Gipskartonplatten an die Wand nageln und schrauben

Gipskartonplatten sind ein ideales Material für Wandverkleidungen. Sie haben eine sauber kaschierte, ebene und glatte Oberfläche

Gipskartonplatten verbessern das Raumklima und helfen durch ihre hohen Dämmwerte zusätzlich Heizkosten zu sparen. Gipskarton gibt es als einfache Bauplatten und als Feuerschutzplatten. Die speziellen Platten haben einen besonders verfestigten Gips kern mit einem hitzebeständigen Zusatz aus mineralischen Fasern.

Gipskartonplatten an die Wand nageln und schrauben

Prüfbericht

Solches Material ist nur bei speziellen Feuerschutzkonstruktionen notwendig, denn der Prüfbericht des Instituts für Bautechnik ordnet auch die meisten einfachen Gipskartonplatten in die Klasse der nicht brennbaren Baustoffe ein. Fragen Sie im Baumarkt nach, welche speziellen Eigenschaften die von Ihnen ausgewählten Platten haben.

 

Standardgrößen für Gipskartonplatten

Es gibt Platten in Standardlängen von 200 bis 300 cm und in Standardbreiten von 125 cm, Sondergrößen können bestellt werden. Die Dicke variiert von 9,5 mm bis zu 18 mm. Die Platten lassen sich leicht verarbeiten. Das Ergebnis ist eine tadellos glatte, ebene Wandfläche, die Sie streichen, tapezieren, bespannen oder fliesen können.

 

Werkzeug und Aufhängungen für Gipskartonplatten

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Damit sind Sie für alle Fälle gerüstet: Glättekellen für Innen- und Außendecken, Glätte- und Reibekellen, Fugenkellen und Anmischtrog.

 

Befestigungsmittel für Gipskartonplatten

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X-Haken zum Aufhängen von Bildern halten je Nagel problemlos eine Last von 5 kg. Das reicht in den meisten Fällen aus. Die Nägel sollten leicht schräg nach unten eingeschlagen werden.

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Die spezielle Knauf-Befestigungsschraube trägt in Gipskartonplatten von 12,5 und 20 mm Dicke Lasten bis zu 80 kg. Nicht vorbohren, sondern von Hand langsam und ohne Verkanten eindrehen.

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Ein Schraubanker trägt – je nach Plattendicke und Gewindedurchmesser – Lasten von 20 bis 50 kg. Wie bei den anderen Befestigungsmitteln gelten die Angaben jeweils für einen Haken.

 

Oberflächen

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Rollputz ist eine interessante und einfache Art der Oberflächenbehandlung. Die Hersteller haben spezielle Putzsorten entwickelt.

Gipskartonplatten haben eine fertig kaschierte, glatte und ebene Oberfläche. Ganz ohne weitere Vorbereitung oder Grundierung können Sie darauf tapezieren, Putz aufbringen oder auch fliesen. Allerdings kann es vorkommen, dass gespachtelte oder verfugte Plattenwände ein anderes Saugverhalten haben als nicht gespachtelte Wände. Dann sollten Sie die fertig verkleidete Wand vor der Oberflächenbehandlung mit einem Grundanstrich behandeln, der das unterschiedliche Saugverhalten von Papierkaschierung und Spachtelmasse ausgleicht. Außerdem verbessert dieser Grundanstrich die Haftung zwischen Untergrund und Tapete oder Farbanstrich.

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Fliesen lassen sich auf den ebenen, glatten Gipskartonplatten leicht im Dünnbett-Verfahren verlegen. Fugen werden mit Siliconmasse ausgespritzt.

 

 

Hinterlattung – eine bewährte Unterkonstruktion

Gipskartonplatten gibt es in unterschiedlichen Längen und Breiten. Am günstigsten ist es, wenn Sie ein Format wählen, das Raumhöhe hat – so ersparen Sie sich viel mühsame Paßarbeit.

Auch die Unterkonstruktion, die Hinterlattung, ist auf diese Weise schnell und mit geringem Aufwand fertigzustellen. Dabei gibt es zwei verschiedene Verfahren, je nachdem, ob Sie die Platten senkrecht oder quer verlegen. Die senkrechte Verlegeart verlangt für die Unterkonstruktion den geringeren Arbeitsaufwand: Die Hölzer brauchen nur senkrecht verlegt werden, oben und unten wird je eine Abschlußleiste angebracht.

Die Latten sollten so breit sein, dass zwei Gipskartonplatten auf Stoß darauf angebracht werden können und die Nägel noch ausreichend Halt finden. Sie sollten nicht zu dicht am Rand stehen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, für die Nagelposition am Plattenrand eine durchgehende Linie zu ziehen und auch die mittlere Stoßlinie auf dem Holz anzureißen.

