Metall feilen und bohren, hier kommt es auf Präzision an

Präzisises Metall feilen und bohren setzt den richtigen Gebrauch von Feile, Schleifscheibe, Bohrer und Gewindeschneider voraus

Beim Metall feilen und bohren werden Sie feststellen, dass das scheinbar so harte Metall gar nicht so widerspenstig ist. Ein richtig gewählter Bohrer geht durch Metall „wie durch Butter“. Metallbohrer (Qualitätsbezeichnung HSS) haben eine im Querschnitt dachförmig angeschliffene und gehärtete Spitze.

Metall feilen und bohren, hier kommt es auf Präzision an

Metall feilen und bohren

Die Schneiden „schälen“ einen Span heraus und schneiden sich bei der Arbeit immer tiefer. Wenn es beim Bohren nicht weitergeht, versuchen Sie es nicht mit Gewalt – der Bohrer bricht sonst unweigerlich ab. Setzen Sie mit verminderter Drehzahl nochmals an, und vergessen Sie nicht, Schmiermittel an die Bohrer Spitze zu geben, das Sie aus Seifenlauge und Öl anmischen. Es wird auch für das Gewindeschneiden gebraucht.

Beim Bohren und Gewindeschneiden ist es wichtig, genau im rechten Winkel zur Oberfläche zu arbeiten. Spannen Sie das Werkstück zunächst fest und eben ein. Arbeiten Sie nicht frei Hand, sondern stets mit einem Bohrständer.

Feilen ist eine Grundtechnik der Metallbearbeitung, die auch heute noch Auszubildenden in metallverarbeitenden Berufen als erste Fertigkeit beigebracht wird. Der Heimwerker benutzt Feilen vor allem zum Glätten und Entgraten von Sägeschnitten und um Langlöcher und Durchbrüche zu arbeiten.

 

Fachmännisch feilen ist nicht sehr schwer

Um beim Feilen optimale Ergebnisse zu erzielen, muss das Werkstück möglichst fest und mit kleinem Abstand zwischen Klemmbacken- Oberkante und Bearbeitungskante bzw. -Fläche eingespannt werden.

Stellen Sie sich in leichter Schrittstellung vor der Werkbank auf, fassen Sie mit einer Hand das Feilenheft, mit der anderen das Blattende. Führen Sie das Blatt mit Druck vorwärts und ohne Druck zurück. Halten Sie die Feile ruhig und waagerecht; schon ein leichtes Kippeln ergibt runde, ballige Flächen. Lassen Sie bei groben Feil Arbeiten den ganzen Oberkörper mitschwingen, und nutzen Sie die ganze Feilenlänge aus.

Auch bei kleinen Werkstücken sollte die Feile möglichst groß und breit sein, um kipp frei und ökonomisch arbeiten zu können.

 

Metall feilen und bohren. Nützliche Kreide

Die feinen Metallspäne – speziell die von Aluminium – setzen die Hiebe der Feile schnell zu. Deshalb ist es wichtig, die Feile während der Arbeit mit einer Feilenbürste zu reinigen.

Führen Sie die Bürste mit den feinen Messing- oder Stahldrähten immer in Richtung des Hiebes. Bei feinen Feilen verbessern Sie die Spanabfuhr während des Feilens durch Einreiben mit Tafelkreide. Halten Sie die Feile öl frei (sonst rutscht sie) und trocken rostige Feilen sind stumpf! Achten Sie auf einen festen Sitz des Feilenheftes.

Metall feilen und bohren, hier kommt es auf Präzision an

So feilen Sie richtig: die Feile wird mit beiden Händen bedient – nach vorn mit Druck führen, zurück ohne Druck schieben.

 

 

Die gebräuchlichsten Feilen. Metall feilen und bohren

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Feilen unterscheiden sich durch den Querschnitt und die Struktur der Arbeitsfläche des sogenannten „Hiebes“. Gebräuchlich sind Flachfeilen (rechteckiger Querschnitt, ganz oben) Halbrund-, Rund-, Vierkant- und Dreikantfeilen. Sehr wichtig: achten Sie darauf, dass das Heft (der Griff) immer fest sitzt – sonst besteht Verletzungsgefahr, wenn Sie ihn plötzlich mitten im Schwung ganz allein in der Hand halten.

Metall feilen und bohren, hier kommt es auf Präzision an

Mit der Feilenbürste entfernen Sie Späne – auch während der Arbeit. Ohne die nötige Pflege würden sich die Hiebe schnell zusetzen!

 

Metall feilen und bohren. Glätten

Sollen grobe Schnittkanten oder Schweißnähte an größeren Werkstücken geglättet werden und lassen sich diese Teile nicht so in den Schraubstock spannen, dass man bei gekrümmten Gegenständen mit der Feile bequem herankommt, sollten Sie diese Arbeit mit dem Winkelschiefer ausführen.

