Dachisolierung, wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Dach isolieren

Dachisolierung wie nach Maß der ungemütliche Begriff „Kaltdach“ bezeichnet Dach-und Bodenräume ohne Wärmedämmung

Dachisolierung wie nach Maß. Fast ein Viertel der Wärme eines Hauses entweicht durch ein solches nicht isoliertes Dach. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr „kaltes“ Dach problemlos selbst isolieren können.

Dachisolierung wie nach Maß

Dachisolierung, wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Dach isolieren

Ein Dachraum ohne Wärmeschutz lässt einen Großteil der teuren Heizenergie ungenutzt entweichen. Eine konsequente Isolierung mit Dämmstoffen aus hochwertigen Mineralfasern senkt spürbar die Heizkosten. Deshalb lohnt sich eine Wärmedämmung auch dann, wenn Sie das Dachgeschoß nicht als Wohnraum ausbauen wollen.

Nach der Wärmeschutzverordnung von 1984 sind nur normgerechte und gütegeprüfte Mineralfaserdämmstoffe zugelassen. Achten Sie deshalb beim Einkauf auf drei wichtige Qualitätshinweise. Es muss erstens das Herstellungsdatum des Dämm-Materials, zweitens die Brandsicherheit nach DIN-Nr. 4102 und drittens die Wärmeleitfähigkeitsgruppe der Dämmplatten, 035 oder 040, angegeben sein.

Dämmkeile 035 und 040 sowie Dämmplatten können selbst von unerfahrenen Heimwerkern problemlos und ohne fremde Hilfe verarbeitet werden. Sie sind so formstabil, dass die Schichten beim Zuschneiden nicht aufblättern. Das Einpassen wird also nicht durch Fasern beeinträchtigt. Die Abstände der Sparren werden auch wenn sie stark variieren durch Verschieben zweier Dämmkeile längs der Diagonalen immer passgenau ausgefüllt und fugendicht verschlossen. Nageln oder Tackern ist bei diesem modernen Material nicht mehr nötig.

 

Materialeigenschaften

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Vorbeugender Brandschutz dient Ihrer Sicherheit! Verarbeiten Sie nur nicht brennbare Dämmstoffe der Baustoffklasse A 1 (nach DIN 4102).

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Wärmedämmung verringert Ihre Heizkosten entscheidend. 1 cm Dämmplatte isoliert so gut wie 15 cm Mauerwerk oder 50 cm Beton.

Die Wärmeschutzverordnung von 1982, die seit dem 1. 1. 1984 für alle Neubauten gilt, legt verbindlich fest, welche Dämmwerte Mineralfaserstoffe erreichen müssen. Mit ihrer Hilfe soll Heizenergie eingespart werden, die leider immer noch allzu oft im wahrsten Sinne des Wortes verschwendet wird, weil sie durch das ungeschützte Dach entweicht.

Nach DIN 18165 soll bei der Dachisolierung ein K-Wert (die Maßeinheit für die Wärmedurchlässigkeit) von 0,30 erreicht werden. Zwei Dinge beeinflussen diesen Wert entscheidend, die Dicke der Mineralfaserplatte und ihre Dichte. Zur Dachisolierung kommt Material zweier Dichten in Frage: Es gibt Platten mit einem Nennwert von 0,35 (80, 100, 120 und 140 mm dick) und 0,40 (100, 120, 140 und 160 mm dick).

Der K-Wert lässt sich aus der Dicke und der Dichte der Dämmstoffplatte errechnen. In der Praxis bedeutet das, dass Sie mit einem Dämmkeil des Dämmwerts 0,35 bei einer Materialdicke von 120 mm einen K-Wert von 0,28 erreichen und somit den vorgeschriebenen Wert noch unterbieten. Bei Dämmkeilen mit 0,40 Dämm-wert erreichen Sie den gleichen Effekt erst mit der dickeren 140-mm-Platte (exakt sind es 0,27 also etwas mehr als ausreichend). Es gilt immer die Faustregel, dass bei dünnen Sparren Dämmplatten mit einem besseren Dämmwert (wegen der geringeren Einbautiefe) einzusetzen sind.

