Rohrfittings löten, saubere und belastbare Verbindungen

Mit sauber gearbeiteten Lötstellen beim Rohrfittings löten verwandelt man viele Einzelteile wie Fittings und Leitungen in ein Ganzes

Im Gegensatz zu Steck- oder Schraubverbindungen ist beim Rohrfittings löten die Lötverbindung ein für allemal fest. Nur mit Gewalt kann sie gelöst werden. Rohrfittings – fertig vorbereitete Verbindungsstücke für Rohrleitungen – gibt es für (fast) jeden gewünschten Radius, auch als Reduzierstück und als T-Stück.

Rohrfittings löten, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen

Rohrfittings löten

Im Gegensatz zu früher gebräuchlichen Rohr Fittings sind moderne Rohrfittings wahre Präzisionsbauteile von exakter Pass Genauigkeit. Das ermöglicht sichere, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen, stellt aber auch hohe Ansprüche an die Verarbeitung. Es gilt, dafür zu sorgen, dass das Lötzinn rundum tief in die Verbindung hineinfließen kann. Bleibt irgendwo ein Spalt offen, ist die Verbindung undicht.

Rohrfittings werden bei Installation, Reparatur oder Erweiterung von Wasserleitungen aller Art verwendet – beispielsweise für Trinkwasser- oder Heizungsrohre. Beachten Sie, dass die meisten Wasserversorgungsunternehmen speziell bei Trinkwasserleitungen eine Montage oder Prüfung und Abnahme durch lizensierte, zugelassene Meisterbetriebe fordern!

 

Hartlöten oder Weichlöten ?

Beim Bau von Heizungssystemen werden Rohre und Fittings im allgemeinen hartgelötet. Nach neuesten Erkenntnissen ist jedoch das Weichlöten vorteilhafter. Die geringe Wärmeeinwirkung von 200-300°C (beim Hartlöten mehr als 600°C) kann das Gefüge des Kupfers nicht schädigen. Wegen der präzisen Passung ist es nicht nötig – und auch nicht ratsam (es wird einfach zu eng) – die Lötstellen, wie sonst beim Weichlöten üblich, vor dem endgültigen Verbinden zu verzinnen.

 

Vorbereiten, Rohrfittings löten

Rohrfittings löten, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen

Mit Schleifpapier oder feiner Stahlwolle schleifen Sie die Kontaktflächen metallisch rein – erst dann haftet das Lötzinn.

Lot haftet nur auf wirklich sauberem, metallisch reinem Material. Nur auf sorgfältig vorbereiteten Oberflächen sorgt es für dauerhafte Verbindungen. Mitunter reicht es nicht, das Metall zu putzen oder sauber zu wischen.

Die verwendeten Korrosionsschutzöle. die schon im Werk aufgetragen werden, um das Material möglichst lange „blank“ zu halten, verhindern oft, dass das Lötzinn überhaupt angenommen wird. So ist es in jedem Falle ratsam, das Metall blank zu schleifen. Als zusätzliche Maßnahme, um haltbare Verbindungen zu erzielen, empfiehlt es sich, ein Flussmittel aufzutragen.

 

Bleifrei Rohrfittings löten

Rohrfittings löten, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen

Für Trinkwasserleitungen sind bleifreies Weichlot und kaltwasserlösliches Flussmittel Vorschrift. Nach Fertigstellung gründlich durchspülen!

 

 

Rohrfittings löten, Flamme

Rohrfittings löten, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen

Gehen Sie gleichmäßig mit der Flamme um die Lötstelle herum. Wenn das Lot beim Antippen fließt, ist die richtige Temperatur erreicht.

Löten mit der Flamme hat den Vorteil, dass Sie genau sehen können, wo die Wärme auf die Bauteile trifft und welche Zone gerade erwärmt wird. Löten mit der Flamme erfordert aber auch ein gutes Augenmaß und eine gewisse Übung im Umgang mit dem Lötbrenner!

Zu dicht am Werkstück bedeutet in den meisten Fällen auch: zu heiß. Die Temperatur der Lötflamme lässt sich nicht regeln – die Stärke der Erhitzung richtet sich danach, wie lange und aus welchem Abstand die Flamme auf die Lötstelle einwirkt.

Sehr wichtig ist eine gleichmäßige Erwärmung, damit das Lötzinn überall gleichmäßig in die Verbindung hineinfließt. Sie müssen also mit der Flamme immer gleichmäßig um die Lötstelle herumgehen und so die Hitze gleichmäßig einwirken lassen.

Zu erkennen, wann es soweit ist, dass das Lötzinn durch Kapillarwirkung in die Verbindung einzieht, ist allerdings eine Frage der Übung und Erfahrung!

 

Rohrfittings löten, Temperaturtest

Sie sollten keinen Brenner verwenden, der für hohe Temperaturen, wie sie beispielsweise zum Schweißen oder Hartlöten erforderlich sind, ausgelegt ist. Ein einfaches Gerät für den Betrieb mit Gaskartuschen reicht vollständig aus.

Tippen Sie, während sich das Werkstück allmählich erwärmt, immer wieder mit dem Lot an die Lötnaht – es beginnt sofort zu fließen, wenn die für das Weichlöten erforderliche Temperatur von 200-300°C erreicht ist.

Heißluft

Rohrfittings löten, saubere und dauerhaft belastbare Verbindungen

Die Umlenkdüse bringt die heiße Luft mit der vorgewählten Temperatur gleichmäßig auf das Werkstück. Die Brandgefahr ist gering.

Die vorwählbare, gleichmäßige Temperatur macht das Arbeiten mit der Heißluftpistole besonders bequem. Für jedes Problem – soll der Heißluftstrahl punktgenau treffen oder großflächig einwirken – gibt es entsprechende Luftdüsen, die auf das Gerät aufgesteckt werden.

Weil keine offene Flamme entsteht und man auch nicht mit Flüssiggas arbeitet, ist die Brandgefahr bei der Arbeit mit der Heißluftpistole außerordentlich gering. Sie können eine Kupferrohrleitung ohne weiteres an einer fertig tapezierten Wand verlegen. Die Heißluft kann der Tapete in doppelter Hinsicht nichts anhaben:

Die Umlenkdüse leitet den Strahl ab; sollte der heiße Luftstrahl dennoch einmal die Wand treffen, entsteht noch längst kein Brandfleck, weil es keine Zündung gibt.

 

Rohrfittings löten, Warmluft-Mantel

Ein weiterer Vorteil dieser Methode: Sie brauchen nicht mit dem Gerät um die Lötstelle herumzuschwenken. Die Umlenkdüse legt einen gleichmäßigen Warmluft Mantel um die Verbindungsstelle.

Auch hier gilt wieder: Wenn das Lot beim Antippen fließt, ist die richtige Arbeitstemperatur erreicht. Dann sollte zügig gearbeitet werden. Wenn das Material zwischendurch erkaltet und nachgewärmt werden muss, besteht die Gefahr, dass die
Verbindungen undicht sind oder nicht ausreichend belastbar.

Wasserleitungen stehen unter recht hohem Druck – die Verbindungen müssen daher erheblichen Belastungen standhalten.