht selten plötzlich anhalten – was nur mit einer intakten Bremse möglich ist. Eine mangelhafte Rücktrittbremse am Fahrrad gefährdet nicht nur die Gesundheit des Radlers selbst, sondern ist auch ein Unfallrisiko für Fußgänger, die unvermutet den Weg des Radfahrers kreuzen.

Rücktrittbremse am Fahrrad warten

Rücktrittbremse am Fahrrad warten

Eine schlecht eingestellte und ungenügend gepflegte Rücktrittbremse am Fahrrad verhindert keinen Unfall – sie produziert ihn!

Weil die Elemente der Rücktrittbremse zugleich Bestandteile des Antriebs in der Hinterradnabe sind, hat die Funktionsfähigkeit der Bremse auch Auswirkungen auf den Fahrkomfort. Wenn etwa das Hinterrad zu locker auf der Achse sitzt und dadurch die Bremse zu schwach und zu langsam greift, ist auch beim Fahren mit kräftezehrenden Reibungsverlusten zu rechnen.

Das Innenleben einer Hinterrad- Nabe – auch wenn es von Fabrikat zu Fabrikat anders aussieht – ist nicht sehr kompliziert. Auch der Laie darf sich getrost daran wagen, die Nabe zu öffnen, die Rücktrittbremse am Fahrrad auseinanderzunehmen und gründlich zu warten. Wer die Teile vorsichtig auseinandernimmt und sich ihre Anordnung genau merkt, hat nach der Inspektion beim Zusammensetzen keine Probleme.

Eine Rundum-Inspektion der Rücktrittbremse am Fahrrad ist nur selten fällig. Die meisten Funktionsmängel können von außen, ohne die Nabe auseinanderzunehmen, behoben werden – so etwa die wohl am häufigsten anfallende Reparatur, das Neujustieren des Lagerspiels. Ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Rücktrittbremse am Fahrrad neu eingestellt werden muss. Das Hinterrad hat zu viel Spiel auf der Achse und „schlackert“ quer zur Laufrichtung.

 

Rücktrittbremse am Fahrrad warten – Lagerspiel der Nabe einstellen

Bremshebel

Ein wichtiges Element jeder Rücktrittbremse am Fahrrad ist der an der linken Rahmenseite angebrachte Bremshebel. Er ist mit einem Konus im Innern der Radnabe verbunden und sorgt dafür, dass dieser nicht ausweicht, wenn von der rechten Rad Seite über den sogenannten Antreiber der Bremsmantel auf gespreizt und gegen das Innere der Radnabe gedrückt wird. Diese Funktion kann der Hebel jedoch nur erfüllen, wenn er über eine Blechmanschette fest mit dem Rahmen verbunden ist und sich nicht mit drehen kann.

Fest anziehen

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Mutter an der Halteschraube für den Bremshebel noch fest angezogen ist. Ist das nicht der Fall, hat der Bremshebel also „Spiel“, kann es bei scharfem Bremsen leicht mal passieren, dass der Hebel die Blechmanschette abreißt. Wenn das Hinterrad aus dem Rahmen ausgebaut wird, muss auch der Bremshebel von der Manschette gelöst werden. Man sollte sich angewöhnen, die Mutter zwischendurch auf die Befestigungsschraube aufzudrehen, damit sie nicht verloren geht. Nach dem Wiedereinsetzen des Hinterrades darf nicht versäumt werden, den Bremshebel erneut an der Manschette festzulegen!

Sollte die Manschette beschädigt sein oder fehlen, muss eine neue her. Den Bremshebel lediglich mit ein paar Drahtwicklungen festzuhalten, kann sehr gefährlich werden!

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Der Bremshebel muss mit einer Manschette fest am Rahmen befestigt sein. Gelegentlich die Schraubverbindung prüfen und nachziehen

 

 

Das Hinterrad sollte sich im Freilauf leicht und ohne Widerstand um die Achse drehen – aber nicht zu viel Spiel haben! Sitzt das Hinterrad zu locker, wirkt sich das nicht nur bei flotten Kurvenfahrten unangenehm aus. Zu viel Spiel beeinträchtigt auch Antrieb und Rücktrittbremse am Fahrrad. Um das Spiel zu regulieren, wird der mit dem Bremshebel verbundene Konus entweder etwas weiter auf die Achse aufgedreht oder, bei zu fester Einstellung, mit einer Viertel- oder halben Drehung des Bremshebels gelöst. Dazu muss erst einmal eine vor dem Bremshebelliegende Sicherungsmutter gelöst werden (die man nach der Korrektur wieder fest anziehen muss). Die Achse müssen Sie dabei festhalten.