 

 

Bauverordnung

Die baulichen Maßnahmen regelt die Wärmeschutzverordnung im Hoch-bau nach DIN 4108. Hier ist speziell die Ausführung von Hinterlüftung und Dampfsperre geregelt. So soll zwischen Dämm-Material und Dacheindeckung ein ausreichender Abstand eingehalten werden, der eine einwandfreie und ständige Luftzirkulation gewährleistet. Der Abstand zwischen Dämm-Material und der äußeren Kante der Dachsparren ist mit mindestens 2-4 cm festgelegt.

Die Dicke des Dämmstoffs muss also geringer als die Tiefe der Dachsparren sein, wenn die Platten zum Innenraum hin bündig mit dem Sparren abschließen und zur Dacheindeckung noch genügend Luft bleiben soll. Auf der Innenseite ist eine Dampfsperre anzubringen, die verhindert, dass Feuchtigkeit durch die Isolierung ins Haus eindringt. In der Praxis bedeutet das, dass entweder nur Platten bis zu einer bestimmten Dicke verwandt werden können oder dass die Dachsparren entsprechend durch Latten aufgedickt werden müssen.

Eine weitere wichtige Vorschrift ist die Brandschutzverordnung nach DIN 4102. Sie legt die Feuerwiderstandsklassen fest. Der Dämmstoff sollte der Baustoffklasse A 1 angehören, also nicht brennbar sein. Um eine feuerhemmende Wirkung zu erzielen, sollten Sie die isolierte Dachschräge von innen mit Leichtbauplatten (Baustoffklasse A 1) verkleiden, die verhindern, dass ein Zimmerbrand auf den Dachstuhl übergreift.

 

Ausmessen

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Messen Sie die Sparrentiefe. Denken Sie an den Hinterlüftungsabstand und bestimmen Sie die Maximalstärke der Dämmplatten.

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Rechnen Sie zum Sparrenabstand 1 cm für den festen Halt der Platte hinzu. Dämmkeile paarweise einsetzen und die Ecken abschneiden.

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Bewahren Sie die Reststücke auf. Am Giebel und First sowie beim Einschlagen von Fensterlaibungen füllen sie manche Lücke.

 

Dämmkeile einpassen

Der paarweise Einschub der Keile erfolgt vom Spitzboden aus. Um zu gewährleisten, dass die Platten vollständig bis zum Traufenrand durchrutschen, legen Sie zunächst zwei entsprechend lange Hartfaserstreifen in das entsprechende Sparrenfeld. Darauf lassen Sie dann die Dämmkeile paarweise nach unten rutschen, bis das Feld gefüllt ist.

Achten Sie bei allen Sektionen auf die Hinterlüftung. Ist die Luftzirkulation gestört, sammelt sich Feuchtigkeit hinter der Dämmung, es setzen sich Pilze und Schwämme im Material fest, und Sie müssen schon bald erneut Zeit und Geld investieren. Schon beim Einkauf ist an die richtige Plattenstärke zu denken!

Dachisolierung wie nach Maß

Zwei bis zur Traufe hinabreichende Hartfaserstreifen dienen mit ihren glatten Oberseiten als Rutsche für die Dämmkeile.

Dachisolierung wie nach Maß

Dachisolierung. Ein fugendichter Abschluss ist wichtig, um Wärmebrücken zu vermeiden. Ein kleines Brett verhindert Beschädigungen beim Feststoßen.

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Dachisolierung. Die erste Lage von der Traufe über das Dachbodenniveau ist aufgefüllt, jetzt kann bis unter den Giebel weitergearbeitet werden.

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Dachisolierung. Die Sparrenfelder werden bis hoch zum Giebel ausgefüllt. Die Dämmkeile sind mit der Sparrenvorderkante bündig und tragen sich selbst.

