Decken tapezieren, Decken tapezieren leicht gemacht

Decken tapezieren ist zwar eine etwas aufwendigere Arbeit, aber sie fällt dafür auch erst nach mehreren Jahren wieder einmal an

Decken tapezieren leicht gemacht. Nicht jeder mag eine glatte Zimmerdecke über Wänden, denen Raufasertapeten einen lebendigen Anstrich Untergrund geben. Zu der grobkörnigen Struktur der Wände will die glatte, oftmals weiße Fläche an der Decke nicht so recht passen. Auch hier kann der Anstrich durch eine Tapete optisch belebt werden.

Decken tapezieren

Decken tapezieren

Mancher Heimwerker scheut allerdings den Aufwand, den diese Arbeit verlangt. Über Kopf zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich einen „Laufsteg“ errichtet, auf dem man die Zimmerdecke in bequemer Reichweite hat, wird die Sache schon ein wenig leichter. Und wenn Sie die eingekleisterte Tapetenbahn zu einem handlichen Falten-Bündel zusammenlegen, das dazu noch von einer Papp-rolle oder einem Bahnen Rest gestützt wird, dann haben Sie sich weitere Erleichterung
verschafft.

Bei der ersten Bahn wird die Arbeit auch für den, der schon einmal Wände tapeziert hat, vielleicht noch einige Korrekturen nötig machen. Bei der zweiten Bahn wird die Zusammenarbeit der Hände, die Tapetenbahnen halten und anlegen müssen, schon deutlich besser klappen.

 

Das wird gemacht beim Decken tapezieren

  • Deckenfläche ausmessen und Zahl der benötigten Tapetenrollen ausrechnen. Raufaser-Rollen sind 53 cm breit und 10 m lang.
  • Alte Farbe abwaschen, wasserfeste Farbe reinigen, alte Tapeten entfernen. Danach Unebenheiten wie Risse, Löcher oder auch Erhebungen in der Decke ausbessern.
  • Kleister schon einen Tag vor Arbeitsbeginn ansetzen, damit er richtig ausquellen kann.
  • Zwei Leitern und eine Planke als Arbeitsgerüst bzw. Laufsteg bereitstellen.
  • Bahnen zuschneiden, einkleistern und zu schmalen Faltbündeln zusammenlegen.
  • Hauptsicherungen abschalten und Deckenlampen abnehmen.
  • Erste Bahn entlang einem Schnur schlag ankleben und glatt ausstreichen.
  • Weitere Bahnen ankleben, Wandanschlüsse sauber abschneiden.
  • Deckenlampen wieder anmontieren, Strom einschalten.

 

Material zum Decken tapezieren

  • Raufasertapeten
  • Kleister

 

Werkzeug zum Decken tapezieren

  • Zwei Bockleitern
  • Eine Planke
  • Tapeziertisch
  • Schere
  • Kleister bürste mit Eimer
  • Tapezierbürste
  • Naht Roller
  • Schnur
  • Maßstab, Bleistift

 

Gerüstbau und Schnur schlag

Die Decke muss in Reichweite sein, wenn man die Tapete anklebt. Sie brauchen daher eine Art Gerüst. Einen Laufsteg, auf dem Sie sicher stehen und gehen können. Das Bild zeigt, wie es gebaut werden kann. Zwischen zwei stabilen Bockleitern bzw. Haushaltsleitern (mit gleichen Stufen höhen!) wird eine breite und stabile Planke verlegt – im Idealfall in Zimmer länge.

Die Planke wird in einer Höhe zwischen die Leitern gelegt, so dass man die Zimmerdecke mit ausgestrecktem Arm bequem erreichen kann. Ersatzweise kann auch eine zweite Person mit einem Besen helfen, die Ziehharmonika artig gefaltete Tapetenbahn gegen die Decke zu halten, die man selber nach und nach andrückt und glattstreicht. In diesem Fall muss man auf eine Haushaltsleiter steigen.

Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen, schalten Sie die Hauptsicherung aus und nehmen Sie die Deckenlampen ab.

 

 

Wichtige Vorarbeit beim Decken tapezieren

Eine weitere wichtige Vorarbeit ist, an der Decke mit einem sogenannten Schnur schlag die Innenkante der ersten Bahn anzureißen. Man zeichnet dazu die Bahnen breite weniger 10 mm, ausgehend von der Fensterwand, an die Oberkante der beiden gegenüberliegenden Wände.

Wenn Sie die Schnur etwas nach unten abziehen und wieder gegen die Decke schnippen lassen, hinterlässt die Kreide eine Markierung an der Decke. Entlang dieser Linie wird die Innenkante der ersten Bahn beim Ankleben ausgerichtet.

Decken tapezieren

Das Gerüst hat die richtige Höhe, wenn man bei aufrechter, bequemer Haltung mit dem Handballen die Decke erreichen kann.

