Bohrmaschinen optimal einsetzen Tipps für bessere Ergebnisse

Hier zeigen wir Ihnen wie sie Bohrmaschinen optimal einsetzen, Arbeitsverfahren und Techniken, die für bessere Ergebnisse sorgen

Kraftpaket Bohrmaschinen, das heißt jedoch nicht, dass deshalb stets auch mit der nötigen Sorgfalt und Präzision gearbeitet wird. Wir zeigen, wie man die Bohrmaschine optimal einsetzt.

Bohrmaschinen optimal einsetzen Tipps für bessere Ergebnisse

Bohrmaschinen optimal einsetzen Tipps für bessere Ergebnisse

Wer eine Tischlerarbeit aus der guten alten Zeit, da alles noch von Hand gearbeitet wurde, mit einem Werkstück neueren Datums vergleicht, wird so manchen Unterschied erkennen. Kein Licht ohne Schatten. Was moderne Elektrogeräte an Kraftersparnis bringen, das bleiben sie bei der Genauigkeit oft schuldig. Schnell ist mit Bohrmaschinen ein Loch gebohrt doch zu leicht übersieht man dabei, dass der rasant rotierende Bohrer mehr Späne aus dem Holz reißt, als einem lieb ist.

Bohrmaschinen, ein scheinbar leicht zu handhabende Werkzeuge, verleiten dazu, mal eben eine Bohrung zu setzen und die gründliche Vorbereitung zu vernachlässigen. Da ist dann schnell der Rand des Bohrer Loches durch einen zu forsch angesetzten Bohrer ausgefranst, oder das Bohrloch verläuft nicht rechtwinklig zur Holzoberfläche. Vorsicht ist also geboten.

Gerade weil kleine Fehler beim Bohren üblich sind, die oft unangenehme Folgen nach sich ziehen, bietet die Industrie einige Hilfsmittel für Bohrmaschinen an, die für bessere Ergebnisse sorgen. Daneben gibt es Arbeitsverfahren und Techniken, deren Anwendung nichts kostet: Sie müssen nur zur rechten Zeit angewandt werden.

 

Passende Stärken

Wenn Sie Holz bohren, wollen Sie im allgemeinen Platz für eine Schraube oder einen Dübel schaffen. Dabei kommt es als erstes darauf an, eine zur Schraube oder zum Dübel passende Lochstärke zu wählen. Als Faustregel gilt: Bohrer stärke gleich Dübel stärke bzw. Stärke des Schraubenschafts. Ein zu dünner Bohrer erschwert das Einsetzen von Dübel oder Schraube, und es könnte sein, dass das Holz doch noch platzt ein Malheur, welches das Vorbohren gerade verhindern sollte.

Bohrlöcher setzt man gewöhnlich genau senkrecht zur Holzoberfläche (es sei denn, die Konstruktion des Werkstücks verlangt einen anderen Bohrwinkel). Ein Bohrständer für Bohrmaschinen sorgt für eine exakte Führung. Eine kritische Phase ist das Ausbohren, also der Austritt des Bohrers auf der Unterseite des Werkstücks. Ausgefranste oder gar gesplitterte Ränder sehen nicht eben schön aus. Durch entsprechende Vorkehrungen lassen sich solche Fehler vermeiden

 

Tipp Bohrer an Bohrmaschinen wechseln

Nicht allein die Handhabung von Bohrmaschinen ist ausschlaggebend dafür, wie sauber ein Bohrloch gerät: Je schärfer der Bohrer ist, desto präziser schneidet er sich ins Holz. Zu häufig benutzte Bohrer kann man zwar nachschärfen, bei einfachen Spiralbohrern lohnt sich der Aufwand jedoch nicht. Man sollte deshalb Bohrer in allen Stärken vorrätig halten, um abgenutztes Material rasch durch frisches ersetzen zu können.

Oft ist es sehr wichtig, das Loch nur bis auf eine bestimmte Tiefe zu bohren. Eine Schraube muss immer festen Halt im Material finden, ein Dübel in beiden Teilen des Werkstückes gleich tief sitzen. Hier hilft ein Tiefenanschlag weiter.

