Holzverbindungen, Holzteile miteinander verbinden

Holzverbindungen, es gibt viele Möglichkeiten, Holzteile miteinander zu verbinden. Das Spektrum reicht vom Nagel bis zu dekorativen Zinken

Holzverbindungen; Es gibt viele Möglichkeiten, Holzteile miteinander zu verbinden. Das Spektrum reicht vom simplen Nagel bis zu dekorativen Zinken.

Holzverbindungen, Holzteile miteinander zu verbinden

Holzverbindungen

Bei der Wahl der am besten geeigneten Verbindung spielen Material und spätere Funktion eine entscheidende Rolle. Verbindungen, die von Dauer und dazu noch schön sein sollen, erfordern viel handwerkliches Geschick, Geduld und Sorgfalt. Doch die Mühe lohnt sich, wenn Sie für Ihre Arbeit edles Holz verwenden.

 

Holzverbindungen, Nageln

Holzverbindungen, Holzteile miteinander zu verbinden

Die mit Abstand einfachste und schnellste Holzverbindung ist das Nageln. Wenn Sie viel nageln müssen, bewährt sich ein sogenannter Latt- oder Klauenhammer, mit dem Sie Nägel nicht nur einschlagen, sondern auch wieder herausziehen können. Bei weichen Hölzern sollten die Nägel eine Länge haben, die mindestens der doppelten Dicke des Holzes entspricht.

Haltbarer ist die Verbindung, wenn Sie die Nägel nicht ganz gerade, sondern schräg einschlagen – abwechselnd nach links und rechts. Massivholz spaltet sich nicht so leicht, wenn Sie die Nägel vorher „stauchen“: Den Nagel mit dem Kopf auf eine feste Unterlage stellen und dann mit einem Hammerschlag die Spitze abplatten.

 

Holzverbindungen, Verleimen und Kleben

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Die meisten Holzverbindungen werden erst durch die Verleimung haltbar. Auch bei der Verwendung von Nägeln sollten Sie die zu verbindenden Teile zunächst einseitig (bei Hartholz beidseitig) dünn mit Holzleim bestreichen und dann mit Nägeln fixieren.

Bei kleineren Teilen können Sie auf zusätzliche Befestigungen durch Nägel und Schrauben verzichten. Voraussetzung ist, dass Sie die Teile sofort mit Klemm- oder Schraubzwingen fest zusammenpressen, bis der Leim trocken ist.

Sehr kurz ist die Trockenzeit bei Express leim. Zum Zusammenfügen von lackierten und kunststoffbeschichteten Brettern und Platten Spezialleim und für Holz, das für den Außen- oder Feuchtbereich (Bad oder Küche) bestimmt ist, wasserfesten Holzleim verwenden. Eventuell austretenden Leim immer sofort mit einem feuchten Tuch abwischen.

Holzverbindungen, Holzteile miteinander zu verbinden

Zum Verbinden kleiner Holzteile ist die Klebepistole gut geeignet. Der Klebstoff wird in Form eines Sticks von hinten in das Gerät hineingeschoben und auf 150 bis 200 Grad erhitzt. Je nach Gerät wird die Klebepatrone per Daumendruck, mechanisch oder vollelektronisch vorgeschoben. Mit der Klebepistole lässt sich der Kleber punktgenau und sauber dosieren. Ein weiterer Vorteil: Heiß geklebte Verbindungen müssen nicht fixiert werden und sind schon nach wenigen Minuten fest und belastbar.

 

Holzverbindungen durch Tackern

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Eine schnelle Methode, zum Beispiel Decken und Wände mit Holz zu bekleiden oder Rückwände an Schränken und Regalen anzubringen, ist das Tackern. Allerdings benötigen Sie dazu einen ElektrotackerHolzverbindungen mit entsprechender „Munition“. Für viele Befestigungsprobleme einsetzbar sind Geräte mit „Nase“, die Klammern und Nägel unterschiedlicher Breite und Länge auch in Nuten schießen.

Bei fast allen Elektrotackern können Sie die Schlagkraft dem Material entsprechend regulieren. Achten Sie darauf, dass das Gerät eine Auslösesperre hat, die unbeabsichtigtes Tackern verhindert.

 

Schrauben als Holzverbindungen

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Holzverbindungen mit Schrauben ist nicht nur sehr haltbar, sondern auch jederzeit wieder lösbar. Spezielle Holzschrauben gibt es in den unterschiedlichsten Längen und Durchmessern aus Stahl, Messing und Aluminium mit Rundkopf und Senk- bzw. Flachkopf. Rundkopfschrauben bleiben sichtbar und können als dekoratives Element eingesetzt werden, während Senkkopfschrauben bündig mit der Holzoberfläche abschließen.