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Dachisolierung. Die Keilform macht’s möglich. Die Platten können bei jedem Sparrenabstand problemlos passgenau eingelegt werden.

 

Dampfsperre

Die Dämmschicht des isolierten Dachraums ist nicht nur von der Außenseite her Feuchtigkeit ausgesetzt. Auch auf der Warmseite des Hauses entstehen feuchte Dämpfe, die leicht zu Pilz- und Schimmelbefall führen. Deshalb verlangt die Wärmeschutzverordnung unter anderem, dass die Innenseite einer Dachdämmung mit einer Dampfsperre versehen wird. Dafür eignen sich am besten großflächige Polyäthylenfolien von mindestens 0,2 mm Dicke, die Sie in jedem Baumarkt kaufen können. Mit Hilfe eines Tackers bespannen Sie die gesamte Dämmfläche. Fugen abkleben.

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Dachisolierung. Legen Sie die Außenkante der Folie um, damit sie beim Spannen nicht reißt. Die Plane soll die Dämmschicht luftdicht abschließen!

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Dachisolierung. Die Folienkanten sollen überlappen. Sie werden mit einem breiten Band überklebt. Die Wandanschlüsse müssen ebenfalls luftdicht sein.

Reste sinnvoll verwerten

An Fenstern und Türen müssen die Anschlüsse der Dämmfläche besonders sorgfältig ausgearbeitet werden. Aus Gipskartonplatten fertigen Sie eine Schalung, die den Abschluss der Dämmung markiert. Füllen Sie die Lücken fugendicht aus. Durch die Keilform lassen sich auch kleinere Stücke des Dämm-Materials gut einsetzen. In den Seitenbereichen der Fenster können Sie für den passgenauen Anschluss auch Reststücke verarbeiten, die beim Zuschnitt der Dämmkeile abfallen. Sorgen Sie für einen luftdichten Abschluss der Dampfsperre.

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Dachisolierung. Arbeiten Sie für eine wirkungsvolle Dämmung im Bereich von Fensteranschlüssen und Schornsteinen besonders sorgfältig.

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Dachisolierung. Die Keilform ermöglicht unbedingte Pass Genauigkeit selbst unter besonders schwierigen konstruktiven Gegebenheiten.

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Dachisolierung. Die Formstabilität des Materials erlaubt eine genaue optische Kontrolle, selbst wenn Sie um ein Fenster herum mit kleinen Reststücken arbeiten.

 

Schleuse

Die richtige Dämmung im Bereich der Abseiten und der Giebelwand ist ein wenig knifflig. Es kommt hier darauf an, die Luftzirkulation zu er-halten, gleichzeitig aber Wärmebrücken zu vermeiden. Am besten eignet sich eine Art Schleusensystem. Dabei spielen die richtige Führung und der saubere Anschluss der Dampfsperre eine entscheidende Rolle.

Mit den elastischen Dämmplatten schaffen Sie einfach und sicher eine Absperrung bis hinunter in den Bereich der Traufe. Auf der Kaltseite bleibt eine Einlass Öffnung für die Hinter Lüftung. Der innere Anschluss der Dampfsperre schirmt die Dachkonstruktion von der Warmseite her ab. Weil der Lüftungsstrom über der Giebelwand austritt, muss die Giebelmauer bis nach außen gedämmt werden. Sie würde sonst eine breite Wärmebrücke bilden.

Dachisolierung, wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Dach isolieren

 

Dachisolierung. Mit elastischen Dämmplatten lassen sich Wärmebrücken problemlos vermeiden. Der wichtige Lüftungsstrom kann außen ungehindert fließen; die Dampfsperre, durch eine Latte abgedichtet, schützt die Dachkonstruktion von innen.

 

Tipp Sinnvolle Vorschriften

Selbst wenn die Wärmeschutzverordnung nur für Neubauten gilt, sollte man sich auch nach ihr richten, wenn man lediglich sein Dach isolieren möchte. Die vorgegebenen Richtwerte sind für jeden eine gute Hilfe, der Heizkosten sparen möchte

 

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