Zum Abarbeiten und Nacharbeiten von nicht optimal gelungenen Trennkanten an starkwandigen Rohren oder Profilen benutzt man eine Schrupp-Scheibe, zum Glätten oder Entrosten von Flächen eine Fiberschleifscheibe. Die Schruppscheiben sind aus festem Material und werden durch die Abnutzung während der Arbeit immer kleiner. Fiberschleifteller hingegen sind flexibel und dünn.

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Die Schruppscheibe wird im Winkel von 30 Grad schwingend hin- und hergeführt, um beispielsweise eine Schweißnaht zu glätten.

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Die flexible Fiberschleifscheibe schmiegt sich mit der Randzone an und bietet mehr Arbeitsfläche – hier wird entrostet.

 

Bohren und ansenken

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Gut geschmiert ist halb gebohrt! Mit Schmiermittel geht der Bohrer durch wie Butter, ist immer gut gekühlt und glüht nicht aus.

Zum Bohren in Metall eignen sich nur Bohrer mit der Bezeichnung HSS. Sie sind mit einem Anschliff versehen, die Schneiden müssen in einem bestimmten Winkel in der Spitze zusammenlaufen.

Wenn der Bohrer abgenutzt ist, „reitet“ er auf der Fläche – er schneidet dann nicht mehr und glüht aus. Das freihändige Nachschleifen eines Bohrers bereitet sogar gelernten Metallarbeitern Schwierigkeiten.

Der Heimwerker sollte diese Arbeit einem Fachbetrieb überlassen oder eine entsprechende Vorrichtung für die Bohrmaschine kaufen. Wenn man Metallarbeiten nur gelegentlich ausführt, ist es jedoch sinnvoller, einen neuen Bohrer zu kaufen.

Wichtig beim Bohren ist die richtige Schnittgeschwindigkeit. Sie ist abhängig vom Bohrer Durchmesser und vom Material des Werkstücks. Auf den meisten Bohrmaschinen befindet sich eine Tabelle mit entsprechenden Angaben. Die Werte gelten für normalen Baustahl, bei Aluminium und Messing kann die Drehzahl unbedenklich verdoppelt werden, bei härteren Materialien sollte man sie reduzieren.

Körnen Sie grundsätzlich alle Bohrlöcher an, bohren Sie solche ab 6 mm Durchmesser auf 3 mm vor. Geben Sie stets Schmiermittel an, das Sie aus Seifenlauge und Öl mischen oder fix und fertig in Spritzflaschen kaufen. Arbeiten Sie stets im Bohrständer.

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Um eine saubere An Senkung zu erreichen, wählen Sie eine langsame Drehzahl und senken die Bohrmaschine mit nur leichtem Druck ab.

 

Kern Loch bohren und Gewinde schneiden

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Wenn der Gewindebohrer erst einmal gefaßt hat (nach ein bis zwei Umdrehungen), sitzt er „in der Spur“ und zieht sich selbst in das Metall ein.

 

Wichtige Maße

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Der Gewinde-Nenndurchmesser ist die Breite zwischen den äußersten Spitzen (D). Die Schraube steigt bei einer Umdrehung um die Steigung (P). Der Kern Loch Durchmesser ist das „Innenmaß“ des Gewindes (d).

Um ein Innengewinde zu schneiden, muss das richtige Kern Loch in das Werkstück gebohrt werden. Angaben für die Kernlochdurchmesser der gebräuchlichen metrischen Gewinde finden Sie auf der Rückseite der meisten Schieblehren.

Wählen Sie zum Vorbohren den zum Kernlochdurchmesser nächst kleineren Bohrer. Wenn Sie das Bohrloch setzen, achten Sie darauf, dass es genau senkrecht ist; am besten gelingt diese Arbeit im Bohrständer.

Das Gewinde wird mit speziellen Gewindebohrern geschnitten. Ein einziger Schneidevorgang mit dem Fertigschneider reicht allerdings nur in weicheren Materialien und nur bis zu bestimmten Durchmessern aus. Meist wird ein Satz aus drei Schneidern (Vor-. Mittel- und Fertigschneider) benötigt. Damit wird nacheinander geschnitten. Die Bohrer können im Schneideisen von Hand oder in der Bohrmaschine gedreht werden.

Um Außengewinde in Bolzen zu schneiden, brauchen Sie ein Schneideisen. Es hat drei Einstellschrauben und wird damit immer wieder nachgestellt. Der Bolzen wird oben angefast, um dem Schneideisen eine bessere Führung zu geben.

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Das fest eingespannte Rundeisen wird zunächst mit der Feile rundum angefast – dann lässt sich das Schneideisen sauber ansetzen.

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Zum Anschneiden setzen Sie das Schneideisen genau horizontal zur Schneidachse an und drehen es mit leichtem Druck auf das Material.

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Mit den Schrauben lassen sich Toleranzen beseitigen; die mittlere Schraube dient zum Spreizen, die äußeren klemmen die Schneiden.