Am einfachsten lassen sich – vor allem bei Verwendung von Bohrmaschine oder Elektroschrauber – Schrauben mit Kreuzschlitz eindrehen. Für Spanplatten nur spezielle Spanplattenschrauben (Spaxschrauben) mit durchgehendem Gewinde verwenden. Den Kopf der Schrauben können Sie mit Kunststoffkappen, die es in verschiedenen Farben gibt, abdecken. Darüber hinaus sind Spezialschrauben verschiedenster Art wie zum Beispiel Verbindungsschrauben erhältlich.

 

 

Wichtig ist, dass Schraube und Schraubendreher bzw. Schrauber Einsatz immer exakt zueinander passen. Damit das Holz nicht ausreißt, das Loch vorbohren. Das gilt insbesondere für kunststoffbeschichtete und Spanplatten.

Versenker (in verschiedenen Größen mit Handgriff und als Einsatz für die Bohrmaschine erhältlich) sorgen dafür, dass auch größere Schraubköpfe bündig mit der Oberfläche abschließen.

Bei umfangreicheren Arbeiten sind kombinierte Bohrer und Versenker praktisch, die Ihnen einen Arbeitsgang ersparen. Und hier noch ein Tipp, wenn sich Schrauben schwer eindrehen lassen: Geben Sie etwas Seife an die Schraubenspitze.

 

Metallverbinder und Kunststoffverbinder für Holzverbindungen

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Wenn es nicht so sehr auf Schönheit, sondern nur auf Stabilität ankommt, finden Sie im Bau- und Heimwerkermarkt eine Vielzahl von Stuhlwinkeln und Verbindungswinkeln aus Metall, die sich einfach mit Schrauben befestigen lassen.

Groß ist auch das Angebot an speziellen Verbindungselementen aus Metall und Kunststoff, die hauptsächlich für Spanplatten verwendet und ebenfalls einfach mit Schrauben montiert werden.

 

Holzverbindungen mit Runddübeln und Flachdübeln

Mit geriffelten Holzdübeln können Sie Bretter und Platten in allen Positionen unsichtbar verbinden. Holzdübel bekommen Sie im Bau- und Heimwerkermarkt im Durchmesser von 6, 8 und 10 mm. Entscheidend für die Wahl der Dübel ist die Brettdicke. Vor allem bei Spanplatten müssen Sie einen ausreichenden Abstand zur Kante berücksichtigen.

Zum Bohren benötigen Sie einen Holzbohrer im Durchmesser des Dübels mit Zentrierspitze und einen Tiefenstop, den Sie jedoch notfalls auch durch um den Bohrer gewickeltes Krepp – oder Klebeband ersetzen können. Wichtig ist, dass Sie den Tiefenanschlag (bei unsichtbarer Verbindung die halbe Dübel tiefe ) regelmäßig kontrollieren und die Löcher exakt senkrecht bohren. Gute Dienste leistet dabei ein Bohrständer, in den Sie die Bohrmaschine einspannen können.

Holzverbindungen, Holzteile miteinander zu verbinden

Sehr nützlich sind zum Dübel passende Dübel Marker aus Metall: In die bereits gebohrten Löcher der ersten Holzplatte stecken, das nächste Teil Kante auf Kante aufsetzen und leicht anklopfen. So werden durch die Zentrierspitzen die entsprechenden Dübellöcher auf dem nächsten Teil markiert. Die Dübel Marker wieder entfernen und Dübel einsetzen. Nun die markierten Löcher des anderen Teils bohren, Kante, Löcher und Dübel einseitig mit Holzleim bestreichen, beide Teile fest zusammenfügen und möglichst mit Schraubzwingen zusammenpressen, bis der Leim trocken ist.

Eine andere praktische Hilfe bei Eck-, T- und Flächenverbindungen durch Holzdübel sind Dübellehren, die es in verschiedenen Ausführungen und Preislagen gibt. Sie garantieren die absolut exakte und senkrechte Bohrung ohne Bohrständer. Die Anschaffung einer Dübellehre lohnt sich, wenn Sie beispielsweise ein großes Regal bauen und viele Teile unsichtbar miteinander verbinden wollen. Beachten Sie immer genau die beiliegenden Bedienungsanleitungen.