 

Einspannen

Das Werkstück sollte beim Bohren mit Bohrmaschinen immer in einen Schraubstock eingespannt oder wenigstens mit ein oder zwei Schraubzwingen am Werktisch festgeklemmt werden. Dann sind beide Hände frei für die Bohrmaschine oder den Winkel, mit dem man das passgenaue Ansetzen der Maschine prüft.

 

 

Fester Halt bei Bohrmaschinen

Durch das Einspannen verhindern Sie auch, dass ein Werkstück plötzlich zu rotieren beginnt, wenn der Bohrer im Holz klemmt. Bis man die Bohrmaschine ausgeschaltet hat und der Motor zum Stillstand gekommen ist, könnte man sich schon ernstlich verletzt haben oder das Werkstück ist beschädigt.

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Das Werkstück wird entweder in Schraubstock oder Hobelbank gespannt oder mit Schraubzwingen auf einer festen Unterlage gehalten.

Bohrmaschinen optimal einsetzen Tipps für bessere Ergebnisse

Unter dem Werkstück sollten Sie ein zweites Holz einspannen. Es verhindert das Ausreißen des Bohrlochs auf der Unterseite.

 

Tiefenanschlag am Bohrer

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Ein exakt zugesägtes Holzklötzchen dient als Tiefenanschlag. Die freie Bohrer Spitze entspricht genau der gewünschten Lochtiefe.

Bevor Sie eine Schraube in Holz eindrehen, sollten Sie ein Loch in der-Stärke und Länge des Schraubenschafts bohren. Die keilförmige Holzschraube würde das Holz mit ziemlicher Sicherheit sprengen, wenn sie sich ihren Weg erst selber bahnen müsste (Spax-Schrauben bilden allerdings eine Ausnahme: Schaft- und Gewindeform erlauben das Eindrehen, ohne dass ein Loch vorgebohrt werden muss).

Wenn Sie zwei Holzteile durch Holzdübel miteinander verbinden, ist es selbstverständlich erforderlich, ein Loch in der Stärke des Dübels vorzubohren. In beiden Fällen darf das Bohrloch nicht beliebig tief sein. Sie müssen entweder den Tiefenanschlag an der Maschine auf die gewünschte Bohr-tiefe einstellen oder am Bohrer-selbst eine Markierung oder Vorrichtung anbringen, die Ihnen als exakter Anschlag dient.

Anschlag-Klötzchen für Bohrmaschinen

Im Handel werden Stopper in den gängigen Bohrer stärken 6, 8 und 10 mm angeboten, die sich mit einer Madenschraube auf dem Spiralbohrer befestigen lassen im gewünschten Abstand zur Bohrer spitze. Einen behelfsmäßigen, aber ebenso wirkungsvollen Tiefenanschlag können Sie aus einem Stückchen Abfallholz anfertigen. Durchbohren Sie ein Stückchen Leiste der Länge nach mit demselben Bohrer, der auch beim eigentlichen Werkstück eingesetzt werden soll. Längen Sie die durchbohrte Leiste so ab, dass sie nach dem Aufstecken auf den Bohrer gerade die gewünschte Länge der Bohrer spitze (zugleich die gewünschte Lochtiefe) freilässt.

 

Fähnchen als Markierung

Ein noch einfacherer Tiefenanschlag lässt sich mit einer Manschette aus farbigem Klebe oder Kreppband am Bohrer befestigen. Sie müssen hier allerdings sehr aufpassen, dass der vordere Rand der Manschette nicht mit in die Holzoberfläche dringt sonst wäre das Loch zu tief. Holz-oder Metall Stopper können niemals in das Holz eindringen. Das dünne, aufgeklebte Kreppfähnchen hinge-gen müssen Sie beim Bohren aufmerksam beobachten.

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Ganz schnell improvisiert: Ein im gewünschten Abstand zur Bohrspitze auf den Bohrer gesetzter Klebestreifen markiert die Bohrtiefe.

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Die aufgeklebte Manschette müssen Sie stets im Blick haben, damit sie beim Bohren nicht aus Versehen mit ins Holz eindringt.