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Einfache Achsen ohne Vierkant am Ende werden neben dem Rahmen eingespannt, damit sich der Bremskonus auf der Achse verstellen lässt

Achse festhalten

Einige Achsentypen weisen auf der Kettenseite einen Vierkant am Ende der Achse auf, der sich mit einem „Knochenschlüssel“ oder Mehrfachschlüssel festhalten lässt. Fehlt dieser Vierkant, muss man sich mit einem Kniff behelfen.

Das Hinterrad wird in diesem Falle ausgebaut und außerhalb des Rahmens wieder befestigt. Das Achsenende mit dem Zahnkranz spannt man fest, das Achsenende mit dem Bremshebel muss frei abstehen. Nun kann die Bremshebelsicherung ohne Schwierigkeiten gelöst, der Bremshebel verstellt werden.

Solange die Achse festgespannt ist, lässt sich durch Drehen und Rucken der Felge kommod prüfen, ob das Spiel der Rücktrittbremse am Fahrrad schon richtig eingestellt ist oder noch etwas korrigiert werden muss. Wenn abschließend die Sicherungsmutter wieder aufgedreht wird, hält man den Bremshebel fest, damit er sich nicht mit dreht. Dann das Rad wieder einbauen.

Rücktrittbremse am Fahrrad warten

Die Sicherungsmutter über dem Bremshebel lösen, bevor der Bremshebel verstellt wird. Nachher wieder fest anziehen

 

Hinterradnabe ausbauen und gründlich reinigen

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Nachdem man den Bremshebel abgenommen hat, setzt man den Gabelschlüssel am Konus an und schraubt den Konus ab

Das Zerlegen des Hinterrad-Antriebs bzw. der Rücktrittbremse am Fahrrad ist bei einer Nabe ohne Nabenschaltung kein schwieriges Unterfangen. Diese Arbeit kann sich jeder, auch ohne die Hilfe des Fachmanns, zutrauen; weil die Nabe nur aus wenigen Teilen besteht, darf man ganz sicher sein, dass man sie später in der richtigen Reihenfolge und Anordnung wieder zusammensetzt.

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Damit keine Kugel verlorengeht, sollte man ein Tuch unter das Hinterrad legen, bevor die Nabe vollends geöffnet wird

An das „Innenleben“ der Nabe gelangt man stets von der Bremshebelseite her. Die Sicherungsmutter vor dem Bremshebel wird, wie auf der vorigen Seite beschrieben, abgedreht, die Zwischenscheibe abgenommen, der Bremshebel vom Konus gelöst. Mit einem passenden Gabelschlüssel dreht man dann den Konus von der Achse. Dazu sollte man die Achse, wenn sich der Konus leicht abschrauben lässt, nach den ersten Umdrehungen senkrecht halten. Lässt er sich nur schwer bewegen, bleibt die Achse neben dem Radrahmen eingespannt.

Man kann sie statt neben dem Rahmen auch in einen Schraubstock einspannen. Allerdings sollte man dann weiche Blei- oder Kunststoff- Backen eingelegt haben, weil auf diese Weise das empfindliche Gewinde auf der Achse nicht beschädigt wird.

 

Nabe der Rücktrittbremse am Fahrrad öffnen

Damit kein Kügelchen aus den beiden Lagern verlorengeht, legt man ein Tuch unter, bevor man die Nabe abhebt. Arbeiten Sie so, dass Sie die Teile im Innern in ihrer Anordnung sehen und sich die richtige Reihenfolge einprägen können!

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Was zu viel Pflege der Rücktrittbremse am Fahrrad bewirkt, zeigen diese öltriefenden, verschmierten und – dadurch – auch stark verschmutzten Teile

Wenn man ein Bauteil nach dem anderen auf weißem Küchenkrepp ablegt, behält man den Überblick (und verschont den Arbeitsplatz von ÖI- und Fettflecken).