 

Oberfräse

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Wenn Sie eine Oberfräse mit Kopiereinsatz besitzen, können Sie Dübellöcher mit Hilfe einer Schablone auch serienweise herstellen: Auf einem 8 mm dicken Sperrholzbrett den Abstand der Dübel markieren und dort Löcher mit einem Durchmesser bohren, der dem Außendurchmesser des Kopiereinsatzes entspricht. Wird nun diese Schablone auf dem Werkstück mit Schrauben oder Schraubzwingen befestigt, brauchen Sie nur noch den Kopiereinsatz in die Bohrungen der Schablone zu stecken und können dann ganz präzise Loch für Loch fräsen. Zu den Holzdübeln passende Nutfräser (Durchmesser 6 bzw. 8 mm) verwenden und mit niedrigster Drehzahl arbeiten.

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Dübel müssen aber keineswegs immer rund sein. Im Fachgeschäft bekommen Sie auch Flachdübel – ovale Holzplättchen – in verschiedenen Größen. Diese Dübel Technik sorgt durch die größere Leimfläche für noch mehr Stabilität. Die für Flachdübel notwendigen Schlitze können Sie in die zu verbindenden Teile sägen oder fräsen.

Für kleine Arbeiten reicht eine Schlitzsäge, die Sie als Einsatz für Ihre Bohrmaschine bekommen. Für umfangreichere Arbeiten brauchen Sie einen Fräsvorsatz, den es für Bohrmaschinen und Einhand-Winkelschleifer gibt, oder eine Fräse.

 

Nut und Feder als Holzverbindungen

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Noch mehr Leimfläche und damit Stabilität bietet die klassische Nut- und Feder-Verbindung. Dazu werden mit dem Scheibennutfräser Schlitze (Nuten) in die zu verbindenden Teile gefräst, in die dann zum Beispiel Sperrholzstreifen in entsprechender Dicke und Länge als Verbindungselement (Feder) ein geleimt werden. Problemlos lässt sich die Nut- und Feder-Verbindung mit der Oberfräse herstellen. Bei den für Wandbekleidungen verwendeten Profilbrettern sowie bei Fertigparkett – und Landhausdielen sind Nut und Feder bereits vorgefertigt.

 

Schwalbenschwanz Holzverbindungen

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Sehr belastbar ist die wegen ihrer Form auch Schwalbenschwanz genannte Gratverbindung. Der Grat wird ebenso wie der dazu passende Zinken mit dem Grat- und Zinkenfräser gearbeitet. Da der Schwalbenschwanz großen Zugbelastungen standhält, ist diese Verbindung vor allem für Schubladen und Trennwände ideal.

 

Überplattung

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Für einfache Holzkonstruktionen ist die Überblattung geeignet: Die Holzdicke beider Leisten wird jeweils um die Hälfte reduziert, so dass sie anschließend bündig ineinanderpassen. Tiefe und Breite des notwendigen Ausschnitts genau mit dem Bleistift markieren und dann mit Feinsäge und Stecheisen sauber ausarbeiten. Leim auftragen, die Leisten zusammenfügen und eventuell zusätzlich vernageln oder verschrauben.

 

Schlitz und Zapfen Holzverbindungen

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Für die feste Verbindung von Balken und Leisten sorgen Schlitz und Zapfen: An dem einen Teil wird mit Säge und Stechbeitel ein Zapfen herausgearbeitet, der dann genau in den Schlitz des anderen Teils passen muss. Bei der Herstellung des Schlitzes hilft folgender Trick: Entlang des markierten Umrisses so dicht wie möglich mit der Bohrmaschine Löcher bohren. So lässt sich der Schlitz leichter ausstemmen.

 

Schwalbenschwanz und Fingerzinken Holzverbindungen

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Am stabilsten und vor allem bei edlem Holz sehr dekorativ ist die klassische Verbindung mit Schwalbenschwanz- oder Fingerzinken. Die große Leimfläche der ineinandergreifenden Finger bzw. Schwalbenschwänze sorgt dafür, dass Schubladen nicht auseinanderfallen und an selbstgebautem Holzspielzeug noch die Enkelkinder Freude haben.

Traditionell mit Feinsäge und Stechbeitel hergestellt, erfordern Schwalbenschwanz- und Fingerzinken viel Sorgfalt und Geduld. Eine wichtige Voraussetzung sind genaues Messen und Anreißen sowie gutes und scharfes Werkzeug.

Weniger mühsam und zeitaufwendig ist die Herstellung von Schwalbenschwanz- und Fingerzinken mit Hilfe der Bohrmaschine und einer Zinkenfräse.

Am einfachsten und schnellsten lassen sich Zinken mit der Oberfräse und entsprechender Zinkenfräse herstellen. Die Zinken werden an beiden Werkstücken in einem Arbeitsgang gefräst. Mit dieser Technik sind auch halbverdeckte Zinkungen möglich.

 

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