 

Zentrieren

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Mit einem dünnen Vorbohrer (Nagelbohrer) setzen Sie im Bohrpunkt ein kleines Loch, damit der Bohrer besser geführt wird

Jedes Bohrloch muss auf den Millimeter genau platziert sein, damit sich alle Teile später exakt zusammendübeln lassen und das Werkstück makellos aussieht. Moderne Bohrmaschinen, die ganz langsam „angefahren“ werden, erleichtern das genaue Bohren. Wer noch mit älteren Bohrmaschinen ohne elektronisch geregelten Sanft Anlauf arbeitet, muss entsprechende Vorkehrungen treffen, damit der Bohrer tatsächlich exakt im richtigen Punkt ansetzt und während des Bohrens nicht ungewollt „verläuft“.

Es bedeutet beim punktgenauen Bohren eine große Erleichterung, wenn Sie nicht den üblichen HSS-Spiralbohrer verwenden, sondern spezielle Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze (oder bei Bohrungen ab 10 mm Durchmesser einen Forstner Bohrer). Dank dieser Spitze lässt sich der Bohrer millimetergenau ansetzen, und Sie halten den Bohrer auch beim Anbohren genau „auf Kurs“.

 

Gute Führung für Bohrmaschinen

Eine große Hilfe ist es, wenn Sie den Bohrmittelpunkt an der markierten Stelle mit einem dünnen Vorbohrer etwas vor senken und damit auch einem Spiralbohrer ohne Zentrierspitze eine gewisse Führung bieten. Solche Vorbohrungen dürfen nicht zu tief und nicht zu groß ausfallen, sonst läuft der Bohrer im entscheidenden Moment doch nach einer Seite weg. Wichtig ist auch hier wie-der, dass man den Vorbohrer genau senkrecht ansetzt.

 

Prüfen

Wer ohne Bohrständer ein Loch genau senkrecht zur Holzoberfläche bohrt, sollte sich nicht auf sein Augenmaß allein verlassen. Ohne Hilfsmittel haben Sie kaum eine zuverlässige Kontrolle darüber, ob die Bohrmaschine wirklich präzise vertikal ansetzt und im weiteren Verlauf der Arbeit exakt in der richtigen Position bleibt.

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Mit einem Schreiner- oder Zeichenwinkel können Sie gut kontrollieren, ob Sie den Bohrer senkrecht zur Holzfläche angesetzt haben.

Legen Sie als Hilfe einen Zeichen oder Schreinerwinkel bereit, mit dem Sie das Ansetzen der Bohrmaschine genau überprüfen. Der Zeichenwinkel ermöglicht das Ausrichten allerdings nur zu einer Richtung. Wenn Sie einen Schreinerwinkel mit dem dickeren Holzschenkel auf dem Werktisch oder dem Werkstück selbst festklemmen, können Sie den senkrechten Stand des Bohrers nach zwei Richtungen überprüfen.

 

Freihändiges Bohren

Beim freihändigen Bohren ist es von Vorteil, wenn eine zweite Person zur Stelle ist, die von der Seite her Ihre Arbeit mitverfolgt und Ihnen Handzeichen oder knappe Anweisungen gibt, wie Sie Bohrmaschine oder Bohrer zu halten haben. Wenn der Bohrer mit dem Ansatz des Schneidgangs in das Holz eingedrungen ist, sollten Sie Bohrmaschinen auf vollen Touren laufen lassen. Je höher die Umdrehungsgeschwindigkeit bei Bohrmaschinen, desto präziser läuft der Bohrer und desto besser-schneidet er die Holzfasern. Ein sauberer, nicht ausgefranster Loch Rand ist das Ergebnis.

 

Bohrständer

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Ein Maschinenschraubstock ermöglicht in Kombination mit dem Bohrständer, auch kleinere Werkstücke exakt zu bohren.

Wer nicht nur gelegentlich Löcher in Holz bohrt, sondern häufiger oder regelmäßig Holz Arbeiten ausführt, wird ohne einen Bohrständer für Bohrmaschinen nicht auskommen. Mit ihm lassen sich Richtung und Tiefe der Bohrlöcher exakt bestimmen.