Decken tapezieren

Die erste Bahn wird parallel zur Fensterwand angeklebt. Die Bahnen breite minus 10 mm an den Wänden anzeichnen.

Decken tapezieren

Eine mit Kreide bestrichene Schnur an den Markierungen gegen die Decke schnippen. Die Bahnen kante ist danach deutlich markiert.

 

Untergrund gut vorbereiten beim Decken tapezieren

Auch wenn die Raufasertapete an der Decke nach her überstrichen wird. Unebenheiten im Untergrund können sich auch durch die Tapeten Struktur hindurch später auf der Anstrich Fläche abzeichnen. Deshalb sollten Sie vor dem Tapezieren die Deckenfläche prüfen, ob sie einwandfrei glatt ist – oder ob erst noch ausgebessert werden muss.

Eine alte Tapete muss restlos entfernt werden. Dazu müssen die Reste des alten Kleisters abgewaschen werden.

Alte Leimfarbe ist ebenfalls abzuwaschen. Eine Waschfeste Dispersion muss zumindest gründlich gereinigt werden, damit nachher der Tapetenkleister ausreichend Haftfähigkeit erreicht.

Risse und Löcher in der Deckenfläche müssen Sie mit Füllmasse füllen und – nachdem diese trocken ist – nachschleifen. Nicht mehr benötigte Haken für Deckenlampen werden entfernt, die Dübel sauber über spachtelt.

Sollte die Decke Stellen aufweisen, die früher nicht korrekt ausgebessert worden sind, müssen diese Stellen nachgeschliffen und eingeebnet werden. Denn auch geringe Erhebungen zeichnen sich später deutlich auf der gerade neu tapezierten Decke ab – sie sind nachträglich nur schwer auszubessern.

 

Tipp zum Decken tapezieren

Decken tapezieren

Wenn Sie vor dem Tapezieren die Zimmerdecke reinigen, arbeiten Sie am besten mit dem Schwamm-Aufnehmer an einem langen Stiel. So können Sie vom Boden aus hantieren und erreichen doch die Decke.

 

Tapetenbahnen einkleistern

Tapeten für die Decke werden genauso eingekleistert wie Wandtapeten. Die Bahnen werden in der richtigen Länge abgeschnitten, mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch gelegt und dann mit dem gemäß Gebrauchsanweisung angesetzten Kleister bestrichen.

Der Kleister wird zuerst satt in Bahnen Mitte aufgetragen, von dort aus zur hinteren Kante gleichmäßig ausgestrichen und schließlich auch bis zur vorderen Längs kante  mit der Kleisterbürste verteilt.

 

Achten Sie darauf, dass die gesamte Bahnen breite und -länge gleichmäßig mit Kleister versorgt ist.

Anders als bei Tapeten an der Wand ist bei Deckentapeten nachträgliches Anbringen von Kleister immer etwas problematisch.

Die in voller Länge und Breite eingekleisterte Bahn wird dann vorsichtig gefaltet. Von einer Schmalseite ausgehend werden etwa 30 cm umgeschlagen, so dass Kleisterschicht auf Kleisterschicht liegt. Weitere 30 cm werden umgeschlagen – und so fahren Sie fort, bis Sie die ganze Bahnen länge zu einem Ziehharmonika artigen, handlichen Bündel zusammengelegt haben.

Am Ende der Bahn wird ein ebenfalls etwa 30 cm breiter Streifen gegen das bisher gefaltete Bündel geschlagen. Mit diesem Streifen beginnen Sie, die Bahn an die Decke zu kleben, während das Bündel der Ziehharmonika gefalteten Tapetenbahn nach und nach geöffnet und an die Decke geklebt wird.

Nach dem Einkleistern und Zusammenfalten legt man die Bahn einige Minuten (bis nach dem Einkleistern der dritten oder vierten Bahn) beiseite, damit der Kleister in das Papier einziehen und die Tapetenbahn geschmeidiger machen kann. Erst dann klebt man die Bahn an die Decke. Lassen Sie das Papier aber nicht zu weich werden, sonst reißt es leicht.

 

Einkleistern – und die Bahnen richtig falten

Einkleistern

1 Der nach Gebrauchsanweisung angesetzte Kleister wird erst in Bahnen Mitte satt aufgetragen.

Einkleistern

2 Dann den Kleister von der Bahnen Mitte aus erst bis an die hintere Kante der Bahn streichen.

Einkleistern

3 Die Bahn auf die andere Seite ziehen und voll einkleistern. So bleibt der Tisch sauber.

Einkleistern

4 Von einer Schmalseite her einen etwa 30 cm breiten Bahnen Streifen Kleister auf Kleister umschlagen.

Einkleistern

5 Von dort aus weitere Streifen zu einem Leporello-Bündel falten. Das Bahnen ende dagegen falten.

Einkleistern

6 So wird die lange Bahn schließlich zu einem ziemlich schmalen, handlichen Bündel gefaltet.

 

Ankleben

Bevor Sie auf das Gerüst steigen, sollten Sie sich noch einmal vergewissern, dass Sie Schere, Naht rolle und Tapezierbürste dabei haben, um die Tapetenbahn an die Decke kleben und sorgfältig glattstreichen zu können.