An die Qualität des Holzes sind keine besonderen Anforderungen gestellt, es verschwindet ohnehin hinter den glatten, sauberen Platten und ist dann nicht mehr zu sehen. Sie brauchen also keine feingehobelten Leisten zu kaufen, einfache, sägeraue Hölzer reichen völlig aus. Allerdings sollten Sie jedes Holz beim Einkauf kritisch darauf prüfen, ob es auch wirklich gerade ist. In sich verwundene, drehwüchsige oder krumme Hölzer sind nicht geeignet. Kaufen Sie die Latten deshalb nicht im Bund, sondern suchen Sie Stück für Stück aus. Hölzer mit Asteinschlüssen sortieren Sie ebenfalls aus, weil darin keine Nägel halten. Handelsübliche sägeraue Dachlatten sind das geeignete Material für die Unterkonstruktion. Sie haben die Standmaße 40 x 60 mm, es gibt sie in Längen bis zu 4,20 Meter.

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Die Unterkonstruktion soll zum einen den Gipskartonplatten einen sicheren Halt geben, zum anderen Unebenheiten in der Wand ausgleichen. Deshalb müssen alle Hölzer sauber mit der Wasserwaage ausgerichtet werden. Wenn nötig, müssen Sie die Latten mit Sperrholzstreifen oder Pappe entsprechend unterfüttern. Das gilt auch für die oberen und unteren Abschluss leisten.

Wenn Sie schwere Borde oder Schränke an die Wand hängen wollen, planen Sie die Unterkonstruktion so, dass darauf alle Aufhängepunkte liegen – Gipskartonplatten sind nur bedingt belastbar. Unregelmäßig angeordnete Schlitze in den Leisten garantieren eine ausreichende Hinterlüftung.

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Hier werden die Gipskartonplatten horizontal und versetzt zueinander verlegt. Die Unterkonstruktion ist in vier Fächer je Platte aufgeteilt.

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Bei senkrecht angebrachten Gipskartonplatten sollten die Querhölzer breit genug sein, damit sich die Platten auf Stoß anschlagen lassen.

 

Justier-Dübel

Unebene Wände verlangen viel Arbeit beim Ausgleichen der Hinterlattung. Es gibt Justierdübel mit Spezialschrauben, durch Rechtsdrehen wird die Latte angezogen.

 

Platten an die Wand nageln und schrauben

Gipskartonplatten an die Wand nageln und schrauben

1 Mit einer Hilfslatte markieren Sie die Position der einzelnen Hölzer. Schon jetzt müssen Sie sorgsam mit der Wasserwaage arbeiten.

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2 Die Grundlatte soll leicht über dem Fußboden „schweben“. So lassen sich später eventuelle Unebenheiten ausgleichen.

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3 Auch die obere Latte wird mit leichtem Fugenabstand zur Decke angebracht. Sie soll absolut parallel zur unteren Leiste liegen.

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4 Kontrollieren Sie die senkrechten Hölzer mit der Wasserwaage. Jetzt wird sich zeigen, ob die Wand auch wirklich im Lot ist.

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5 Hier ist ein Sperrholzstreifen als Distanzausgleich untergelegt. Schrauben Sie ihn mit der Latte fest, damit er nicht verrutscht.

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6 Die fertige Hinterlattung mit untergelegten Distanzhölzern. Sie sorgen gleichzeitig für eine ausreichende Hinterlüftung.

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7 Platte für Platte wird ringsrum auf die Hinterlattung genagelt oder geschraubt. Ein Unterlegkeil hält Abstand zum Boden.

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8 Hier ist für das Fensterbrett eine Aussparung in die Platte geschnitten. Unten ist ein Loch für die Steckdose vorbereitet.

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9 Bei der Fensterlaibung wird erst die Laibung selbst mit einem schmalen Streifen verkleidet, dann setzen Sie die Wandplatte gegen.

 

Platten sauber kleben

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1 Mit schmalen Streifen aus Zuschnittresten verkleiden Sie die Türlaibung. Beginnen Sie mit dem Sturz; dann die Seiten unterstellen.

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2 Beginnen Sie mit den unteren Plattenelementen. Auch hier sorgen kleine Zuschnittreste für die notwendige Bodenfreiheit.

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3 In reichlichen Batzen und in gleichmäßigen Abständen wird Kleberauf die Rückseite gebracht. So gleichen Sie Wandunebenheiten aus.

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4 Die Stoßfugen zwischen den Platten gleichen Sie mit einem Spezialmörtel aus. Er bindet schnell ab und schwindet nicht beim Trocknen.