 

Sicher eingespannt

Auch wenn man nur eine Hand am Hebel, mit dem die Bohrmaschine niedergedrückt wird, braucht und somit die andere Hand frei hat, sollte das Werkstück fest eingespannt werden. Den Bohrständer für Bohrmaschinen ergänzt man daher am zweckmäßigsten um einen praktischen Maschinenschraubstock, oder man spannt die Werkstücke mit Schraubzwingen fest und sicher auf dem Werktisch ein.

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Mit dem Maschinenschraubstock lässt sich das Werkstück so ausrichten, dass der Bohrer die markierte Bohrstelle genau trifft.

 

Problemfälle

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Nur ein fest eingespanntes Rundholz lässt sich präzise anbohren. Achten Sie auf den senkrechten Stand von Bohrer und Maschine!

Bohrmaschinen optimal einsetzen Tipps für bessere Ergebnisse

Soll eine Bohrung schräg zur Oberfläche verlaufen, wird nicht der Bohrer gekantet, sondern das Werkstück schräg eingespannt.

Nicht alle Werkstücke lassen sich so leicht einspannen wie ein Brett, und nicht immer wird senkrecht zur Holz-Oberfläche gebohrt. Auch bei solchen Werkstücken ist präzises Arbeiten angesagt. Man muss sich in diesen Fällen einige Mühe geben, das Stück so sicher in die Werkbank einzuspannen, dass das Werkstück sicher ruht und der Bohrer exakt geführt werden kann. Um sicher zum Ziel zu kommen, arbeiten Sie bei solchen problematischen Werkstücken stets mit einem Holzspiralbohrer, dessen Zentrier-spitze selbst von einem Rundholz oder einer schräg eingespannten Werkstück-Oberfläche nicht abrutschen kann.

 

Bohrer für jeden Zweck

Moderne HSS-Spiralbohrer (aus Hochleistungs-Schnell-Stahl) wer-den von vielen Heimwerkern als Universalbohrer eingesetzt und auch bei Holz verwendet. Wer je-doch wirklich gute Ergebnisse erzielen möchte, sollte für Holzbohrungen ausschließlich Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze verwenden. Diese Bohrer aus Chrom-Vanadium-Stahl (die deshalb auch mit der Bezeichnung „CV-Holzspiralbohrer“ versehen werden) gibt es mit Durchmessern zwischen 3 und 30 mm.

Eine wichtige Ergänzung ist ein Senker, mit dem Sie den Rand des Bohrlochs zur Aufnahme eines Schraubenkopfes kraterförmig erweitern. Von den angebotenen Kopfdurchmessern 8, 12, 16 und 20 mm (bei einheitlich 8 mm dickem Schaft) dürfte die 12 mm-Ausführung den meisten Heimwerkern voll-auf genügen. Eine Kombination aus normalem Bohrer und Senker sind sogenannte

Versenkbohrer, die in einem Arbeitsgang zweierlei erledigen: Sie bohren das Loch für die Schraube sowie die Randerweiterung für deren Kopf. Für spezielle Zwecke verwendet man einen Forstner Bohrer; es gibt ihn mit Durchmessern zwischen 10 und 50 mm. Dieses Werkzeug verwendet man für weite, flache Bohrungen: für Topfscharniere, beim Ausbohren von Asten, zum Versenken von großen Schraubenköpfen.

 

Grundausstattung

Da Forstner Bohrer deutlich teurer sind als Holzspiralbohrer und ihre Anwendung auf wenige Arbeiten beschränkt ist, wird man sie kaum zur Grundausstattung zählen. Wohl aber sollte jeder Heimwerker Holz-Spiralbohrer mit Zentrierspitze in den Größen 4, 5, 6 und 8 mm besitzen passend zu den im Möbelbau am häufigsten verwendeten Dübel und Schraubenstärken.

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Mit Spiralbohrern und Senkern wird das Loch für den Schrauben Schaft und die Erweiterung für den Schraubenkopf passgerecht vorgebohrt.

 

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