Decken tapezieren

Die eingekleisterte Bahn ist weich und kann leicht reißen. Man legt sie deshalb über eine Tapetenrolle und kann sie so leicht handhaben.

Die Bahnen werden nach der Einweichzeit empfindlich – und können deshalb auch leicht einreißen. Damit beim Ankleben kein Malheur passiert und das Faltenbündel auch noch sicher gehandhabt werden kann, braucht man ein Hilfsmittel.

Das kann ein Besen sein, über dessen Borsten man das Bündel legt. Besser weil leichter und unkomplizierter ist eine Papp rolle (etwa der Kern einer Haushaltsfolie) oder eine Tapetenrolle, von der schon ein paar Bahnen abgeschnitten sind und die deshalb etwas dünner und handlicher, dadurch auch leichter geworden ist. In der einen Hand hält man dann Rolle und Tapetenbündel, während die andere Hand nach und nach die Tapetenbahn an die Decke anlegt, ausrichtet und mit einer Tapezierbürste fest andrückt.

 

Das erste Teilstück

Das erste Teilstück wird auseinander gezogen und genau an der mit dem Schnur schlag markierten Linie angelegt und ohne Falten und Blasen an die Decke gestrichen. Das noch gefaltete Bündel wird dabei dicht unter die Decke gehalten, damit man die Bahn, die bereits klebt, nicht wieder abzieht.

Nach und nach sind die Ziehharmonika falten zu öffnen und die weiteren Teile der Bahn glatt und faltenlos anzulegen und von der Bahnen Mitte zu den Rändern hin mit der Bürste fest anzustreichen. Prüfen Sie dabei immer, ob Sie die Bahnen kante genau am Schnur schlag entlang angeklebt haben. Denn nur so ist sichergestellt, dass die Nähte aller anderen Bahnen absolut gerade, also genau parallel zum Schnur schlag verlaufen.

Decken tapezieren

Den Anfang der Bahn an die Markierung anlegen, mit Hand und Bürste sorgfältig andrücken und kräftig glattstreichen.

Decken tapezieren

Die Falten weiter öffnen, die Tapete nach und nach von der Bahnen Mitte aus anstreichen, Falten und Blasen vermeiden.

Decken tapezieren

Die zweite Tapetenbahn wird auf Stoß an die Innenkante der ersten Bahn angelegt. Dabei auf sauberen, dicht anschließenden Stoß achten.

 

Tipp

Nicht nur der Rest einer Tapetenrolle oder eine Papp rolle ist ein wichtiges Hilfsmittel. Ausreichend viele Taschen in der Arbeitshose oder in einer Arbeitsschürze sind ebenso wichtig. Dann kann man die Schere und die Tapezierbürste oder den Naht Roller mit auf das Gerüst nehmen.

 

Von links nach rechts arbeiten

Rechtshänder halten das gefaltete Tapetenbündel am besten in der rechten Hand, streichen also die Bahn mit der linken Hand fest an die Decke: So ist es leichter, das Bündel immer dicht unter der Decke und im rechten Winkel zum Bahnverlauf zu halten.

 

Wandanschlüsse

Decken tapezieren

Bahnenden und Überbreite der letzten Bahn mit der Schere in den Winkel zur Wand drücken, damit sich die Schnittkante abzeichnet.

Wie bei Wandtapeten werden saubere Anschlüsse an den Kanten so hergestellt. Drücken Sie die Tapete mit dem Rücken der Schere in den Winkel von Wand und Decke. Die Bahn wird dann wieder leicht abgezogen und entlang dem deutlich sichtbaren Knick kann die Tapete nun abgeschnitten werden. Der Schnitt wird so genau richtig verlaufen.

Am Kabelanschluss in Decken Mitte wird die betreffende Tapetenbahn von der Seite her eingeschnitten, eventuell ist direkt am Kabelaustritt die Bahn kreuzweise einzuschneiden, damit nachher die Tapete glatt und ohne Falten weiter angeklebt
werden kann.

Hier kommt es nicht auf den Millimeter an, da der Baldachin der Deckenlampe später alles abdeckt.

Decken tapezieren

Bei Wand Vorsprüngen den Tapetenrand so weit einschneiden, dass die Tapete ohne Spannung weitergeklebt werden kann.

 

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