Den Zahnkranz und den damit verbundenen Konus braucht man in aller Regel nicht auseinanderzunehmen. Nur wenn das kleine Kugellager im Innern sichtlich defekt ist und das Zahnrad zu locker sitzt oder gar beschädigt ist, muss man auch diese beiden Teile voneinander lösen.

Ansonsten kann man sich damit begnügen, altes Fett und angelagerten Schmutz innen und außen gründlich zu beseitigen. Verwenden Sie ein nicht fußelndes Tuch, um den Achsendurchgang zu säubern. Das kleine Kugellager lässt sich am besten mit reichlich Reinigungsöl und einem Borstenpinsel reinigen.

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Nur im Schadensfall Antreiber und Zahnkranz voneinander trennen und reparieren. Gründliches Säubern genügt meistens

Brems- und Antriebsteile reinigen

In Fahrradgeschäften oder den Fachabteilungen der Warenhäuser wird Reinigungsöl angeboten. Man kann altes Fett und Öl aber auch mit Petroleum abwaschen. Meist löst sich der festgebackene Schmutz schon bei diesem Arbeitsgang. Bei stärkeren und besonders fest haftenden Verschmutzungen sollte man die Teile eine Weile in ein Reinigungsbad legen. Füllen Sie ein leeres Honigglas oder eine kleine Aluminiumschale mit der Reinigungsflüssigkeit; nach einiger Zeit bürsten Sie die Teile mit einem möglichst harten Borstenpinsel ab.

Man kann die Teile auch direkt in der Hand reinigen. Dann sollte man allerdings unbedingt absolut dichte Gummi- oder Plastik-Handschuhe tragen. Den aufgeweichten Schmutz mit einem sauberen Tuch oder reichlich Küchenkrepp abwischen und die Teile trocknen.

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Reinigungsöloder Petroleum löst altes Fett und weicht den Schmutz soweit auf, dass sich alle Ablagerungen leicht abwischen lassen

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Nach dem Waschen die Teile gründlich trocknen, dann auf Küchenkrepp in der richtigen Reihenfolge für den Zusammenbau ausbreiten

Rücktrittbremse am Fahrrad warten
Frisches Fett nicht zu reichlich, aber auch nicht zu sparsam in die Lagerschalen einstreichen. Ausschließlich Kugellager-Fett verwenden!

Die Reinigung hat gezeigt, dass die Lager am besten nur sparsam eingefettet werden sollten. Auch sollte man sich davor hüten, später zusätzlich Öl in die Hinterradnabe einzuträufeln. Öl verdünnt das Fett und verteilt es in der ganzen Nabe – auch dorthin, wo keines hingehört. Zuviel Fett wirkt lediglich als „Klebstoff“ für den Schmutz – der dann schmirgelnd und zerstörend auf Kugellager, Lagerschalen und Konusse einwirkt.

Verwenden Sie spezielles Kugellagerfett; es ist besonders zäh und haftet deshalb sehr lange in den Lagern. Dabei genügt es, die Lagerschalen mit Fett auszustreichen, die Kugellager einzusetzen und noch einmal ganz wenig Fett auf den Kugellagern zu verteilen.

 

Kugeln ersetzen

Wenn Sie beim Öffnen der Nabe nur noch einzelne Kugeln vorfinden, sollten Sie so viele neue einsetzen, dass der Umfang der Lagerschalen gut ausgefüllt ist. Beschädigte Kugelringe lassen sich nicht reparieren. Man sollte sie durch neue Ringe in gleicher Größe ersetzen. Nehmen Sie das schadhafte Stück zum Fahrradhändler mit, damit Sie passen den Ersatz bekommen.

Nun setzen Sie die Hinterrad-Nabe wieder zusammen, stellen das Lagerspiel ein und bauen das Hinterrad in den Rahmen ein. Zum Schluss nicht vergessen, den Bremshebel mit Schraube, Mutter und Manschette an der linken Hinterrad-Strebe des Rahmens zu befestigen!

 

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