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5 Kontrollieren Sie die Wandfläche immer wieder mit einer über Kreuz angelegten Richtlatte. So vermeiden Sie eine „Berg- und Talbahn“.

Im Klebeverfahren sind die Platten schnell an die Wand gebracht. Allerdings können Sie diese bequeme Arbeitsmethode nur bei einer entsprechend stabilen und saugfähigen Wand anwenden. Bedenken Sie, dass Sie wegen der fehlenden Unterkonstruktion keine schweren Gegenstände anbringen können – es sei denn, Sie unterfüttern an den entsprechenden Stellen mit einem Stück Dachlatte.

Die Platten selbst lassen sich im Klebebett noch ausrichten – das erleichtert die Arbeit. Denken Sie aber auch hier daran, dass Sie jede Platte mit Wasserwaage oder Lot ausrichten, denn sonst laufen Sie von vornherein völlig schief. Die Kleberbatzen sorgen für Distanz und Hinterlüftung.

 

Fensterbrüstung

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Diese Brüstungselemente sind breiter und durch den konischen Querschnitt besonders belastbar. Sauber ausrichten!

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Zwei schmale Brüstungselemente füllen die Fensternische. Das ist gleichzeitig eine gute nachträgliche lsolierungsmaßnahme.

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Mit einem entsprechenden Zuschnitt aus Gipskartonplatte können Sie die Fensterbank jederzeit nach Wunsch verbreitern.

 

Eine Decke aus Gipskartonplatten anbringen

Die Deckenverkleidung ist der schwierigste Teil der Arbeit. Die Arbeitssituation ist nicht einfach: Sie müssen die schweren Platten hochstemmen und dann über Kopf anhalten und befestigen.

Besorgen Sie auf alle Fälle erst einmal einen Helfer – allein lässt sich diese Aufgabe nicht bewältigen. Sie brauchen ferner eine solide und trittfeste Aufstiegshilfe, auf der zwei Personen sicher stehen und arbeiten können. Das Laufbrett muss so stark sein, dass es auch in der Mitte trägt – Sie werden darauf häufig hin- und herlaufen müssen.

 

Markierungen

Beginnen Sie damit, dass Sie die Position der Dachbalken an der Wand markieren. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie nur die Mitte kennzeichnen oder das ganze Profil. Wichtig ist, dass Sie die Position später wiederfinden, um dort die Nägel einschlagen zu können. Verlege Skizze Für Lampen oder irgendwelche anderen Gegenstände, die Sie später unter die Decke hängen wollen, müssen Sie ebenfalls eine Stelle in der bestehenden Unterkonstruktion wählen oder ein Hilfsholz einziehen. Fertigen Sie vom Lampenkabel auf jeden Fall eine maßstabgetreue Verlegeskizze an. Sie brauchen sie später unbedingt – wenn etwa Reparaturen an der elektrischen Installation auszuführen sind.

Die Platten selbst haben nur in den seltensten Fällen die Maße des Deckenrasters – eventuell muss jedes Stück einzeln zugeschnitten und angebracht werden. Prüfen Sie, ob es nicht günstiger ist, durch Einziehen einer Hilfslatte wieder auf ein der Plattengröße entsprechend des Rastermaß zu kommen.

 

Tragholz

Das Material ist recht schwer und hält keiner großen Biegebeanspruchung stand. Große Stücke legen Sie deshalb am besten auf ein Tragholz und heben sie damit unter die Decke – so vermeiden Sie von vornherein Bruch und damit auch unnötige Ausgaben.

Stützen Sie Platte und Tragholz mit ein paar untergestellten Stützhölzern solange ab, bis die Platte festgenagelt ist.

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1 Markieren Sie die Position der Trägerbalken an der Wand, damit Sie sie später wiederfinden, wenn die Decke verkleidet ist.

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2 Wo eine Lampe angehängt oder ein anderer Gegenstand befestigt werden soll, ziehen Sie vorsichtshalber ein Hilfsholz ein.

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3 Das Lampenkabel wird unter der Decke verlegt und durch ein Loch im Querholz geführt. Den Lampenhaken später in das Holz drehen.

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4 Ein sicheres Untergestell und ein Helfer sind nötig, um die Deckenplatten anzubringen. Immer von der Mitte heraus anheften.

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5 Fach für Fach wird geschlossen. Sie müssen die Platten gemäß der Deckenkonstruktion zuschneiden; eventuell Trägerhölzer einziehen.

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6 Es wird in Abständen von 15 cm mit 60 mm langen verzinkten Nägeln gearbeitet. Schlagen Sie vorsichtig, um die Platte nicht einzudrücken.

 

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